National Museum of the
United States Air Force

Kampfflugzeuge der Nachkriegszeit

Lockheed F-94C Starfire: 24 Raketen wurden in der Nase in einem Ring um die Radarkuppel mitgeführt, abgeschirmt durch klappbare Abdeckungen

Lockheed F-94C Starfire - Kampfflugzeug

Die Allwetter-Abfangjäger der Serie Lockheed F-94 wurden aus der Lockheed P-80 Shooting Star entwickelt. Der Prototyp der F-94 flog erstmals am 1. Juli 1949. Die Starfire wurde anschließend in den Serien A, B und C produziert. Die Lockheed F-94C Starfire (ursprünglich als F-97A bezeichnet) war eine grundlegende Neukonstruktion der F-94B und absolvierte ihren Erstflug am 18. Januar 1950. Die F-94C Starfire hatte neu gestaltete Flügel, gepfeilte Höhenruder, verbesserte Feuerleit- und Navigationssysteme und später Tragflächenbehälter für 12 Raketen in der Mitte der Flügel. 24 Raketen wurden in der Nase in einem Ring um das Radom getragen, abgeschirmt durch einziehbare Abdeckungen.

Starfires wurden in den 1950er Jahren primär zur Luftverteidigung der kontinentalen Vereinigten Staaten eingesetzt. In der Version F-94A dienten sie als erster Allwetter-Abfangjäger für das Air Defense Command. Die letzten F-94C wurden 1959 aus dem USAF-Dienst genommen.

Das ausgestellte Lockheed F-94C Starfire (S/N 50-980) wurde so bemalt, wie sie Ende der 1950er Jahre beim 60. Fighter Interceptor Squadron auf der Otis Air Force Base, Massachusetts, aussah.

Lockheed F-94C Starfire - Raketen

Als FFAR (Folding Fin Aerial Rocket = Luftrakete mit Faltflosse) bezeichnet man z.T. ausklappbare Behälter für Luft-Luft-Raketen mit Stabilisatoren aus den 1950er Jahren, die eine Vielzahle von ungelenkten Raketen enthielten. Die Technik wurden auch nach einer bekannten Cartoon- und Zeichentrickfigur als "Mighty Mouse" genannt, welche der deutschen R4M mit Faltflossen zur Stabilisierung nachempfunden ist. Die R4/M - genannt „Orkan“ - mit 4 Kilogramm Minenkopf, war während des Zweiten Weltkriegs die erste deutsche in industriellem Ausmaß gefertigte Luft-Luft-Rakete, die auch tatsächlich als einsatzfähig betrachtet werden konnte.

Lockheed F-94C Starfire - U.S. Air Force

Technische Kurzbeschreibung:

  • Rumpf: Ganzmetall-Halbschalenbauweise - Funkmeßantenne in der Bugspitze - Lufteinläufe seitlich des Rumpfes - aufgesetzte Kabine - Sitze in Tandemanordnung.
  • Tragwerk: freitragender Tiefdecker in Ganzmetallbauweise - Flügelendzusatztanks an den Enden.
  • Leitwerk: Normalbauweise - hinter dem Leitwerk Bremsschirm.
  • Fahrwerk: einziehbar - steuerbares Bugrad.

Technische Daten: F-94C Starfire

    Typ: zweisitziger Allwetter-Abfangjäger
    Besatzung: zwei
    Spannweite: 12,93 m
    Länge: 13,56 m
    Höhe: 4,55 m
    Tragflügelfläche: 31,40 m²
    Leernmasse: 5.761 kg
    max. Startmasse: 10.977 kg
    Triebwerk: Turbojet Pratt & Whitney J48-P-5

 

    Leistung: 2.880 kp ohne Nachbrenner
                    3.969 kp mit Nachbrenner
    Geschwindigkeit: 1.030 km/h in Bodennähe
    Steiggeschwindigkeit: 40,5 m/s
    Dienstgipfelhöhe 15.660 m
    Reichweite: 1.930 km
    Bewaffnung: 2 x AIR-2A Genie Luft-Luft-Raketen
                      4 x AIM-4C Falcon missiles
                      24 Luft-Luft-Raketen im Bug

Lockheed F-94C Starfire - Cockpitansicht

Die Lockheed F-94 Starfire ist - wie zuvor geschildert - eine Weiterentwicklung der Lockheed F-80 Shooting Star und wurde speziell für den Einsatz als Allwetter-Abfangjäger und Nachtjäger konzipiert. Übernommen wurden Tragwerk, Fahrwerk, Leitwerk und Elemente des Rumpfes. Zum Auffinden feindlicher Flugzeuge bei Nacht oder bei schlechtem Wetter verfügte die F-94 über ein Radar in der verlängerten Nase. Unmittelbar dahinter befanden sich bei der Version F-94C 24 Raketenstartrohre kreisförmig in der Nasenspitze, wie hier zu sehen ist. Weitere 12 Startrohre waren in Behältern in den Tragflächen montiert. An den Flügelenden waren Zusatztanks angebracht. Die Lufteinläufe des Triebwerks befanden sich seitlich in den Flügelwurzeln. Das Leitwerk war konventionell ausgelegt, die Cockpithaube aufgesetzt. Im Gegensatz zur F-80 war die F-94 zweisitzig ausgelegt, da zusätzlich zum Piloten ein Radarbeobachter benötigt wurde.

Als die UdSSR 1949 ihre erste Atombombe zündete, erkannte man in der USA, dass keine Abwehr gegen anfliegende feindliche Bomber zur Verfügung stand. Daraufhin wurden die Programme für verschiedene Abfangjäger, wie die North American F-86D „Sabre“, die Northrop F-89 „Scorpion“ und die Lockheed F-94 „Starfire“, forciert.

Bei der F-94 A wurde die Zelle des Trainers T-33 mit zusätzlicher Radarausrüstung im Bug und Sichtgerät in der zweiten Kabine ausgestattet. Diese Version hatte 4 Maschinenkanonen im Bug. Diese erste Serienversion war mit einem Allison-J33-Triebwerk ausgestattet. Der Erstflug erfolgte Ende 1949.

Die F-94 B verfügte über weiterentwickelte Elektronik und Tragflügeltanks.

Die F-94 C hatte ein stärkeres Triebwerk und einen längeren Rumpf. Ferner befand sich ein ringförmiger Raketenbehälter für 24 ungelenkte Raketen im Bug. Das Cockpit war mit verbesserter Elektronik ausgestattet und hatte Autopilotsteuerung.

Lockheed F-94C Starfire - Pilotencockpit
Lockheed F-94C Starfire - Cockpit

Fremdfotos: U.S. Air Force Museum

Lockheed F-94C Starfire - USAF Museum

 

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