National Museum of the
United States Air Force

Kampfflugzeuge der Nachkriegszeit

General Dynamics F-16A Fighting Falcon: Die Thunderbirds sind eine Kunstflugstaffel der United States Air Force in den Nationalfarben rot, weiß und blau

General Dynamics F-16A Fighting Falcon

Die ausgestellte F-16 Fighting Falcon (S/N 81-0663) war eine der ersten F-16, die 1982 von den "Thunderbirds" geflogen wurde, als sie von der Northrop T-38 Talon auf die General Dynamics F-16 umstiegen. Vor der T-38 Talon flog die Staffel North American F-100D Super Sabre. Die Thunderbirds (= Donnervögel) sind eine Kunstflugstaffel der United States Air Force, die in den USA - neben den “Blue Angels” der Navy - jeder kennt. Die Maschinen der Staffel sind in den US-amerikanischen Nationalfarben rot, weiß und blau lackiert. Die Thunderbirds flogen dieses Flugzeug bis 1992, als sie auf F-16C umrüsteten (seit 1993 Lockheed Martin F-16). Das Flugzeug wurde dann dem Air Education and Training Command zugewiesen, um Piloten auf der Luke Air Force Base, Arizona, auszubilden. 1996 wurde es von den Thunderbirds auf der Nellis Air Force Base, Nevada, in Thunderbird-Farben neu gestrichen. Das Museum stellte es ab Oktober 1996 aus.

Die General Dynamics F-16 Fighting Falcon entwickelte sich aus einem "Lightweight Fighter-Prototypenprogramm" von 1972 der USAF, das einen kleinen, leichten, kostengünstigen Luftüberlegenheits-Tagesjäger suchte, der für hohe Leistung und einfache Wartung ausgelegt war. Das Flugzeug erreichte im Oktober 1980 den kampfbereiten Status. Viele ausländische Nationen, darunter Belgien, Dänemark, die Türkei, Ägypten und Israel, haben die F-16 Fighting Falcon gekauft.

General Dynamics F-16A - Fighting Falcon

Technische Daten:  F-16C

Hersteller

Lockheed Martin

Typ

Jagdbomber

Besatzung D-Modell

2

Besatzung C-Modell

1

Triebwerk (Art)

1 x Turbofan-Triebwerk

Hersteller

Pratt & Whitney F100-GE-129

Schub

10.800 kg ohne Nachbrenner

                alternativ:

General Electric F-110-GE

Schub

12.150 kg o. Nachbrenner

Leistung

.

Höchstgeschwindigkeit

2145 km/h in 12.000 Meter

              in Meereshöhe

1470 km/h

Dienstgipfelhöhe

ca. 15.250 m

Einsatzradius

ca. 1.250 km bis 1.600 km

Reichweite

3.200 km Überführung

Startrollstrecke

535 m

Landerollstrecke

765 m

Gewicht

.

Leermasse

8.430 kg - Version C

.

8.580 kg - Version D

max. Startmasse

ca. 19.000 kg mit Außenlast

Abmessungen

.

Spannweite

9,45 m - 10 m incl. Staurohr

Länge

15,03 m

Höhe

ca. 5,09 m

Flügelfläche

 

Ausrüstung

.

Schleudersitz

MDD ACES II

sonst. Außenlasten

zusätzliche Außentanks u.a. und div. Waffen

max. Waffenlast

ca. 9.275 kg

Pratt & Whitney F-100 PW-230: Triebwerk der Lockheed Martin F-16 Fighting Falcon

General Dynamics F-16A - Pratt Whitney F100-PW-200

Das Pratt & Whitney F100 ist ein Turbofan-Triebwerk mit Nachbrenner. Es ist für den Einsatz in Kampfflugzeugen konzipiert, wobei alle Varianten von dem US-Konzern Pratt & Whitney alleine gefertigt werden. Das F100 war ursprünglich bei einem später verworfenen Programm als Triebwerk für die F-14 Tomcat und die F-15 Eagle gedache. Weil McDonnell Douglas den entscheidenden  Wettbewerb mit der F-15A Eagle für sich entscheiden konnte, wurde dies die erste Plattform für das F100-Triebwerk.  Später kam u.a. die hier abgebildete Lockheed Martin F-16 Fighting Falcon hinzu.

Aufbau und Technische Daten:

Maße:

Länge:

4,855 m

 

Durchmesser:

1,181 m

 

Gewicht:

1.482 kg

 

Maximaler Trockenschub:

65,26 kN

 

Maximaler Nachbrennerschub:

100,53 kN

 

Spez. Kraftstoffverbrauch:

59,49 mg/Ns mit Nachbrenner

Fan:

Axial

3 Stufen

 

Durchmesser:

928 mm

 

Max. Drehgeschwindigkeit:

10.400/min

 

Nebenstromverhältnis:

0,7 : 1

Kompressor:

Axial

10 Stufen

 

Max. Drehgeschwindigkeit:

13.450/min

 

Kompressionsverhältnis:

8 : 1

 

Gesamtkompressionsverhältnis:

24,5 : 1

Brennkammer:

Ringbrennkammer

aus Nickellegierung gefertigt

Hochdruckturbine:

2 Stufen

 

Niederdruckturbine:

2 Stufen

 

General Dynamics F-16A Fighting Falcon - Cockpit
General Dynamics F-16A Fighting Falcon - Pilotensitz

Allgemeine Beschreibung:

In den 2 Jahrzehnten seit ihrem Erstflug hat sich die Fighting Falcon als das meistverkaufte Jagdflugzeug seiner Zeit etabliert. Der Entwurf der F-16 wurde 1971 eingeleitet, um die Forderungen der US Air Force für einen neuen beweglichen Leichtjäger zu erreichen. Im Jahr 1972 erhielten im Rahmen dieses Programms die Firmen General Dynamics (gehört inzwischen zum Lockheed-Martin-Konzern) und Northrop den Auftrag zum Bau der einmotorigen Prototypen YF-16 bzw. zweimotorigen YF-17 Cobra. Am 15.Januar 1975 wurde die F-16 offiziell als Sieger des nun als ACF (Air Combat Fighter) umbenannten Projekts bekanntgegeben. Nach der Bestätigung der NATO-Mitgliedsländer Belgien, Dänemark, die Niederlande und Norwegen zur Beschaffung der F-16 wurde die Produktion eingeleitet. Am 21.Juli 1980 erhielt die F-16 offiziell den Namen "Fighting Falcon".

Von Anfang an war die F-16 weder als technischer Durchbruch noch als mächtige Waffenplattform gedacht, sondern als kostengünstiges "Arbeitstier" für viele Einsatzgebiete. Dies unterscheidet die F-16 von ihren Vorgängern, die entweder nicht allwettertauglich (Lockheed F-104 Starfighter) oder sehr teuer waren (Grumman F-14 Tomcat).

Die F-16 wurde zunächst in 2 Versionen produziert:  A (= Kampfversion) und B (= 2-sitziger Trainer). Der erste Start einer F-16A fand im Dezember 1976 statt; im Januar 1979 wurde das erste Flugzeug an die Air Force übergeben. Später baute man auf Basis der Eagle ebenfalls eine Luft-Boden-Variante Strike Eagle.

Die Produktion der F-16 wurde in den 1980er Jahren auf die Modelle F-16 C (1-sitzig) und F-16 D (2-sitzig) mit verbesserter Avionik und Triebwerk umgestellt.

Erstmals in einem amerikanischen Serien-Jet wurde später ein Fly-by-Wire-System eingebaut. Der Steuerknüppel befindet sich nicht mehr wie früher zwischen den Beinen, sondern ergonomisch günstig auf der rechten Konsole. Er ist nicht beweglich, sondern reagiert auf den Händedruck des Piloten. Hierbei werden die Steuerbefehle des Piloten nicht direkt über die Hydraulik an die Steuerflächen weitergegeben, sondern zunächst an einen Fluglagesteuerungs-Rechner (FLCS) geleitet, der sie z.B. auf Plausibilität prüft. Ohne Computer wäre die F-16 für den Piloten auf Grund seiner “instabilen Lage” (Tragflächen ohne Wölbung) nicht steuerbar. Die aerodynamische Instabilität ermöglicht dem Jet jedoch eine vorher nicht erreichbare Wendigkeit.

F-16 C Fighting FalconDer Pilot sitz quasi in einem "Liegesitz" - also in Schräglage von ca. 30 Grad. Dadurch ist es ihm besser möglich, den Druckauswirkungen bei scharfen Kurven zu widerstehen. In der F-16 kann der Pilot gefahrlos dem 9-fachen der üblichen Gravitation ausgesetzt werden, ohne dass er bewusstlos wird. In älteren Flugzeugen waren maximal 7 G möglich.

Auch die blasenförmige Cockpitkanzel ist damals wegweisend gewesen, weil es erstmals völlig ohne sichtstörende Stahlstreben auskam und so dem Piloten exzellente Rundum-Sicht bot - bei Badarf sogar nach hinten.

Ein fortschrittliches Radar wurde erst in späteren Versionen eingebaut. Das sog. “Head Up Display” (HUD) ist ein halbdurchlässiger Spiegel, den der Pilot bei Sicht nach vorne immer im Blick hat. Die wichtigsten Flug-, Ziel- und Waffeninformationen werden dort auf diese kleine Frontscheibe projiziert . Der Pilot braucht nicht regelmäßig auf die analogen Cockpitanzeigen zu schauen. Dies ist inzwischen Standard bei allen folgenden Kampfjets geworden.

F-16A Fighting Falcon - U.S. Air Force

Lizenzen zum Bau der F-16 wurden an die Niederlande, Belgien, Israel, Südkorea und der Türkei vergeben. Die F-16 wurde unter anderem nach Abu Dhabi, Ägypten, Bahrain, Belgien, Dänemark, Griechenland, Indonesien, Norwegen, Niederlande, Pakistan, Portugal, Singapur, Südkorea, Taiwan, Thailand, Türkei und Venezuela exportiert.

Da sie in viele Länder exportiert oder dort in Lizenz gebaut wurde, hat die Maschine auch an vielen Konflikten dieser Welt teilgenommen. 1981 nahmen 4 israelische F-16 am Angriff auf den im Bau befindlichen irakischen Atomreaktor in der Nähe von Bagdad teil. Als Israel in den Libanon einmarschierte, griffen die israelischen F-16 syrische MiG´s an - meistens erfolgreich. Im 1. Golfkrieg 1991 flogen die F-16 der US Air Force Angriffe auf irakische Bodentruppen und feste Ziele und hielten den Luftraum frei. Auch in allen folgenden Konflikten der 1990er Jahre und Neuzeit - z.B. auf dem Balkan und über Afghanistan und dem Irak - setzte die US Air Force F-16 als Jäger und zum Angriff auf jede Art von Bodenzielen ein.

Insgesamt wurden über 4000 aller Versionen der F-16 produziert. Außerdem werden zahlreiche Maschinen modernisiert. Neben Luft-Luft-Raketen kann das Flugzeug inzwischen auch Luft-Boden-Raketen einsetzen. Die U.S. Air Force hat ihre F-16 zunehmend mit LANTIRN und Anti-Radar-Raketen zur Bekämpfung radargesteuerter Luftabwehr-Batterien ausgerüstet.

General Dynamics F-16A - U.S. Air Force

 

Copyright © Flugzeuglexikon von Wolfgang Bredow - Alle Rechte vorbehalten!

 

Werbefläche