National Museum of the
United States Air Force

Dayton Air Show in Ohio / USA

Boeing OC-135B Stratolifter: Der Open-Skies-Vertrag gestattet es den Vertragsteilnehmern gegenseitig ihre Territorien auf festgelegten Routen zu überfliegen

Boeing OC-135B Stratolifter - Beobachtungsflugzeug

Der Boeing OC-135B Stratolifter dient der gegenseitigen Beobachtung im Rahmen des Open-Skies-Vertrags. Der Vertrag "Open Skies" (= Vertrag über den Offenen Himmel) trägt zur Überwachung von Vereinbarungen der Rüstungskontrolle sowie zur Konfliktverhütung und -bewältigung bei. Er gestattet es den teilnehmenden Nationen gegenseitig ihre Gebiete auf festgelegten Routen zu überfliegen und Foto-, Radar- und Infrarot-Aufnahmen zu fertigen. Der Vertrag stellt eine wichtige vertrauensbildende Maßnahme im OSZE-Raum dar. Durch diese vertrauensbildende Maßnahme sollen Konflikte vermieden und der Frieden gesichert werden. Die Version OC-135B wurde entsprechen modifiziert.

Der 'Vertrag über den Offenen Himmel' wurde am 24. März 1992 von 27 Staaten der NATO und des ehemaligen Warschauer Pakts unterzeichnet und trat am 1. Januar 2002 rechtlich verbindlich in Kraft.

Er gibt jedem Vertragsstaat das Recht, jährlich eine bestimmte Anzahl vereinbarter Beobachtungsflüge über dem Staatsgebiet anderer Vertragsstaaten durchzuführen. Dabei kommen Sensoren für Foto- und Videoaufnahmen zum Einsatz, zunehmend auch digital.

Durch die Beteiligung von Vertretern des beobachtenden und des beobachteten Staates bei allen Beobachtungsflügen ist der Vertrag zudem ein wichtiges Element der Transparenz und Vertrauensbildung. Beobachtungsflüge können ferner zur Gewinnung von Lagebildern in internationalen Krisensituationen sowie zur Umweltbeobachtung eingesetzt werden.

Bis heute wurden über 1.500 Beobachtungsflüge nach dem Vertrag durchgeführt. Deutschland war an über 12 Prozent dieser Flüge beteiligt. Die Bundesregierung hat 2015 den Beschluss zur Beschaffung eines eigenen deutschen Beobachtungsflugzeugs getroffen. Dieses wird, nach zwischenzeitlich erfolgter Übernahme, ab 2021 für Beobachtungsflüge zur Verfügung stehen.

Boeing OC-135B Stratolifter - Open-Skies-Vertrag

Technische Daten: C-135B

Länge

41,5 m

Flügelspannweite

39,9 m

Höhe

12,7 m

Tragflügelfläche

226 m²

Antrieb

4 x Pratt & Whitney TF33-P-5

Art

Turbofans

Leistung

je 71,4 kN Schub

Höchstgeschwindigkeit

980 km/h

Maximale Reichweite

12.000 km

Gipfelhöhe

15.000 m

Leergewicht

46,4 t

Maximale Zuladung

40 t Fracht oder

.

126 Soldaten mit Ausrüstung oder

.

44 Krankentragen für MedEvac-Einsätze

Maximales Startgewicht

124 Tonnen

Besatzung

2 Piloten zuzügl. Navigator und Lademeister

Boeing OC-135B Stratolifter - United States of America

Die Grundversion der “Boeing C-135 Stratolifter” ist ein militärisches Transportflugzeug der U.S. Air Force (USAF), das Boeing Ende der 1950er Jahre von der Boeing KC-135 ableitete. Eine Vielzahl von Varianten ist im Laufe der Jahre durch Umrüstungen entstanden, so auch das Tankflugzeug mit der Bezeichnung Boeing KC-135 Stratotanker und die Boeing EC-135E ARIA, eine Telemetrie-Plattform zur Unterstützung der Apollo-Mondmissionen der NASA.

Ende der 1950er Jahre bemühte sich die US-Luftwaffe um eine Modernisierung seiner Transportflotte. Diese bestand damals hauptsächlich aus propellergetriebenen Douglas C-124 Globemaster II und Douglas C-133A Cargo Master.

1960 genehmigte der US-Kongress die Beschaffung von 50 Boeing-Transportflugzeugen mit der Bezeichnung C-135 Stratolifter. Aus Kostengründen entfielen bei den ersten A-Versionen schon damals verfügbare moderne Turbofans zugunsten billigerer Turbojetmotoren und eine Heckklappe. Lediglich der Boden im Frachtdeck wurde verstärkt. Folglich blieben die Abmessungen des Laderaums mit einer Breite von 3,28 m und einer Höhe von 2,11 m gleich. Die maximale Zuladung lag bei 41 Tonnen, respektive 126 Soldaten. Ein Frachtladesystem mit Winde und Schienen an der Decke erleichterte die Beladung durch die 2x3 Meter große seitliche Frachttür.

Die Boeing C-135 Stratolifter wurde nur wenige Jahre als Transportflugzeug genutzt. Für Sperrgut war das Flugzeug wegen der seitlichen Ladeöffnung wenig geeignet, ebenso für Fallschirmabsprünge. Ferner konnten die ersten Modelle im beladenen Zustand mangels Schubumkehr nur auf langen Bahnen landen.

Ab 1965 begann die Lockheed C-141 Starlifter die Boeing C-135 Stratolifter im Lufttransport abzulösen. Die US-Luftwaffe ließ die C-135 Stratolifter nach und nach für verschiedene andere Aufgaben umrüsten. Das hier gezeigte Beobachtungsflugzeug OC-135B Stratolifter steht heute noch im militärischen Dienst (Stand: 2010).

Boeing OC-135B Stratolifter - Pratt & Whitney TF33-P-5

 

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