Royal Air Force Museum London

- Das Museum der RAF im Bezirk Hendon -

Die Bristol Beaufort war das einzige für die Royal Air Force produzierte Eindecker, der von Anfang an darauf ausgelegt war, die Doppelrolle als Aufklärer und Torpedobomber zu erfüllen.

Der Prototyp flog zum ersten Mal am 15. Oktober 1938 und Beauforts wurde im November 1939 bei der No.22 Squadron in Dienst gestellt und blieb bis 1943 der Standard-Torpedobomber des Coastal Command.

Die Beaufort operierte sehr erfolgreich als Torpedobomber, erfüllte aber auch die Rolle als Minenleger. Im Frühjahr 1940 begannen sie bis Mitte 1943 mit dem Abwerfen von Magnetminen in feindlichen Küstengewässern.

Während ihres Einsatzes im Küstenkommando gab es Beaufort-Aktionen über der Nordsee, dem Ärmelkanal und dem Atlantik. 1942 wurden alle Beaufort-Staffeln im Mittelmeer und im Indischen Ozean eingesetzt, um einer sich ändernden feindlichen Bedrohung zu begegnen. In Malta stationierte Flugzeuge waren in einer kritischen Zeit des Krieges in Nordafrika besonders erfolgreich bei Angriffen auf die Schifffahrt der Achsenmächte.

Die letzten Versionen waren Transporter und Trainer. Markant ist der Rückenturm für den Bordschützen. Die Gesamtproduktion von Beaufort betrug 1380, darunter 700 in Australien gebaute.

Bristol Beaufort - englischer Bomber

Technische Daten: Beaufort I

Länge

13,59 m

Flügelspannweite

17,63 m

Tragflügelfläche

46,73 m²

Höhe

3,78 m

Antrieb

2 x Bristol Taurus (hier: Pratt & Whitney Twin Wasp S1C3G mit 1.200 PS

Art

Sternmotoren

Leistung

je 1.145 PS

Höchstgeschwindigkeit

420 km/h in 1.830 m Höhe

Reichweite

1.666 km

Besatzung

4

Dienstgipfelhöhe

5.030 m

Leergewicht

5.945 kg

Fluggewicht

9.630 kg

Bewaffnung

Vier bis sieben 7,7 mm MGs

.

680 kg Bomben

.

oder ein 728 kg Torpedo

Varianten:

Beaufort I (1.014 gebaut)

Zwei Taurus III- oder VI-, XII- oder XVI-Motore

Beaufort II (415 gebaut)

Beaufort I mit 1.200 PS starken Twin-Wasp-Motore

Beaufort IV (1 gebaut)

Eine Beaufort II wurde auf 1.250 Taurus XX-Motoren mit Rückengeschütze mit vier Kanonen umgebaut

Beaufort V bis VIII (700 gebaut)

In Australien gebaut, 520 davon als Beaufort Mk VIII, wie hier abgebildet

Beaufort IX (46 Konvertierungen)

Transportumbauten von Mk VIII mit Sitzplätzen für neun Insassen

Bristol Beaufort - Militärflugzeug

Geschichte und Einsätze:

Die Bristol Beaufort (Herstellerbezeichnung Typ 152) ist ein britischer zweimotoriger Torpedobomber, der von der Bristol Airplane Company entworfen und aus den Erfahrungen entwickelt wurde, die beim Entwurf und Bau des früheren Blenheim-Leichtbombers gesammelt wurden. Mindestens 1.180 Beaufort wurden von Bristol und anderen britischen Herstellern gebaut.

Der Prototyp flog erstmals am 15. Oktober 1938; die Indienststellung verzögerte sich allerdings bis Januar 1940. Verantwortlich für die Verzögerung waren u. a. Schwierigkeiten mit den neuen, schiebergesteuerten Taurus-Motoren. Es wurde eine Aufhängung des Doppelsternmotors mit nur 117 cm Durchmesser entwickelt, doch der Motor überhitzte und viele weitere Pannen bremsten die Entwicklung. Aber auch danach gab es fortwährende Probleme mit den Triebwerken, die schon mal ein Flugverbot zur Folge hatten.

Doch im August 1940 waren die 22. und 42. Staffel des Küstenkommandos voll einsatzbereit. Sie legten hunderte von Minen, bombardierten den deutschen Schlachtkreuzer “Scharnhorst”, torpedierten die “Gneisenau” und versenkten zahlreiche kleinere Schiffe.

Der Bomber hatte 4 Besatzungsmitglieder (Pilot, Navigator, Funker, Richtschütze). Später einsatzbereite Flugzeuge trugen sechs Vickers-Maschinengewehre (2 in  der Nase, 2 im Rückenturm, 1 im Backbordflügel und eines, das  seitlich von der Eingangsluke aus feuern konnte). Ferner 1 x  1.650 lb Mk XII 18-Zoll-Torpedo oder bis zu 2.000 lb Bomben oder Minen.

Das Muster wurde auch in Australien gebaut; dort jedoch mit den stärkeren, amerikanischen Pratt & Whitney-Triebwerken. Die guten Erfahrungen mit diesen Motoren veranlassten das Air Ministry den Einbau derselben in die neue Baureihe zu verlangen. Die letzten Baureihen wiesen aber wieder die nunmehr verbesserten Taurus-Triebwerke auf.

Bewaffnung:  (optional)

2 x 7,62 mm Vickers unterschiedlicher Bauweise im Rückenturm und ein starres im linken Flügel und ein fernbedientes 7,62 mm Browning in der Frontkuppel unter dem Bug. Wahlweise vier 7,62 mm Brownings im Flügel, zwei handbediente Brownings aus den oberen Fenstern und (Mk II) Zwillings-Browning im Rückenturm. Die letzten australischen Mk VIII hatten zwei 12,7 mm Brownings im Rückenturm. Ein 46 cm-Torpedo halb aussen links der Mittellinie oder 900 kg Bombenlast.

 

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