Militärhistorisches Museum der Bundeswehr
- Luftwaffenmuseum Gatow -

Das größte Flugzeugmuseum in Deutschland

 

Piasecki / Vertol H-21 Workhorse: militärisch eingesetzter Transporthubschrauber mit Doppelrotorblätter in Tandemanordnung (Spitzname: “fliegende Banane“)

Der Transporthubschrauber wurde ursprünglich von Piasecki als H-21 Workhorse (= Arbeitspferd) hergestellt. Er hatte zwei Hauptrotoren in Tandem-Konfiguration und konnte mit zwei Mann Besatzung bis zu 20 vollausgerüstete Soldaten befördern. Die Piasecki Helicopter Corporation wurde 1956 in Vertol Aircraft Corporation umbenannt. Danach kaufte Boeing, bis dato nur Flugzeughersteller, die Firma und erweiterte dadurch sein Portfolio. Boeing Vertol ist bis heute eine eigene Abteilung mit Schwerpunkt Hubschrauberentwicklung, die aktuell den Hubschrauber “Boeing-Vertol CH-47 Chinook” herstellt.

Der Prototyp der Boeing-Vertol H-21 flog bereits 1949 unter der Bezeichnung “HRP-2” und erweiterte die damals noch junge Welt der Helikopter um ein besonders robustes Exemplar. Ob im Dschungel, der Wüste oder in der Arktis, die Boeing Vertol H-21 war ein echtes “Arbeitspferd“. Die Streitkräfte der Bundesrepublik beschafften in ihren Anfangsjahren ihr Material gerne in den USA. Besonders die SAR-Tauglichkeit des Doppelrotorhubschraubers war den deutschen Betreibern wichtig, weil dieses Modell den Transport von 12 Verwundeten auf Tragen erlaubte, eine zum damaligen Zeitpunkt gewaltige Kapazität. Über lange Jahre versah der H-21 C seinen Dienst als “schwerer” Transporthubschrauber und wurde erst 1972 vom Sikorsky CH-53 G abgelöst.

Die Boeing Vertol H-21 C ist ein vor allem militärisch eingesetzter Hubschrauber. Der Transporihubschrauber H-21 C Shawnee war die US-Version der Hubschrauber H-21A und B der US-Air-Force. Vom H-21 C, wegen seiner typischen Form auch scherzhaft “fliegende Banane“ genannt, wurden zunächst 32 Exemplare nach Deutschland geliefert.

Die Boeing-Vertol H-21 ist ein 1-motoriger Transporthubschrauber mit Tandemrotor. Jeder Rotor besaß ursprünglich 3 Rotorblätter aus Holz, die später durch Metall-Rotorblätter ersetzt wurden. Das bullige Triebwerk im Heck trieb über ein Verteilergetriebe mit Kupplungssystem und ein Wellensystem beide Rotoren an. Der Hubschrauber verfügte über ein 3-Achsen-Stabilitätsunterstützungs-System (SAS), das über elektronische und elektromechanische Teile die Stabilität des Hubschraubers im Reiseflug verbesserte.

Die beiden Rotore drehen sich gegenläüfig. Daher benötigen Hubschrauber mit Doppelrotore keinen Heckrotor, der die Kräfte kompensieren muss.

Der Rumpf ist in Ganzmetall-Halbschalenbauweise ausgeführt. Die Kanzel zeichnet sich durch eine besonders gute Rundumsicht aus. Am Heck sind waagerechte und senkrechte Stabilisierungsflossen angebracht. Im Rumpf befindet sich der durchgehende Laderaum mit einer Laderaumtüre auf der linken Seite hinten. Lasten können sowohl innen, wie auch als Aussenlasten transportiert werden. So können auch Container u.ä. transportiert werden. Vorne rechts ist eine “Winschtür” beziehungsweise der Notausgang, unter dem Rumpf eine Lastenschlinge befestigt

Technische Daten:

Hersteller (Boeing Corp.)

Piasecki/Vertol Aircraft Corp.

Erstflug (Piasecki PD-22)

11.April 1952

Besatzung

2

Triebwerk

1 x Curtiss-Wrigth R.1820-103

Art

gebläsegekühlter 9-Zylinder-Sternmotor

Leistung

1.445 PS (1.063 kW)

.

Startleistung mit Höhenlader

Leistung

.

Höchstgeschwindigkeit

209 km/h bei 6.350 kg in Meereshöhe

Reisegeschwindigkeit

157 km/h

Reichweite bei 5.933 kg

603 km

Schwebeflughöhe mit Bodeneffekt

1.524 m

Dienstgipfelhöhe

3.150 m

Abmessung

.

Rumpflänge

16,00 m

Länge mit Blättern

26,27 m

Rumpfhöhe mit Rotor

4,87 m

Rotordurchmesser

13,41 m

Rotorachsabstand

12,87 m

Fahrwerk-Spurweite

4,17 m

Masse

.

Leermasse

3.939 kg

Zuladung

2.190 kg

Max. Abflugmasse

6.885 kg

Laderaum

6,08 m L, 1,72 m B, 1,67 H

.

22 Sitze oder 12 Tragen

Einsatz bei der Bundeswehr:

Die H-21 C „Shawnee“ ist ein einmotoriger Transporthubschrauber mit Tandemrotoren, der in großen Stückzah\en von der US Air Force und US Army eingesetzt wurde. Von der H-21 C, wegen seiner typischen Form auch „Banane“ genannt, wurden 32 Exemplare nach Deutschtand getiefert. 31 als Transporthubschrauber und eine in der VIP-Ausführung mit vergrößerten Fenstern und Türen.

Die H-21 C wurde in der Bundeswehr bei der Luftwaffe und beim Heer eingesetzt. Die Auslieferung erfolgte über Weserflug, Bremen in der Zeit von Mai 1957 bis August 1960. Die Luftwaffe erhielt fünf, die mit der Kennung AS+301 bis AS+305 bei der Flugzeugführerschule Faßberg zur Schulung flogen. Bis Mai 1961 erfolgte die Abgabe an die 1. Luftrettungs- und Verbindungsstaffel in Fürstenfeldbruck. Die Kennung änderte sich in LA+121 bis LA+124. Ende 1964 wurden die Maschinen an das Heer abgegeben. Hier flogen die H-21 C nur als Transporthubschrauber. Da sie der leistungsfähigeren H-34 G unterlegen waren, rüstete man die anderen Hubschrauberstaffeln mit der H-34 G aus. Der letzte Flug beim Heer erfolgte am 8. Dezember 1972. Ausgemustert gingen die Maschinen an verschiedene Museen.

Geschichte der ausgestellten Maschine:

Der im Depot des Luftwaffenmuseums gelagerte Hubschrauber ist eine Lizenzfertigung der Weserflug AG, Bremen (Werk-Nr. WG 8). Er trug in seiner Dienstzeit bei den Heeresfliegern folgende Bundeswehr-Kennungen: PA+203, QF+462, PX+337 und 8308.

Der erste Einsatz-Verband war die Heeresfliegertransportstaffel 822 in Fritzlar (Kennung PA+203). Im März 1959 wurde diese Staffel in Heeresfliegertransportstaffel 102 umbenannt und nach Achum verlegt (Kennung QF+462). Im November übernahm das Heeresfliegerbataillon 300 in Mendig den Hubschrauber (Kennung PX+337). Nach der Auflösung dieses Bataillons ging die „Banane“ an das neuaufgestellte Heeresfliegerregiment 35 (letzte Kennung 8308). Die Ausmusterung fand 1971/72 statt.

Antrieb der Ventol H-21C: Sternmotor Curtiss-Wright 1820-103

Technische Daten:

Modell

Curtiss-Wrigth R.1820-103

Art

Sternmotor

.

9-Zylinder

.

gebläsegekühlt

Leistung

1.445 PS (1.063 kW)

.

Startleistung mit Höhenlader

Rotordurchmesser

13,41 m

Rotorachsabstand

12,87 m

 

Copyright © Flugzeuglexikon von Wolfgang Bredow

 

Werbefläche