Militärhistorisches Museum der Bundeswehr
- Luftwaffenmuseum Gatow -

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HFB 320 Hansa Jet: Das erste Strahlflugzeug der BRD nach dem 2. Weltkrieg (hier: VIP-Transportflugzeug)

Der HFB 320 Hansajet der Hamburger-Flugzeug-Bau GmbH war das erste Strahlflugzeug, das in der Bundesrepublik nach dem 2. Weltkrieg vom Reißbrett bis zur Serienreife entwickelt wurde.

Die Firma begann 1962 mit der Planung und Konstruktion eines zweistrahligen Reiseflugzeuges. Es entstand eine eigenwillige und bemerkenswerte Auslegung mit einem freitragenden Mitteldeckerflügel in einer negativen Pfeilung von 15°. Um nach Möglichkeit einen großen Kabinenraum zu erhalten, wurde der Hauptholm der Tragfläche hinter der Passagierkabine durch den Rumpf geführt. Weitere auffällige Konstruktionsmerkmale dieses Flugzeuges waren die beiden am Rumpfende in Gondeln untergebrachten Triebwerke, das pfeilförmig aufgesetzte T-Höhenleitwerk und die an den Flächenenden permanent mitgeführten Zusatztanks. Der Flug des Prototyps (D-CHFB) im April 1964 fiel fast mit der Ubernahme der HFB-Werke durch Messerschmitt-Bölkow-Blohm (MBB) zusammen. Die erste Serienmaschine verließ das Werk am 2.Februar 1966.

MBB bemühte sich um die Vermarktung des Hansajet auf dem zivilen Sektor mit nur schwacher Resonanz. Allerdings zeigte die Luftwaffe der Bundeswehr Interesse und beschaffte 14 der insgesamt 45 gebauten HFB 320 Hansa. Einige dieser Flugzeuge kamen zur Flugbereitschaft, die auf dem Flughafen Köln-Wahn stationiert war. Eine der im Luftwaffenmuseum ausgestellten HFB 320 Hansa gehört zu diesen Maschinen, die nach über zwanzigjähriger Dienstzeit in der Flugbereitschaft ausgemustert wurden.

Sieben HFB 320 wurden zu Ausbildungsflugzeuge für elektronische Kampfführung (ECM) umgerüstet und von der Flugvermessungsstaffel/JaboG 32 in Lechfeld geflogen (siehe obere Abbildung). Die charakteristischen Merkmale dieser Modelle sind das verlängerte Bugradom, ein tropfenförmiges Radom unter dem Rumpf und eine Reihe von zusätzlichen Blattantennen.

Die ausgestellte und oben abgebildete Maschine 16+06 (Werk-Nr. 1063) flog bis zum 24. Juni 1994 beim JaboG 32 in der ECM-Rolle.

Technische Daten:

Besatzung

2 (ECM: 5 Soldaten)

Passagiere

12 (ECM: 0)

Länge

16,61 m

Spannweite

14,49 m

Höhe

4,94 m

Flügelfläche

30,14 m²

Kabinenlänge

4,58 m

max. Kabinenbreite

1,90 m

max. Kabinenhöhe

1,74 m

Leermasse

5.425 kg

Startmasse

 9200 kg

Reisegeschwindigkeit

800 km/h

Höchstgeschwindigkeit

825 km/h

Dienstgipfelhöhe

11.600 m

Reichweite

max. 2370 km incl. Reserve

Triebwerke

2 x General Electric CJ 601-9

Leistung

2 x 13,78 kN Schub

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Copyright © Flugzeuglexikon von Wolfgang Bredow

 

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