Militärhistorisches Museum der Bundeswehr
- Luftwaffenmuseum Gatow -

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Dornier Do 29: Von dem Experimentalflugzeug als Senkrechtstarter wurden nur 3 Stück gebaut

Die DO-29 war ein vom Verteidigungsministerium finanziertes Experimentalflugzeug für Kurz- und Senkrechtstart. Ein Serienbau war nie geplant.

Ende der 1950er Jahre, in der Zeit der NATO-Doktrin der "massiven Vergeltung", befasste sich die Luftwaffe mit der möglichen Verkürzung von Startstrecken für Militärflugzeuge. Auf Grund ihrer Erfahrungen im Bau von Kurzstartflugzeugen wurde die Firma Dornier von der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt und Entwicklung zum Bau eines „Short Take-Off and Landing“-Versuchsflugzeuges (STOL) ausgewählt. Das Ergebnis war die Do 29, die nur in 3 Exemplaren hergestellt wurde. Das Muster fußte auf einer Zelle der Do 27 mit zwei tragflächenmontierten Kolbentriebwerken, die gegenläufige 3-Blatt-Hartzell-Druckschrauben antrieben. Das Getriebe war so ausgelegt, dass die Schrauben für die Hubleistung bis zu 90 Grad nach unten geschwenkt werden konnten. Wie bei solchen Experimentalflugzeugen üblich, führte der Pilot die Maschinen in einer weit vorn angeordneten Kanzel, die mit einem Schleudersitz für Notfälle ausgestattet war.

Die erste Do 29 flog im Dezember 1958. Die Maschinen erbrachten wertvolle Daten für die Weiterentwicklung des Umlenkschubs für STOL-Flugzeuge. Von den 3 hergestellten Flugzeugen ging eines durch Absturz verloren, eines wurde abgewrackt. Das im Luftwaffenmuseum ausgestellte Flugzeug ist die V1 (Versuchsmuster 1) mit der Luftwaffenkennung YA+101 (Werk-Nr 29-001).

Das ausgestellte Flugzeug ist der 1. Prototyp „DO 29 V1“, der am 12.12.58 seinen Erstflug absolvierte. Nach jahrelangen Probeflügen wurde das Flugzeug auf dem Gelände der Dornier Reparaturwerft abgestellt. 1986 wurde es der „Wehrtechnischen Studiensammlung“ (WTS) von der Firma Dornier übergeben, die es 1992 dem Luftwaffenmuseum der Bundeswehr zur Verfügung stellte. Dort stand es bis März 2009.

Technische Daten:

Besatzung

1 oder 2 Piloten

Länge

9,50 m

Spannweite

13,20 m

Höhe

2,70 m

Leermasse

2.180 kg

Startmasse

2.500 kg

Nutzlast

230 kg

Reisegeschwindigkeit

285 km/h

Höchstgeschwindigkeit

330 km/h

Dienstgipfelhöhe

6500 m

Reichweite

400 km

Triebwerke

2 x Lycoming GO-480-B1 A6

Leistung

je 210 kW

Art

Boxermotore

Zylinder

je 6

Bewaffnung

keine

Die senkrecht startende Dornier Do 29 steht heute im Dornier Museum Friedrichshafen:
(Stand: Juni 2020)

 

Copyright © Flugzeuglexikon von Wolfgang Bredow

 

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