Militärhistorisches Museum der Bundeswehr
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CANADAIR CL-13B “SABRE” MK.6: kanadischer Lizenzbau der North American F-86 Sabre als Trainer der deutschen Luftwaffe

Bei der abgebildeten Canadair CL-13B “SABRE” MK.6 handelt es sich um einen Lizenzbau der North American F-86 Sabre. Die North American F-86 Sabre ist ein Abfangjagdflugzeug. Schon 1944 wurden zwei Prototypen der XP-86 in Auftrag gegeben. Nach dem 2. Weltkrieg und der Auswertung der deutschen Entwicklungsunterlagen wurde beschlossen, die Konstruktion mit Pfeilflügeln auszustatten. Der Prototyp flog am 1. Oktober 1947. Am 25. April 1948 durchbrach dieses Muster die Schallmauer. Im gleichen Jahr wurde dank des geänderten US-Bezeichnungsverfahrens aus der P-86 die F-86. Die Indienststellung erfolgte 1949. Die deutsche Luftwaffe nutzte die North American F-86K Sabre als Tagjäger, Jagdbomber und Allwetterjäger. Bei dem hier abgebildeten Lizenzbau CANADAIR CL-13B SABRE MK.6 handelt es sich um ein Trainingsflugzeug, das ein Geschenk Kanadas zur Ausbildung deutscher Piloten nach dem Zweiten Weltkrieg war. Als erstes von drei Jagdgeschwadern erhielt das JG-71 „Richthofen“ die Sabre und gab sie 1964 auch als letztes ab.

Technische Daten:

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F-86A Sabre

F-86D Sabre

F-86H Sabre

F-86K Sabre

Canadair CL-13A Sabre Mk.5

CANADAIR CL-13B SABRE MK.6

Besatzung

1

1

1

1

1

1

Länge

11,43 m

12,31 m

11,82 m

12,50 m

11,40 m

11,40 m

Spannweite

11,31 m

11,31 m

11,92 m

11,90 m

11,30 m

11,30 m

Höhe

4,51 m

4,57 m

4,57 m

4,60 m

4,50 m

4,50 m

Leergewicht

4.760 kg

6.321 kg

6.276 kg

6.447 kg

5.155 kg

5.155 kg

Maximales Startgewicht

7.419 kg

9.050 kg

9.890 kg

9.276 kg

8.170 kg

8.170 kg

Max. Geschwindigkeit

1.103 km/h

1.138 km/h

1.114 km/h

1.112 km/h

1.030 km/h

1.130 km/h

Max. Reichweite

1.932 km

1.364 km

1.690 km

1.190 km

1.960 km

1.960 km

Dienstgipfelhöhe

14.900 m

16.640 m

15.120 m

15.000 m

14.400 m

14.400 m

Steigleistung

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3.655 m/min

2.290 m/min

2.290 m/min

Antrieb

GE J47-GE-13

GE J47-GE-17

GE J73-GE-3D

GE J 47-GE-17B

AVRO Orenda 10

AVRO-Orenda 14

Schub

23,1 kN

25,8/33,9 kN

40,4 kN

33,4 kN

21,1 kN

33,1 kN

Bordbewaffnung

6 x 12,7-mm Maschinengewehre

24 x ungelenkte 7-cm-Raketen

4 x 20-mm Maschinenkanonen
1.234 kg Außenlasten

4 Kanonen GE M24 A1 (20mm)

6 MG Colt Browning M3 (12,7 mm), 16 Luft-Boden-Raketen oder 1.800 kg

6 MG Colt Browning M3 (12,7 mm), 16 Luft-Boden-Raketen oder 1.800 kg

Technische Kurzbeschreibung:

  • Rumpf: Ganzmetall-Sektionsbauweise - ovaler Querschnitt - Lufteintritt im Bug - aufgesetzte Kabine
  • Tragwerk: Mitteldecker in Ganzmetallbauweise mit gepfeilten Flügeln - Vorflügel - zwei Holme - Zusatzbehälter unter den Flügeln
  • Leitwerk: gepfeilte Normalbauweise
  • Fahrwerk: einziehbar; steuerbares Bugrad

Ausgehend von der Idee eines Strahljäger für die US-Marine bot North American den Luftstreitkräften 1944 einen abgewandelten Entwurf an. Ursprünglich mit geraden Tragflächen gedacht, änderte man nach dem 2. Weltkrieg auf Grundlage deutscher Erkenntnisse den Entwurf in ein Jagdflugzeug mit Pfeilflügeln. So wurde unter anderem das Tragflächenprofil der Messerschmitt Me 262 verwendet.

Am 1. Oktober 1947 flog der erste von zwei Prototypen mit der Bezeichnung XF-86. Im Sturzflug überschritt das Muster am 25. April 1948 die Schallmauer. 1949 begann die Serienproduktion. Danach blieb die Sabre über zwanzig Jahre bei zahlreichen Luftstreitkräften auf allen fünf Kontinenten im Dienst. Mit diesem Jagdflugzeug gelang North American das große Geschäft, denn die F-86 wurde in großen Stückzahlen in den USA sowie bei ausländischen Lizenznehmern gebaut. Die Indienstellung bei der USAF begann 1949.

Im Koreakrieg von 1950-1953 wurde deutlich, dass sich die Maschine technisch auf dem gleichen Stand befand, wie die russische MiG-15. Während des Korea-Kriegs erwies sich allerdings die MG-Bewaffnung der F-84 den Kanonen der MiG-15 unterlegen. Die schwere F-86 war der sowjetischen Maschine außerdem hinsichtlich Gipfelhöhe und Kurvenflugfähigkeit nicht gewachsen. Für den Ausgang der Luftkämpfe in Korea war die bessere Ausbildung der F-86 Piloten von Bedeutung. Am 17. Dezember 1950 schoss der US-Pilot Lt. Col. Bruce Hinton mit seiner F-86 erstmals eine nordkoreanische MiG-15 ab. Später erhielt der Jäger ein stärkeres Triebwerk und bessere Waffen. Bis Ende der Feindseligkeiten wurden 792 MiG-15 abgeschossen, mit einem Abschußverhältnis von 8:1 zu Gunsten der USA.

In der Folge des Koreakrieges wurde die F-86 zum Standardjäger der westlichen Welt. Obwohl der Typ ursprünglich als Tagjäger konzipiert wurde, entwickelte North American auch einen mit Radar ausgerüsteten Allwetterjäger, der in der US-amerikanischen Version mit Luft-Luft-Raketen für das Abfangen sowjetischer Atombomber bewaffnet war.

Kanada begann 1950 mit dem Lizenzbau. 1953 flog das erste Muster mit einem Orendatriebwerk. Für die Verwendung bei den Nato-Luftstreitkräften wurde in den USA die F-86 D modifiziert. Die neue F-86 K erhielt anstelle der Raketenbewaffnung 4 Bordkanonen und einen einfacheren Waffenrechner. Zwei Jahre später lief die Produktion an. Die deutsche Luftwaffe nutzte die F-86 als Tagjäger, Jagdbomber und Allwetterjäger.

Die Bundeswehr bestellte 225 kanadische Sabre Mk.6 und erhielt 75 Sabre Mk.5 als Geschenk zur Waffenschulung. Mitte der 1960er Jahre entsprach das Waffensystem nicht mehr den Anforderungen. Ab 1964 trat die Lockheed F-104 Starfighter schrittweise an die Stelle des Musters.

Avro Canada Orenda 14: Strahltriebwerk der Sabre Mk.6 mit Axialverdichter von 1954

Canadair produzierte sechs Versionen des CL-13 Sabre. Die Sabre Mk.1 und Mk.2 war im Wesentlichen der gleiche wie der nordamerikanische Sabre F-86A. Sie hatten einen General Electric J47-GE-13- Turbostrahl mit einem Schub von 23 kN (5.200 lbf). Die Sabre Mk 3 war der erste der kanadischen Sabres, die den Avro Canada Orenda Turbojet (Orenda 3 mit 27 kN Schub) verwendete. Der Sabre Mk.4 behielt den General Electric-Motor bei und war für die RAF bestimmt und wurde später an andere Luftstreitkräfte in Übersee weitergegeben. Der Sabre Mk.5 war die nächste Serienversion, die mit einem Orenda 10 mit 29 kN Schub ausgestattet war. Ein Wechsel zum Orenda 14 mit 33 kN (7.440 lbf) trieb den Sabre Mk.6 an.

Die Orenda-Gasturbinen-Triebwerke waren in den kanadischen Sabre III, V und Sabre VI und in der CF-100 Canuck eingebaut. Die „Sabre" war in den 1950er Jahren das Standardjagdflugzeug der U.S. Air Force. Sie kam in vielen NATO-Staaten zum Einsatz. Es wurden ca. 6000 F-86 in fünf Ländern produziert. Ausgehend von einem Strahljäger für die US-Marine bot North American den Luftstreitkräften 1944 einen abgewandelten Entwurf an. Die F-86 war nicht als Überschallflugzeug konzipiert. 1947 flog der erste Prototyp. Zwei Jahre später begann die Serienproduktion. Danach blieb die Sabre über zwanzig Jahre bei zahlreichen Luftstreitkräften auf allen fünf Kontinenten im Dienst.

Im Koreakrieg (1950-1953) wurde deutlich, dass sich die Maschine technisch auf dem gleichen Stand befand wie die MiG15. Ausgehend von den Kriegserfahrungen in Korea erhielt der Jäger ein stärkeres Triebwerk und bessere Waffen.

Kanada begann 1950 mit dem Lizenzbau. 1953 flog das erste Muster mit einem Orenda-Triebwerk. Die Bundeswehr bestellte 225 Sabre CL-13B Mk. 6 und erhielt 75 Sabre Mk. 5 als Geschenk zur Waffenschulung. Diese begann im Oktober 1957 an der Waffenschule 10 in Oldenburg. Als erstes von drei Jagdgeschwadern erhielt das JG-71 „Richthofen" die Sabre und gab sie 1964 auch als letztes ab.

Technische Daten:

  • Baumuster = Turbojet mit Axialverdichter
  • Hersteller = Orenda Engines Limited Malton, Ontario
  • Baujahr = 1954
  • Verdichter = 14 stufiger Axialverdichter
  • Brennkammer = 6 Einzelbrennkammern
  • Turbine = Axial, 2 stufig gekühlt
  • Schubsystem = starre Schubdüse, ohne Nachbrenner
  • Anlasser = Anlasser-Generator
  • Regelsystem = hydro-mechanisch mit 2 Tauchkolbenpumpen, Kraftstoffmengenregelung
  • Arbeitshöhe / Flughöhe = 16760 m
  • Gewicht = 1100 kg
  • Startschub = 32,361 kN
  • Drehzahl = 7 800 U/min
  • Spez. Kraftstoff-Verbrauch = 1 800 kg/h
  • Maximale Abgastemperatur = 720 °C

 

Copyright © Flugzeuglexikon von Wolfgang Bredow

 

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