Imperial War Museum Duxford

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Vickers Varsity T1: Das Flugzeug ist eine militärische Version des Verkehrsflugzeugs Vickers Viking

Die Vickers Varsity war ein britischer zweimotoriger Trainer, der 25 Jahre lang von der Royal Air Force seit 1951 betrieben wurde. Die Varsity wurde von Vickers entwickelt und basiert auf  der Vickers Viking und Valetta, um die Spezifikation T.13 / 48 des Luftfahrtministeriums für ein zweimotoriges Trainingsflugzeug zu erfüllen, das die Wellington T10 und die Valetta T3 und T4 ersetzt. Die Hauptunterschiede waren die Flügel mit größerer Spannweite, der längere Rumpf und das Dreiradfahrwerk. Es gab auch eine vertikale Wanne unter dem Rumpf, in der ein angehender Bombenschütze in Bauchlage liegen konnte, und ein kleiner Bombenschacht mit einer Kapazität für 24 x 25 Pfund Bomben.

Die Vickers Varsity T1 ist ein Flugzeug des britischen Herstellers Vickers und eine Militärvariante des Verkehrsflugzeuges Vickers Viking. Militärische Versionen mit stärkeren Triebwerken erhielten die Bezeichnung „Valetta", ein Navigationstrainer der britischen Luftstreitkräfte die Bezeichnung „Varsity". Dieser besaß außer den stärkeren Triebwerken ein Bugradfahrwerk.

Die hier abgebildete Version Vickers Varsity T Mk.1 diente in der RAF ab 1949 bis in die 1970er Jahre u.a. als Transport- und Schulungsflugzeug. Bis 1954 wurden 160 Stück gebaut. Seine große Nutzlastkapazität, die Reichweite, die voluminöse Kabine und die generelle Unauffälligkeit legten eine Modifizierung für Fernmelde- und elektronische Aufklärungszwecke nahe. Als Vermessungsflugzeug getarnt, sollte diese Maschine beim “Signals Command” eingesetzt werden.

Die schwedischen Luftstreitkräfte verwendeten die Varsity in einer ähnlichen Rolle. Anscheinend hat man nur eine Maschine entsprechend modifiziert, die an ihrem Unterrumpfradom und mehreren Stabantennen auf dem Rumpfrücken klar zu erkennen war.

Technische Daten:

Antrieb

2 x Bristol Hercules 264

Höhe

7,29 m

Leistung

je 1.977 PS

Startgewicht

17.000 kg

Art

14-Zylinder, Doppel-Sternmotore

max. Geschwindigkeit

465 km/h

Spannweite

29,16 m

Reichweite

4.260 km

Länge

20,57 m

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Entstehung der Grundversion Vickers Viking:

Die Vickers Viking als erstes britisches Nachkriegsverkehrsflugzeug war als Ersatz für die DC-3 von Douglas (USA) gedacht. Sie wurde 1944 aus dem Bombenflugzeug „Wellington" abgeleitet, von dem die stoffbespannten Außenflügel, die Triebwerkgondeln und das Fahrwerk fast unverändert übernommen wurden. Der Prototyp VC-1, noch ohne Druckkabine, flog erstmalig am 22. Juni 1945. Die „Viking I A" hatte noch stoffbespannte Tragflächenl und Ruder. Von ihr wurden 19 Stück gebaut. Bei der „Viking l" waren die Tragflügel in Ganzmetallbauweise hergestellt worden. Von ihr wurden 31 Stück gebaut. Die „Viking 1 B" erhielt durch Ausbau der Bugnase einen um 70 cm längeren Rumpf. Bis 1947 verdrängten Maschinen dieses Typs die Douglas DC-3 von zahlreichen westeuropäischen Strecken. Von ihr wurden ca. 115 Stück gebaut. Militärische Versionen mit stärkeren Triebwerken erhielten die Bezeichnung „Valetta", ein Navigationstrainer der britischen Luftstreitkräfte die Bezeichnung „Varsity" .Insgesamt wurden 166 Flugzeuge dieses Musters gebaut.

Doppelsternmotor Bristol Hercules mit 14 Zylindern:

Der Bristol Hercules war ein ab 1936 entwickelter Doppelsternmotor mit 14 Zylindern und Schiebersteuerung der Bristol Engine Company. Vom Flugmotor wurde insgesamt 57.400 Stück gebaut und im Zweiten Weltkrieg in vielen britischen Flugzeugen verwendet.

Die sieben Zylinder der hinteren Sternebene des luftgekühlten Doppelsternmotors waren versetzt angeordnet, so dass sie zwischen den sieben Zylindern des vorderen Sterns hervorschauten. Dadurch erreichte auch sie ein ausreichender Kühlluftstrom. Der Bristol Hercules hatte eine ventillose Schiebersteuerung nach Burt-McCollum. Dadurch ließen sich höhere Verdichtungsverhältnisse realisieren, der mechanische Wirkungsgrad stieg gegenüber einer Ventilsteuerung, die Kolbentemperatur lag niedriger als bei Zweiventilmotoren und es konnten höhere Drehzahlen erreicht werden, was der Leistung des Motors erhöhte. Einziger Nachteil dieser Bauart war der deutlich höhere Konstruktions- und Fertigungsaufwand.

Technische Daten des Hercules VI Doppelsternmotors:

    Typ: 14-zylindriger Viertakt-Doppelsternmotor mit Luftkühlung
    Ventilsteuerung: „Burt-McCollum“-Schiebersteuerung mit drei Einlass- und zwei Auslasskanälen
    Bohrung: 146 mm (5,75 in)
    Hub: 165 mm (6,5 in)
    Hubraum: 38,67 Liter (2.360 cui.)
    Kompression: 7,0 : 1
    Leistung: 1650 PS (1213 kW) bei 2800/min
    spez. Leistung: 42,7 PS/l (31,4 kW/l)
    Masse: 765 kg
    Leistungsgewicht: 0,464 kg/PS (0,631 kg/kW)

 

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