Imperial War Museum Duxford

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Royal Aircraft Factory B.E.2c: britischer Doppeldecker, der bei der Royal Aircraft Factory entworfen und entwickelt wurde

Royal Aircraft Factory B.E.2c

Die Royal Aircraft Factory B.E.2 war ein britischer einmotoriger zweisitziger Doppeldecker, der bei der Royal Aircraft Factory entworfen und entwickelt wurde. Die B.E.2 wurde von Geoffrey de Havilland als Weiterentwicklung der RAF BE.1 mit einem stärkeren Motor gebaut und flog im Februar 1912 das erste Mal. Die meisten Flugzeuge wurden zunächst im Auftrag verschiedener privater Unternehmen gebaut, sowohl etablierter Flugzeughersteller als auch Firmen, die zuvor keine Flugzeuge gebaut hatten. Frühe Versionen der Royal Aircraft Factory  B.E.2 wurden aber auch schon 1912 beim den Royal Flying Corps in den Geschwaderdienst aufgenommen und waren somit die ersten Militärflugzeuge, die von Großbritannien genutzt wurden. Nach dem Produktionsbeginn in 1912/13 wurde das Grundmuster rasch zur B.E.2a weiterentwickelt, die dann auch nach dem Beginn des Krieges als erstes britisches Flugzeug in Frankreich zum Einsatz kam. Ihr folgte die B.E.2b, mit der bei der B.E.2 Querruder eingeführt wurden. Die nächste Serie war die hier abgebildete B.E.2c, die den stärkeren luftgekühlen V8-Motor des Typs "RAF-1a" mit 90 PS trug und in größerer Stückzahl auch erstmals eine Bewaffnung trug.

Der Typ diente während des Ersten Weltkriegs weiter, galt aber schon zu diesem Zeitpunkt als veraltet. Die größte Schwäche dieses Flugzeuges war, dass es in einer Zeit gebaut wurde, in der der Wert der Stabilität eines Flugzeuges in der Luft sehr hoch bewertet wurde, weshalb die B.E.2 nur eine geringe Manövrierfähigkeit besaß, was zu erhöhten Verlusten in der als Fokker-Syndrom bekannten Zeit führte.

Die Royal Aircraft Factory B.E.2 wurde ursprünglich als Aufklärungsflugzeug an vorderster Front und als leichter Bomber eingesetzt. Von 1917 an wurde die B.E.2 wegen der Schwächen meist von der Front ferngehalten, jedoch weiterhin zur U-Boot-Sichtung, Luftschiffabwehr und als Ausbildungsflugzeug eingesetzt. Aufgrund ihrer Rolle als Luftschiff-Abfangjäger kam die B.E.2 dann auch zu Ruhm. In der Nacht vom August 1916 schoss eine B.E.2 das erste deutsche Luftschiff (Typ Schütte-Lanz) über Großbritannien ab.

Etwa 3500 B.E.2 wurden von mehr als 20 verschiedenen Herstellern produziert und waren die Basis einer Abfangjäger-Version, die jedoch ohne nennenswerten Erfolg blieb. Eine kleine Anzahl von Flugzeugen wird heute in Museen überall auf der Welt aufbewahrt.

Technische Daten:

Hersteller

Royal Aircraft Factory, Vickers, Bristol u.a.

Konstrukteur

Geoffrey de Havilland

Besatzung

2

Länge

8,31 m

Spannweite

11,28 m

Höhe

3,39 m

Flügelfläche

34,50 m²

Leermasse

621 kg

Startmasse

1.066 kg

Triebwerk

1 x r R.A.F.-1a

Art

luftgekühlter V8-Motor

Leistung

90 PS

Propeller

4-Blatt, fest

Höchstgeschwindigkeit

116 km/h in Bodennähe

Gipfelhöhe

3.000 m (in 6,5 Minuten)

Reichweite

320 km

Flugdauer

3:15 h

Bewaffnung

2 Lewis-MG, 7,7 mm + 100 kg Bomben

 

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