Imperial War Museum Duxford

- Das größte Luftfahrtmuseum in Europa -

 

North American P-51D Mustang: Die P-51D mit dem Beinamen "Ferocious Frankie" (= wilde Frankie) schoss im Zweiten Weltkrieg 8 feindliche Flugzeuge ab

Die P-51 Mustang ist ein einmotoriges Kampfflugzeug, das ursprünglich von North American Aviation für die britische Royal Air Force (RAF) entwickelt und hergestellt wurde und später von den US Army Air Forces (USAAF) übernommen wurde. Die P-51 gilt weithin als der beste Allround-Jäger mit Kolbenmotor des Zweiten Weltkriegs, der in bedeutenden Stückzahlen hergestellt wurde. Die P-51 Mustang wurde in 117 Tagen von North American Aviation (NAA) als Reaktion auf eine Anforderung der British Purchasing Commission entwickelt und hergestellt.

Der Mustang flog erstmals im Oktober 1940, ging im Mai 1941 in Produktion und begann im April 1942 mit der RAF in die Kämpfe einzusteigen. Das Interessanteste an der P-51 Mustang war, dass der Flugzeugdesigner ein deutscher Einwanderer war, Edgar Schmued.

Edgar O. (Ed) Schmued (* 30. Dezember 1899 in Hornbach, Deutschland - † 1. Juni 1985 in Oceanside, Kalifornien) war ein deutsch-amerikanischer Flugzeugkonstrukteur, der für das Design der Jagdflugzeuge North American P-51 Mustang und North American F-86 Sabre für den Hersteller North American Aviation berühmt war.

Allison Motore wurden in der ersten Produktion von Mustang verwendet. Obwohl Allison-Motore in niedrigeren Lagen ausgezeichnete Leistung erbrachten, waren sie in großer Höhe stark eingeschränkt. In der Zwischenzeit hatten die Briten mit

Mustangs experimentiert, die mit dem leistungsstarken Rolls-Royce Merlin-Motor ausgestattet waren, und sie stellten fest, dass der effiziente mechanische Kompressor des Merlin-Motore dem Jäger eine hervorragende Leistung in großer Höhe verlieh. Der von Packard in Amerika unter Lizenz hergestellte Motor ist der "Packard Merlin V-1650", der mit einem 12 Zylinder, flüssigkeitsgekühlten V-Kolbenmotor 1.700 PS leistet.

Die P-51D Mustang ist die am weitesten verbreitete Version des Flugzeugherstellers North American. Sie verfügt über einen Hamilton Standard 24D50 Propeller und ein Plexiglas-Blasendach für Rundumsicht. Ungefähr 10.000 Sück dieser Tiefdeckerflugzeuge mit laminarer Strömung (keine sichtbaren Turbulenzen / Verwirbelungen) wurden hergestellt. Derzeit sind nur noch 90 Mustangs flugfähig. (Stand: 2020)

Die P-51D mit dem Beinamen "Ferocious Frankie" (= wilde Frankie) hat im Zweiten Weltkrieg gekämpft und war das zweite Flugzeug bei den Reno Air Races (ohne Modifikation). Auf der linken Seite des Baldachins befinden sich 8 Nazi-Hakenkreuze, die die Anzahl der feindlichen Flugzeuge darstellen, die Ferocious Frankie im Zweiten Weltkrieg abgeschossen hat. Von den 1980er Jahren bis heute war sie in den fünf Hollywood-Blockbustern zu sehen, darunter "Empire of the Sun", "Hart's War", "Memphis Belle", "Saving Private Ryan" und "Fury".

Mit all diesen Eigenschaften hält Ferocious Frankie einen beneidenswerten Platz in der Geschichte der Luftfahrt. Das Flugzeug erhielt seinen berühmten Namen von der Frau ihres Piloten, Frankie. Der Pilot nannte es Ferocious Frankie, da es so wild war, wie seine Frau.

Technische Daten:  P-51D Mustang

Besatzung

1

Nutzung

Abfangjäger und

.

Langstrecken-Begleitjäger der Bomberverbände

Länge

9,82 m

Spannweite

11,28 m

Höhe

4,15 m

Flügelfläche

25,30 m²

Antrieb

Rolls-Royce

     alternativ

Packard-Merlin V-1650-7

Art

12-Zylinder-V-Motor

Leistung

ca. 1.700 PS

Höchstgeschwindigkeit

700 km/h auf 7.650 m

Reisegeschwindigkeit

525 km/h auf 3.050 m

Größte Reichweite

3.307 km (mit Abwurftank)

Dienstgipfelhöhe

12.500 m

Leergewicht

3.450 kg

Fluggewicht

5.260 kg

Bewaffnung

6 x 0.50 Browning MG53-2

.

bis zu 900 kg-Bomben

.

oder zehn 12,7 cm Raketen

Technische Kurzbeschreibung:

  • Rumpf: Ganzmetall-Schalenbauweise; geschlossenes Cockpit.
  • Tragwerk: freitragender Tiefdecker in Ganzmetallbauweise; Laminarprofil.
  • Leitwerk: freitragende Normalbauweise in Ganzmetall.
  • Fahrwerk: einziehbar mit steuerbarem und einziehbarem Spornrad.

Einsätze der P-51 Mustang:

Die Bomber der alliierten Streitkräfte flogen am Anfang des Zweiten Weltkrieges ohne Begleitschutz, weil die Jagdflugzeuge Englands und der USA wegen ihrer eingeschränkten Reichweite nicht in der Lage waren, Begleitschutz zu realisieren. Später wurden z.T. Jäger “huckepack” von den großen Bombern mitgeführt und erst über dem Einsatzgebiet zum Schutz der Bomber ausgeklinkt, da ihr Tankvorrat nur für eine Strecke ausreichte. Dies änderte sich erst durch den Einsatz der P-51 Mustang (und der Spitfire u.a.).

Bis Ende 1944 hatte die P-51 Mustang der deutschen Jagdwaffe bereits schwere Verluste zugefügt und so den Kampf um die Lufthoheit über dem Deutschen Reich zugunsten der Alliierten entschieden. Die Bedeutung der P-51 für die US-Amerikanische Luftoffensive in Europa kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Von Ende 1943 an wurde sie in allen Flughöhen gefürchtet und begleitete immer größere Bomberströme zu ihren Zielen in Deutschland.

Ohne dieses Jagdflugzeug wären die Amerikaner mit ihren Angriffen schnell am Ende gewesen. Die Bomberpulks (“Fiegende Festungen” B-17 u.a.) waren ohne Begleitschutz den deutschen Jägern nicht gewachsen. Die Mustangs dienten in Europa primär dem Begleitschutz der Bomber bei Tagesangriffen, sie griffen aber auch Eisenbahntransporte und Flugplätze am Boden an, zerstörten gezielt Stellungen an vorderster Front im Tiefflug und störten den Nachschub der Deutschen insgesamt maßgeblich.

Am Ende es Krieges benötigten die Bomber kaum noch Begleitschutz, weil die deutsche Abwehr keine funktionstüchtigen Flugzeuge mehr hatte. Die Flugabwehr konzentrierte sich daher in Deutschland auf Flak-Stellungen. Diese waren aber nicht sehr effektiv, weil die Bomber in sehr großer Höhe flogen.

Im 2. Weltkrieg wurde die Mustang in Europa fast ausschließlich als Jäger, Jagdbomber und Aufklärer, die A-36 auch als Sturzkampfflugzeug eingesetzt.

Auch für die Bombenangriffe der Boeing B-29 auf Japan wurden Mustangs als Begleitjäger eingesetzt, allerdings in geringerer Zahl als über Deutschland. Die Einsätze dort waren noch länger. Gegenüber den in den üblichen großen Einsatzhöhen erheblich leistungsschwächeren japanischen Jagdflugzeugen verfügte die Mustang über eine erdrückende technische Überlegenheit.

Mit Einführung des neues Klassifizierungssystems der 1947 als unabhängige Teilstreitkraft aus der USAAF entstandenen US Air Force wurde die P-51 in F-51 umbenannt.

Für den Koreakrieg wurde die F-51 reaktiviert, weil sie als einziges Propellerflugzeug sofort und in großen Stückzahlen zur Verfügung stand. In Japan hatte die USAF noch mehr als hundert F-51 "auf Halde". Eingesetzt wurde die Mustang in Korea zur Erdkampfunterstützung mit Bordwaffen, Napalm, Bomben und Raketen. Allerdings erlitten die Mustangs sehr hohe Verluste durch Flakfeuer und durch erste Aufkommen der legendären MiG-15 und MiG-17 der UdSSR.

Ähnliche Erfahrungen musste auch die israelische Luftwaffe mit ihren Mustangs 1956 im Sinai während der Suezkrise machen, als sie innerhalb einer Woche sechzehn Maschinen verlor.

Für den Einsatz im Vietnamkrieg wurden von der Firma Cavalier Aircraft Corporation verschiedene Vorschläge für Jagdbomber mit Kolbenmotoren oder Propellerturbinen-Antrieb gemacht, die die USAF aber nicht mehr aufgriff. Eine Propellermaschine war nach Ansicht des Militärs nicht mehr als Kampfflugzeug geeignet.

Trotzdem war die Mustang in zahllosen, vor allem lateinamerikanischen Ländern teilweise bis in die 80er Jahre eingesetzt. So wurden die letzten Mustangs 1982 in der Dominikanischen Republik ausrangiert. Sie waren 1960 ursprünglich an die Exilkubaner geliefert worden, aber in der Schweinebucht nicht eingesetzt worden.

Insgesamt wurden über 15.000 Stück gebaut, die - wie zuvor beschrieben - noch lange nach dem Krieg im Einsatz waren. Einige fliegen heute noch, insbesondere in den USA.

 

Copyright © Flugzeuglexikon von Wolfgang Bredow

 

Werbefläche