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Junkers JU 52/3m “Berlin-Tempelhof”: Die dreimotorige Junkers Ju 52 ist eines der berühmtesten Flugzeuge, die je gebaut wurden

Die Junkers Ju 52 ist ein Flugzeugtyp der Junkers Flugzeugwerk AG, Dessau. Das heute als Ju 52 bekannte Flugzeug ist die dreimotorige Ausführung Junkers Ju 52/3m aus dem Jahr 1932, die aus dem einmotorigen Modell Ju 52/1m hervorging. Sie wurde aufgrund ihrer Zuverlässigkeit schnell zum Standardflugzeug in der noch jungen Verkehrsluftfahrt und flog bald bei mehr als 30 Luftverkehrsgesellschaften in 25 Ländern. Später diente sie bei der Luftwaffe insbesondere als Transportflugzeug, aber auch zum Teil als Behelfsbomber.

Charakteristische Konstruktionsmerkmale dieser Maschine sind die Wellblechbeplankung (wie bei vielen Junkers-Flugzeugen) und die drei Motoren. Die Ju-52 überzeugte besonders wegen ihrer niedrigen Landegeschwindigkeit und der Fähigkeit, auf unbefestigten Pisten landen zu können. Bei der Konstruktion wurde großer Wert auf einen geringen Wartungsaufwand gelegt.

Die abgebildete Junkers Ju 52/3m mit der Kennung D-CDLH gehört zu den letzten drei flugfähigen Flugzeugen diese Typs. Sie war bis zu ihrer Stilllegung die letzte noch im kommerziellen Luftverkehr zugelassene, flugfähige Junkers Ju52/3m. Sie gehörte der Deutsche Lufthansa Berlin-Stiftung (DLBS), die auf dem zwischenzeitlich stillgelegten Flugplatz Tempelhof u.a. Rundflüge über Berlin anbot. Die weltweit bekannte Junkers Ju 52 der Deutschen Lufthansa Berlin Stiftung wird zukünftig im Quax-Hangar in Paderborn ausgestellt, einem Verrein, der sich mit der Förderung von historischem Fluggerät beschäftigt. (Stand: 2020)

Die Ju 52 der Deutsche Lufthansa Berlin-Stiftung erlebte 1936 nach ihrer Fertigung in den Junkers-Werken in Dessau ihren Jungfernflug. Zunächst bei der Lufthansa eingesetzt, verbrachte sie danach fast 20 Jahre abwechselnd in Deutschland und Norwegen. 1955 sollte sie in Norwegen außer Dienst gestellt werden. Danach wurde sie nach Südamerika verkauft und flog von 1957 bis 1963 in Ecuador. Dann drohte das endgültige Aus. Am Rande des Flughafens von Quito geriet sie in Vergessenheit, bis ein amerikanischer Flugenthusiast sie 1969 kaufte. Später war die „Tante Ju“  auf Flugschauen quer durch die USA zu bewundern, bevor die Lufthansa sie 1984 erwarb und unter großem Aufwand restaurierte.

Technische Daten:

Flugzeugname

Ju 52 (Land)

Spannweite

29,25 m

Länge

18,90 m

Höhe (Heck)

4,50 m

Flügelfläche

110,50 m²

Flächenbelastung

95 kg/m²

Flügelstreckung

7,7 : 1

Max. Startgewicht

10.500 kg

Max. Landegewicht

6.665 kg

Max. Zuladung

3.835 kg

Höchstgeschwindigkeit

ca. 300 km/h

Reisegeschwindigkeit

250 km/h

Landegeschwindigkeit

100 km/h

Startrollstrecke

ca. 500 m

Landerollstrecke

ca. 350 m

Max. Steigleistung

4 m/sec.

Max. Flughöhe

5.800 m

Max. Reichweite

1.300 km

Max. Passagiere

17

Besatzung

3

Triebwerke

BMW 132A (9-Zyl.-Sternmotor)

alternatives Triebwerk

BMW 132L (9-Zyl.-Sternmotor)

aktuelles Triebwerk

Pratt & Whitney PW 1340 S1 H1G

Triebwerksanzahl

3

Leistung

je 660 PS

Propellerblätter

3

Technische Kurzbeschreibung:

  • Rumpf: Ganzmetallkonstruktion mit tragender Wellblechbeplankung und rechteckigem Querschnitt. Die Kabine hat 19 m³.
  • Tragfläche: freitragender Tiefdecker in Ganzmetallbauweise mit 3-teiligen Flügeln (hinten 2-teilige Doppelflügel, innen als Landeklappen, außen als Querruder) und mit Holmgerüst aus acht Leichtmetallrohren mit Diagonalstreben. Tragende Leichtmetall-Wellblechbeplankung.
  • Leitwerk: abgestrebte Normalbauweise in Ganzmetall, die aerodynamisch geformt ist.
  • Fahrwerk: festes Fahrwerk mit pneumatischen Bremsen und lenkbarem Spornrad hinten.

Den Spitznamen “Tante” hat die Junker JU 52 / 3m weg, weil sie so gutmütig zu fliegen war. In Deutschland wurden während der Produktionszeit fast 5.000 Ju 52/3m gebaut, davon zwei Drittel während des 2. Weltkrieges für verschiedene Transportaufgaben der Deutschen Luftwaffe. Es gab viele Versionen, wie die Ju 52 Land, Ju 52 Wasser, Ju 52/3m und Ju 52/3mg4e (Behelfsbomber). Alle aber hatten die gleiche Zelle. Die Unterschiede bestanden fast ausschließlich in verschiedenen Triebwerkstypen. Neben den BMW-Motoren wurde auch der Junkersreihenmotor Jumo 5 bei einigen Maschinen verwendet. Die charakteristische Wellblechbeplankung war in den 20er und 30er Jahren ein typisches Merkmal der Junkersflugzeuge und verlieh ihnen selbsttragende Festigkeit. Anderes Erkennungsmerkmal der Ju 52/3m waren die für damalige Verhältnisse fortschrittlichen Junkers-Doppelflügel (zweiteilig, innen als Landehilfe, außen als Querruder), die u.a. der Auftriebserhöhung bei Starts und Landungen dienten. Außerdem wurde eine Warmluftenteisung an der Flügelnase eingebaut. Die Kraftstofftanks in den Flügeln wurden elastisch aufgehängt, so dass auch beim Fahrwerksbruch keine Gefahr der Tankverletzung und somit eines Brandes entstand. Das Flugzeug wurde mit festem Fahrwerk geliefert. Es gab auch Versionen mit Schwimmern und einige Maschinen wurden mit Schneekufen ausgerüstet.

Als Militärflugzeug spielte die Ju-52/3m schon vor dem zweiten Weltkrieg eine Rolle. Sie diente der "Legion Condor" im spanischen Bürgerkrieg als Behelfs-Kampfflugzeug für den Nachteinsatz. Dafür erhielt sie MG-Ständer an verschiedenen Stellen des Rumpfes und der Flügel. An Bomben konnten ca. 1.500 kg mitgeführt werden. Ab 1939 hatte die Ju 52 auch Einsätze an allen Fronten des Weltkriegs zu leisten. Als Bomber wenig geeignet, wurde sie zum Standard-Truppentransporter der Achsenmächte.

Im zweiten Jahrzehnt des Luftverkehrs wurde die in über 5000 Exemplaren gebaute Ju-52/3m ein Standardflugzeug der Verkehrsluftfahrt. Die Maschine flog in 25 Ländern bei 30 Luftverkehrsgesellschaften auf allen Erdteilen.

Nach Kriegsende wurden in Frankreich und Spanien mehrere hundert Ju-52 produziert, in Spanien unter der Bezeichnung CASA 352-1. Einige Maschinen dieses Typs befanden sich noch Anfang 1970 im Einsatz, so im Dienst der schweizerischen Luftstreitkräfte. Heute werden in Europa einige Nostalgiemaschine für Rundflüge eingesetzt.

Junkers JU 52-3 - Cockpit
Junkers JU 52-3 - Cockpitdetail
Junkers JU 52-3 - Cockpitansicht
Junkers JU 52-3 - Passagierraum
Junkers JU 52-3 - Sternmotor
Junkers JU 52-3 - Streckennetz der Lifthansa

 

Copyright © Flugzeuglexikon von Wolfgang Bredow

 

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