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Fairchild-Republic A-10 Thunderbolt II (= Donnerkeil): seit 1975 das wichtigste Erdkampfflugzeug der US-Luftstreitkräfte

Fairchild Republic A-10 Thunderbolt II - Panzerabwehr

Die Fairchild-Republic A-10 Thunderbolt II (= Donnerkeil) wird von den Piloten auch Warthog (= Warzenschwein) genannt. Sie ist seit 1975 das wichtigste Erdkampfflugzeug der US-Luftstreitkräfte. Der einfach aufgebaute, effektive und robuste zweistrahlige Unterschall-Jet ist zum Einsatz gegen Bodenziele, vor allem zur Bekämpfung gepanzerter Fahrzeuge vorgesehen. Der einzige Stationierungsort einer A-10-Staffel in Deutschland ist Spangdahlem.

Fairchild Republic A-10 Thunderbolt II - US-Luftwaffe

Technische Daten:

Typ

Erdkampfflugzeug

Besatzung

1

Erstflug

1972

Triebwerke

.

Anzahl

2

Typ

Turbofan-Triebwerke

Hersteller

General Electric

Muster

TF34-GE-100

Leistung

2 x 40,3 kN (4.112 kg)

Gesamtleistung

80,6 kN (8.224 kg)

Flugleistung

.

Höchstgeschwindigkeit

700 km/h in Meereshöhe

Marschgeschwindigkeit

555 km/h in Meereshöhe

Steiggeschwindigkeit

30,5 m/s

Dienstgipfelhöhe

ca. 13.600 m

Einsatzradius

ca. 1.000 km

Überführungsreichweite

ca. 3.500 km (mit Tanks)

Massen

.

Leermasse

11.320 kg

maximale Startmasse

22.680 kg

Waffenlast

7.255 kg max.

max. Treibstoff

4.853 kg intern

.

2.410 kg extern

Abmessungen

.

Spannweite

17,53 m

Länge

16,26 m

Höhe

4,47 m

Flügelfläche

47 m²

Fairchild Republic A-10 Thunderbolt II - FlugDer Pilot wird durch eine 400 kg schwere Titan-Panzerung geschützt. Wichtige Strukturelemente sind redundant ausgelegt, um nach einem Beschuss den Weiterflug zu ermöglichen. Die Treibstofftanks sind selbstabdichtend und können bei Treffern nicht explodieren. Die hydraulische Steuerung ist zweifach ausgelegt und hat ein mechanisches Notfallsystem, welches bei Ausfall der Hydraulik die Steuerung ermöglicht. Die Triebwerke sind weit voneinander entfernt, um die Gefahr einer gleichzeitigen Zerstörung zu minimieren.

Die Wartung wird erleichtert, weil viele Teile beidseitig verwendet werden können. Der Treibstoffvorrat wird hauptsächlich im Rumpf transportiert, nur ein geringer Teil in den Tragflächen.

Eine Besonderheit hat das Fahrwerk: das Bugrad ist seitlich deutlich nach rechts versetzt, weil links im Bug die Bordkanone inklusive Munitionszufuhr installiert ist.

Die A-10 kann im Tiefflug unterhalb von 300 m Höhe auf Sichtweite operieren und ist besonders wendig. Der große Einsatzradius und die Kurzstart- und -landefähigkeiten erlauben Einsätze von provisorischen Stützpunkten in Frontnähe aus. Nachtsichtgeräte ermöglichen Missionen bei Dunkelheit.

Zur Verbesserung der Rundumsicht hat das Cockpit eine Vollsichthaube. Zur Avionik-Ausstattung gehören Kommunikationsgeräte, ein inertiales Navigationssystem, Feuerleitsysteme, Zielhilfen und Nachtsichtgeräte. Ein Head-Up-Display (HUD) zeigt dem Piloten Flug- und Navigationsdaten an. Das Computer-System berechnet fortwährend den Einschlagpunkt ballistischer Bomben und zeigt diese auf dem HUD an, um die Zielgenauigkeit zu erhöhen. Gegen Angriffe mit infrarot- oder radargelenkten Boden-Luft-Raketen hat die A-10 automatische Gegenmaßnahmen. Aktuell sind alle A-10 mit GPS nachgerüstet.

Fairchild Republic A-10 Thunderbolt II - Gattling-Kanone

General Electric GAU-8/A Avenger: 7-läufige Gattling-Kanone

Die GAU-8/A allein wiegt 281 kg. Das gesamte System aus Waffe, Munitionszuführungssystem und Munitionstrommel ist 6,4 m lang und wiegt voll geladen 1.830 kg. Die Munitionstrommel hat einen Durchmesser von 87,6 cm, eine Länge von 1.81,6 cm und eine Maximalkapazität von 1.350 Patronen max.

Bei der A-10 nimmt die GAU-8/A  rund ein Drittel der Rumpflänge ein und macht knapp ein Fünftel des Leergewichts des Flugzeuges aus. Da die Waffe mittig installiert ist, wurde ein seitliches Versetzen des Bugfahrwerksbeines notwendig.

Technische Daten:

Herstellerland

USA

Entwickler / Hersteller

Martin Marietta (General Electric)

Entwicklungsjahr

1970

Produktionsbeginn

1977

Typ

7-läufige Gatling-Kanone

Kaliber

30 mm

Kadenz

3.900 Schuss/Minute max. (= 65 Schuss pro Sekunde !)

Mündungsgeschwindigkeit

1.067 m/s (983 m/s bei API-PGU-14/B-Munition)

Munitionsvorrat

1.350 Patronen in Munitionstrommel

Munition

API (Aerojet) 748 g, API (Honeywell) 717 g, TP PGU-15/B 694 g, HEI PGU-13/B 662 g

Waffengewicht

281,2 kg

Gewicht der Munition

936,9 kg

Gesamtgewicht

1.830 kg

Gesamtlänge

6.400 mm (mit Munitionstrommel)

Waffenlänge

2.900 mm

Rohrlänge

2.229 mm

Munitionstrommel

876 mm Durchmesser, 1816 mm lang

Durchmesser des Rohrbündels

356 mm

Durchschlagskraft

69 mm auf 500 m; 38 mm auf 1000 m

Rückstoßkraft

ca. 44,5 kN bei Dauerfeuer mit 4200 Schuss/min max.

Fairchild-Republic A-10 -Cockpit

Geschichte:

Nach positiven Erfahrungen mit der Rockwell OV-10 begann man mit der Entwicklung eines speziellen Flugzeugs zur Panzerbekämpfung. Die erste A-10 A wurden im Oktober 1975 geliefert. In den 1980er Jahren sahen die Einsatztaktiken vor, dass die A-10 im Falle eines sowjetischen Angriffs auf Westdeutschland die feindlichen Panzerdivisionen stören sollten.

Während der Operation Wüstensturm 1991 im Irak erwies sich die A-10 als ausgesprochen zuverlässig. Sie flogen dort 8.100 Einsätze und zerstörten über 1.000 Panzer, 2.000 Militärfahrzeuge und 1.200 Artilleriegeschütze. Lediglich 5 Maschinen gingen verloren, weit weniger als die Militärplaner erwartet hatten.

1999 flogen die Flugzeuge Einsätze über dem Kosovo. Während der amerikanischen Invasion in Afghanistan 2001 waren die A-10 zunächst nicht dabei, wurden aber später auf dem Luftwaffenstützpunkt Bagram stationiert. 2003 flogen die A-10 im Rahmen des 3. Golfkrieges ein zweites mal über dem Irak.

Fairchild-Republic A-10 Cockpit

 

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