Internationale Luftfahrtausstellung
- Berlin Air Show -

Passagierflugzeuge und Business-Jets

 

Fairchild Dornier 328 JET: Das bislang letzte Verkehrsflugzeug, das von einem deutschen Unternehmen komplett in Eigenregie entwickelt und gebaut wurde

Fairchild 328 Jet

Die abgebildete Fairchild 328 auf der ILA 2000 basiert auf der Dornier 328, ein zunächst mit Turboprop-Antrieb ausgestattetes Passagierflugzeug für Kurzstrecken mit Druckkabine. Es war das letzte geflogene Flugzeugmuster, das noch von den ursprünglichen Dornier-Werken geplant und entworfen wurde. Gebaut und vertrieben wurde es dann durch die Dornier Luftfahrt GmbH als Tochterunternehmen der damaligen Daimler-Tochter DASA. Es war auch das bislang letzte Verkehrsflugzeug, das von einem deutschen Unternehmen komplett in Eigenregie entwickelt und gebaut wurde. Bei Fluggesellschaften waren in den 1990er Jahren Turboprops jedoch wenig beliebt.

1996 sah Daimler-Benz im Rahmen seiner Rückbesinnung auf den Autobau und der Überführung der Dornier GmbH in die DASA in Fairchild Industries den markterfahrenen Partner für die Dornier 328. Fairchild übernahm 80 % der Dornier Luftfahrt GmbH. Daimler-Benz blieb über die Dornier GmbH als Anteilseigner mit 20 % beteiligt. Das Unternehmen nannte sich in Fairchild Dornier mit Sitz in San Antonio, Texas (USA) um, produzierte aber weiter in Oberpfaffenhofen die Dornier 328 und entwickelte dort den 328 Jet, um auf die Gegebenheiten des Marktes zu reagieren.

Am 5. Februar 1997 gab nun zu "Fairchild Dornier" fusionierte Firma die Entwicklung der jetgetriebenen Version bekannt, die den Rumpf und den Flügel der 328 beibehielt. Nach umfangreichen Tests konnter der erste 328-Jet am 20. Januar 1998 zum Erstflug starten. Erster Kunde mit einer Bestellung von fünf Flugzeugen war Skyway Airlines aus Milwaukee, USA. Am 8. Juli 1999 erfolgte nach einem 1560 Flugstunden umfassenden Testprogramm die JAA-Zulassung, die FAA-Musterzulassung schloss sich am 15. Juli 1999 an. Der Dornier 328 JET bzw.  Fairchild 328 Jet wurde insgesamt 117 mal gebaut. Er wurde allerdings nicht ausreichend vom Flugzeugmarkt angenommen, so dass die Firma Fairchild Dornier in finanzielle Schierigkeiten geriet.

Obwohl sich die Firmen Fairchild und Dornier erst vor ein paar Jahren zusammengetan haben, mußte das Insolvenzverfahren angemeldet werden. Das Unternehmen hatte seine Finanzprobleme unter anderem mit der Luftfahrtkrise nach den Terroranschlägen in den USA begründet. Die Fluggesellschaften hätten ihre Bestellungen verschoben. Zudem verzögerte sich die Entwicklung der neuen Jet-Familie 728, in die der Konzern große Hoffnungen setzte. Am 20.12.2002 wurde durch die Medien bekannt, dass die Firma zerschlagen und Teilbereiche veräußert wurden. Der dortige Betriebrat gab Managnentfehlern die Schuld am finanziellen Fiasko.

Das Basismodell wird heute wieder von der Firma RUAG Aviation als Dornier Do 328 NG Turboprop produziert und vermarktet und mit hochmoderner Technologie ausgestattet. (Stand: 2020)

Technische Daten:

Passagiere

30 bis 33

Länge

21,23 m

Spannweite

20,98 m

Höhe

7,05 m

Flügelfläche

40 m²

Triebwerke

2 x Turbofantriebwerke Pratt & Whitney PW306B

Leistung

je 26,9 kN Schub

max. Nutzlast

3.410 kg

max. Startmasse

15.200 kg

max. Reisegeschwindigkeit

740 km/h

Dienstgipfelhöhe

9.449 m

Reichweite

1.710 km mit 32 Passagiere

 

Copyright © Flugzeuglexikon von Wolfgang Bredow

 

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