Luftwaffenmuseum Gatow
- Militärhistorisches Museum der Bundeswehr -

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North American CCF Harvard Mk.4: einmotoriges Schulflugzeug des US-amerikanischen Herstellers North American Aviation aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges

Die North American T-6 war ein einmotoriges Standardschulflugzeug des US-amerikanischen Herstellers North American Aviation aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges. In Kanada und England von der Firma “Canadien Car and Foundry” gefertigte Flugzeuge trugen dort die Bezeichnung ”CCF Harvard Mk. IV”. In den USA hießen sie T-6 Texan. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die T-6 durch die verbesserte T-28 Trojan ersetzt. Der Propellertrainer blieb bis in die 1960er Jahre in den Luftstreitkräften der NATO und zahlreicher anderer Länder im Einsatz. Mit ca. 15.500 Maschinen aller Varianten gehört sie zu den meistgebauten Flugzeugtypen weltweit.

Der Entwurf geht auf eine Forderung der US-Luftstreitkräfte von 1936 zurück. Als Sieger der Ausschreibung ging der Typ im März 1937 als BC-1 in Serie. Nach Ausbruch des zweiten Weltkrieges stieg der Bedarf an Schulflugzeugen und North American erweiterte 1941 die Produktion. Im Rahmen des Leih-Pachtabkommens wurden alle Verbündeten der Anti-Hitler-Koalition beliefert. Bis 1945 entstanden in den USA und Kanada circa 12.000 Maschinen.

Um den steigenden Ausbildungsanforderungen zu entsprechen, durchliefen die Maschinen ab 1949 ein Modernisierungsprogramm. Sie erhielten unter anderem überarbeitete Tragflächen, automatische Landeklappen, moderne Funkgeräte, ein steuerbares Spornrad und einen größeren Kraftstoffvorrat. Japan, Schweden und Kanada fertigten diesen Typ in Lizenz. Die Canadian Car and Foundry legte eine neue Serie von 270 Harvard NW. IV (T-6 G) auf.

Im September 1956 begann an der Flugzeugführerschule „A" in Landsberg/Lech die Grundschulung von deutschen Luftwaffenpiloten. Kanada lieferte 135 Maschinen zum symbolischen Preis von einem Dollar pro Stück. Zehn Jahre später wurden die letzten Trainer ausgesondert.

Die ausgestellte CCF Harvard Mk. IV (AA+615) kam ab Oktober 1956 an der Flugzeugführerschule „A" in Landsberg zum Einsatz. Von 1959 bis 1962 gehörte die Maschine zum Kunstflugteam der Schule. Nach der Aussonderung flog diese Harvard als „D-FABU" bei der Rhein Flugzeugbau im Auftrag der Bundeswehr als Zieldarstellungsflugzeug.

Technische Daten:

Hersteller

Canadien Car and Foundry

Besatzung

Ausbilder und Flugschüler

Länge

8,80 m

Flügelspannweite

12,80 m

Tragflügelfläche

23,57 m²

Höhe

3,60 m

Antrieb

1 x Pratt & Whitney

Typ

R-1340-AN-1 Wasp

Art

9 Zylinder Sternmotor

Leistung

600 PS

Höchstgeschwindigkeit

273 km/h

Reichweite

1.206 km

Dienstgipfelhöhe

6.536 m

Leergewicht

1.890 kg

Fluggewicht

2.400 kg

Bewaffnung

Möglichkeit für 1 x 7.62 mm Maschinengewehr

 

Copyright © Flugzeuglexikon von Wolfgang Bredow

 

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