Luftwaffenmuseum Gatow
- Militärhistorisches Museum der Bundeswehr -

Das größte Flugzeugmuseum in Deutschland

 

Messerschmitt Bf 109 G-2: Das wichtigste deutsche Jagdflugzeug des Flugzeugherstellers Bayerische Flugzeugwerke AG (BFW), ab 1938 Messerschmitt AG

Die Messerschmitt Bf-109 war damals das wichtigste Jagdflugzeug der deutschen Luftwaffe. Von 1937 bis 1945 wurden ca. 35.000 Stück gebaut; mehr als von jedem anderen Jäger im 2. Weltkrieg.

Der Entwurf der Bf-109 geht auf das Jahr 1934 zurück. Der Prototyp flog 1935. Den internationalen Trend mitbestimmend wurde das Jagdflugzeug als ein freitragender Ganzmetalldecker mit einziehbarem Fahrwerk ausgelegt.

Im spanischen Bürgerkrieg erhielten die ersten Serienflugzeuge bei der “Legion Condor” ihre Feuertaufe. Die gesammelten Erfahrungen schlugen sich in der Bf-109 E nieder, die bis 1941 das Gros der deutschen Jagdverbände bildete. Verluste in der Luftschlacht um England beschleunigten die Einführung eines leistungsstärkeren Nachfolgemusters. Ab Ende 1942 wurde die Bf-109 F vom schwerer bewaffneten G-Modell abgelöst. Die deutschen Jagdgeschwader in der UdSSR und Afrika erhielten dieses als erste. Obwohl ab 1944 von leistungsstärkeren Flugzeugen überholt, blieb die Bf-109 bis zum Kriegsende im Einsatz.

1943 wählte Spanien die Bf-109 G zur Lizenzproduktion aus und baute bis 1951 etwa 150 Zellen durch Firma CASA. Da die bestellten Daimler-Benz-Triebwerke Spanien wegen der Kriegswirren niemals erreichten, ersetzte man sie 1953 durch Motoren von Rolls Royce (Bf-109 G-2). Zu diesem Zeitpunkt als reiner Jäger veraltet, wurde sie zum Jagdbomber umgerüstet. 1957 flog die spanische Luftwaffe in den afrikanischen Kolonien Einsätze. Ende 1963 wurden die letzten Einheiten der Bf-109 aufgelöst. Ihren letzten “Einsatz” flogen die Maschinen 1968 im Film “Luftschacht um England”.

Technische Daten der CASA: Erstflug hier: 1954, Umbau durch spanische CASA (H.A.1112 M)

Hersteller

Messerschmitt AG (hier: Spanische Flugzeugwerke, Sevilla)

Besatzung

1

Triebwerk

Rolls Royce Merlin 500

Art

12-Zylinder Reihenmotor

Leistung

1.600 PS

Geschwindigkeit

635 km/h

Gipfelhöhe

10.500 m

Reichweite

765 km

Spannweite

9,92 m

Länge

8,94 m

Höhe

2,60 m

Gewicht

2.655 kg

Abfluggewicht

3.150 kg

.

.

Technische Kurzbeschreibung:

  • Rumpf: Ganzmetall-Schalenbauweise mit ovalem Querschnitt; Druckkabine.
  • Tragwerk: freitragender Tiefdecker in Ganzmetallbauweise mit einem Holm; zweiteiliger Flügel mit Landeklappen und Vorflügel.
  • Leitwerk: Normalbauweise in Metall; Ruder stoffbespannt; bis Serie E und Serie H abgestrebt, ab Serie F freitragend; Ruder aerodynamisch ausgeglichen.
  • Fahrwerk: hydraulisch nach außen in die Tragflügel einziehbares Fahrwerk mit Spornrad; hydraulische Bremsen.

Technische Daten: Bf 109 G-10: (betrifft nicht Abbildung)

Länge

8,95 m

Flügelspannweite

9,97 m

Flügelfläche

16,4 m²

Höhe

2,60 m

Antrieb

1 x Daimler-Benz DB 605

Art

12-Zylinder-V-Motor

Leistung

maximal 1055 kW (1435 PS)

.

durch Methanol/Wasser-Einspritzung (MW 50) für kurze Zeit 1324 kW (1800 PS)

Höchstgeschwindigkeit

685 km/h in 7400 m Höhe

Steigzeit auf 3000 m

2:54 min.

Reichweite

560 km

Besatzung

1 Pilot

Dienstgipfelhöhe

12.500 m

Leergewicht

1.970 kg

Fluggewicht

3.500 kg

Bewaffnung

- 2 x 13 mm-MG MG 131 (je 300 Schuss) und
- 1 x 20 mm-MK MG 151/20 (150-200  Schuss) durch die Propellernabe feuernd.
- Dazu verschiedene Rüstsätze für Unterflügelrohrwaffen (MG 151/20, MK 108),
  Raketen und Bombenträäger  (50, 250, oder 500kg Bomben)

Der sogenannte „kleine" Mercedes-Benz-Flugmotor DB-605 war eine direkte Weiterentwicklung des DB-601 E. Er hat die gleichen Abmessungen wie der DB-601 und ist mit diesen austauschbar. Der Daimler-Benz DB 605 war einer der meistgebauten deutschen Kolbenflugmotoren im Zweiten Weltkrieg. Bis zum Ende des Krieges wurden über 42.000 Exemplare Messerschmitt Bf 109 - Propellergefertigt. In Italien stellte Fiat und Alfa Romeo diese Motoren in Lizenz her.

Der DB 605 A/B war ein Kolbenverbrennungsmotor mit 12 Zylindern in V-Form und mechanischer Aufladung. Er wies eine normale Startleistung von 1.475 Ps auf. Ein Charakteristikum des Daimler-Benz-Triebwerkes war die Bauweise mit hängenden Zylindern. Hier blieb über dem Triebwerk genügend Platz für den Einbau von durch den Propellerkreis schießenden Bordwaffen, während zwischen den Zylinderbänken eine durch die hohle Propellerwelle schießende Motorkanone (20 mm MG 151/20 bzw. 30 mm MK 108) eingebaut werden konnte.

Eingesetzt wurde er primär in den Mustern Messerschmitt Bf 109, Bf 110 und Me 210.

Aus dem DB 605 wurde der DB 610 entwickelt. Dieses Triebwerk bestand aus zwei aneinander gekoppelten DB 605, die über ein gemeinsames Getriebe eine einzelne Propellerwelle antrieben. Der DB 610 wurde nahezu ausschließlich im schweren Bomber Heinkel He 177 verwendet.

Technische Daten:

    Baumuster: Einheitsmotor für Jagdflugzeuge und Zerstörer
    Hersteller: Daimler-Benz- AG Stuttgart
    Bauart: 12-Zylinder Reihe, V-Form, hängend, Einspritzer
    Kühlung: Wasser + Glykol
    Bohrung: 154 mm
    Hub: 160 mm
    Hubraum: 35,7 Liter
    Verdichtung: 7,5
    Lader: Einstufig bei 5800 m Volldruckhöhe
    Länge: 2304 mm
    Breite: 762 mm
    Höhe: 1050 mm
    Gewicht: 720 kg
    Startleistung: 1085 kW/1475 PS
    Steigleistung: 920 kW/1250 PS
    Luftschraube: 3 - Blatt-Verstellluftschraube

Mögliche Maschinengewehr- und Maschinenkanonen-Bewaffnung der Messerschmitt Bf 109

Mauser MG 151/20: konnte synchronisiert durch den rotieren Propellerkreis schießen

Das Mauser MG 151 war eine für den Einsatz in Militärflugzeugen vorgesehene automatische Waffe, die in Deutschland ab 1934 von der Firma Mauser im Kaliber 15,1 mm entwickelt wurde und 1940 in Produktion ging. Die Einführung in die deutsche Luftwaffe begann Anfang 1941 mit dem Einbau in die Messerschmitt Bf 109 F-2, die damit durch den rotieren Propellerkreis schießen konnte.

Als starr in Jagdflugzeugen eingebaute Waffe wurde das MG 151/15 bereits bis Ende 1941 durch das MG 151/20 ersetzt, welches über das größere Kaliber 20 mm verfügte. Bedingt durch den kürzeren Lauf des MG 151/20 verringerte sich jedoch die Mündungsgeschwindigkeit von 960 m/sek auf 810 m/sek, was wiederum den Rohrverschleiß deutlich reduzierte. In Abwehrständen von Bombern blieb das MG 151/15 als Verteidigungswaffe in beweglicher Lafettierung auch nach 1941 noch im Gebrauch.

Durch die Verwendung der für das Kaliber 15,1 mm nicht verfügbaren Minengranate konnte die Sprengstoffmenge beim MG 151/20 je Geschoß von 2,8 g auf 18,7 g erhöht werden. Die Bezeichnung MG 151/15 wurde nach Einführung des MG 151/20 zur Unterscheidung der beiden Versionen benutzt. Nach der bis etwa 1943 erfolgten Ausmusterung und dem nachfolgenden Umbau aller MG 151/15 auf das Kaliber 20 mm wurde nur noch die Bezeichnung MG 151 benutzt.

Die überwiegende Mehrzahl der produzierten MG 151/20 wurden als Bordwaffe für Jagdflugzeuge eingesetzt, z.B. in der Messerschmitt Bf 109 oder der Focke Wulf Fw 190. Bei der Fw 190 wurde das flügelinnere Paar MG 151/20 für das synchronisierte Schießen durch den Propellerkreis eingerichtet, dazu wurde mit dem MG 151/20E eine spezielle Version mit elektrischer Zündung geschaffen.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das MG 151/20 mit mäßigem Erfolg auch als Behelfsflak auf Halbkettenfahrzeugen eingesetzt. Zu diesem Zweck wurden die MG 151/20 in Drillingsgruppen auf SdKfz 251/21 montiert.

Technische Daten:

MG 151/20:
   
Kaliber: 20 mm
    Lauflänge: 1.100 mm
    Hersteller: Mauser
    Länge: 1.767 mm
    Gewicht: 42,5 kg
    Schussfolge (pro min), je nach Variante:
        synchronisiert = 550-750, unsynchronisiert = 780-800
    Mündungsgeschwindigkeit: 810 m/sek (M.Gr.)
    Munitionsbezeichnung: 20x82

MG 151/15:
   
Kaliber: 15,1 mm
    Lauflänge: 1.250 mm
    Hersteller: Mauser
    Länge: 1.960 mm
    Gewicht: 42,7 kg
    Schussfolge (pro min): 700
    Mündungsgeschwindigkeit: 960 m/sek (Spr.Gr. L)

Rheinmetall MG 131/13:

Das MG 131 mit Kaliber 13 mm war ein im Zweiten Weltkrieg eingesetztes Maschinengewehr der Luftwaffe, das sowohl für den starren als auch beweglichen Einbau in Militärflugzeugen ausgelegt war.

Das MG 131 konnte mittels elektrischer Zündung synchronisiert werden und war daher auch für das gesteuerte Schießen durch den Propellerkreis geeignet.

Das MG 131 wurde im Auftrag der Luftwaffe von der Firma Rheinmetall entwickelt und produziert. Konstruiert wurde das MG 131 von Luis Stange, der schon 1933 mit den Vorarbeiten begonnen hatte. 1938 konnten die ersten Versuchsmuster zur Erprobung an die Luftwaffe abgeliefert werden. Als Erprobungsträger diente eine Dornier Do J, in deren Bugstand das Maschinengewehr lafettiert wurde.

Die Einführung bei der Luftwaffe erfolgte 1940, zunächst als Abwehrbewaffnung in mehrmotorigen Flugzeugen. Zum serienmäßigen Einsatz in Jagdflugzeugen kam es erstmals Anfang 1943 in der Messerschmitt Bf 109 G-6 und Ende 1943 in der Focke Wulf Fw 190 A-7. Es gab allerdings auch ein paar Spezialversionen einsitziger Jäger mit MG 131 statt der sonst üblichen 7,92 mm MG 17.

Das MG 131 arbeitete als starrverriegelter Rückstoßlader mit kurzem Rücklauf des Rohres. Der Verschluss hatte einen drehbaren Verschlusskopf und die Auslösung der Zündung erfolgte elektrisch. Diese Zündmethode erleichterte die Schussauslösung für das synchronisierte Schießen durch den Propellerkreis und verhinderte mit Hilfe schablonierter Schusssperren bei beweglichem MG-Einbau die Gefahr von Eigentreffern. Die Munition konnte durch einen Gelenk- oder auch Zerfallgurt wahlweise von links oder rechts zugeführt werden. Der Hülsenauswurf erfolgte nach unten. Das MG wurde wahlweise mit pneumatischer oder elektrischer Durchlade- und Abzugsvorrichtung ausgeliefert. Bei Handbedienung gab es auch eine normalen Handabzug.

Für die Waffe gab es Sprenggranat-, Brandsprenggranat- und Panzergranatpatronen jeweils mit und ohne Leuchtspur.

Technische Daten:

· Typ: MG 131
· Kaliber: 13 mm
· Hersteller: Rheinmetall
· Länge: 1168 mm
· Gewicht: 20,5 kg
· Schussfolge (pro min): 930
· Mündungsgeschwindigkeit: 750 m/sek
· Patronenmasse: 72 g
· Geschoßmasse: 34 g

Die 30-mm-Maschinenkanone MK 108 wurde 1942 von der Firma Rheinmetall-Borsig entwickelt und war als schwere Bordwaffe für deutsche Jagdflugzeuge zur Zeit des Zweiten Weltkriegs eingesetzt.

Notwendig wurde die Konstruktion einer Bordwaffe im Bereich des Kalibers 30 mm deshalb, da im Kriegsverlauf die Beschussfestigkeit feindlicher Bomber aufgrund Verstärkung der Panzerung immer weiter zunahm. Ferner zwang das starke Abwehrfeuer der in geschlossenen Pulks agierenden Feindbomber sowie der eskortierenden Begleitjäger (z. B. North American P-51 oder Spitfire) die deutschen Jagdflugzeuge, ihre Angriffe bei höchstmöglicher Geschwindigkeit durchzuführen, so dass sich das Ziel (oftmals eine Boeing B-17) nur für einen sehr kurzen Augenblick im Fadenkreuz befand und zwangsläufig auch nur kurz beschossen werden konnte. Um so wichtiger wurde es deshalb, dass die wenigen Projektile, die dann auf das gegnerische Flugzeug abgeschossen werden konnten, dort möglichst großen Schaden anrichteten.

Als logische Konsequenz führte dies zur Forderung nach einer Bordwaffe, deren Projektile eine höhere Sprengkraft besaßen, als dies bei den bislang genutzten Bordwaffen des Kalibers 20 mm der Fall war. Dementsprechend wurden die 30-mm-Kanonen MK 103 und MK 108 entwickelt. Obwohl beide Waffen das gleiche Kaliber aufwiesen, waren sie gänzlich unterschiedlich ausgelegt.

Die MK 103 war eine Waffe mit hoher Mündungsgeschwindigkeit und einer etwas langsameren Schussfolge von etwa 440 Schuss pro Minute. Aufgrund des langen Laufs war sie allerdings sehr groß und schwer und eigenete sich nicht für den Einsatz in einmotorigen Jagdflugzeugen.
 

Bei der MK 108 handelte es sich um eine kompakte Waffe mit vergleichsweise geringem Gewicht und hoher Schussfolge. Die Probleme der MK 103 in Punkto Gewicht (88 kg leichter) und Länge (1260 mm kürzer) wurden reduziert und die Schussfolge auf etwa 650 Schuss pro Minute erhöht. Allerdings wurde dies auf Kosten einer deutlich geringeren Mündungsgeschwindigkeit realisiert. Durch die kompakten Ausmaße konnte die MK 108 auch in einmotorigen Jagdmaschinen vergleichsweise unkompliziert eingebaut werden und ersetzte dort die MG 151/20 als Motorkanone in den Versionen der Messerschmitt Bf 109G sowie im Tragflügel der zur Bomberbekämpfung eingesetzten Focke Wulf Fw 190.

Die MK 108 stand von Ende 1943 an zur Verfügung und wurde bis 1945, unter anderem auch als Bewaffnung der Messerschmitt Me 262, genutzt. Sie war, bezogen auf das Kaliber 30 mm, die Standard-Kanone der Luftwaffe bis Kriegsende.

Das Patronengewicht lag bei 480 g, das Geschossgewicht bei 330 g. Es wurden hauptsächlich explodierende Minengeschosse verschossen, die beim Einschlag in feindliche Maschinen größere Schäden verursachten.

Bis 1945 wurde an dem Nachfolgemodell MK112 gearbeitet, welches wegen Kriegsende jedoch nur noch den Prototypstatus erreichte.

Beschreibung der Mk 108 aus dem Original-Handbuch der Messerschmitt Bf 109:

  • Eine MK 108-Motorwaffe mit 65 Schuß ist mit Lafette im Motor gelagert und ragt in den Führerraum hinein.
  • Sämtliche Waffen werden über den Knüppelgriff KG 13 A bedient. Durchladung und Abfeuerung der MG 131 elektrisch.
  • Schußzählung und Durchladekontrolle für MG 131 am SZKK 3 (über Führergerätebrett).
  • Durchladung der MK 108 elektrisch-pneumatisch handbetätigt, Druckknöpfe am KG 13 A, Abfeuerung elektrisch.
  • Anordnung der Preßluftflaschen sowie des zugehörigen Auffüllanschlusses für die MK 108 in linker Tragfläche.
  • Schußzählung und Durchladekontrolle für MK 108 nicht vorhanden. Abschwenkbares Reflexvisier 16 B eingebaut.

Technische Daten:

Typ

einläufige Maschinenkanon MK 108

Funktion

Rückstoßlader

Kaliber

30 mm

Hersteller

Rheinmetall-Borsig

Länge

1.057 mm

Rohrlänge

545 mm

Gewicht

58 kg

Schussfolge (pro min)

650

Mündungsgeschwindigkeit

505 - 540 m/sek.

Projektil-Gewicht

330 g

Patronen-Gewicht

480 g

Mündungsenergie

42079 - 48114 Joule

Geschossbezeichnung

30x90RB

Maschinengewehr MG-131

 

Copyright © Flugzeuglexikon von Wolfgang Bredow

 

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