Luftwaffenmuseum Gatow
- Militärhistorisches Museum der Bundeswehr -

Das größte Flugzeugmuseum in Deutschland

 

Halberstadt CL.IV: Dieses Flugzeugmuster wurde 1918 für den Erdkampf und als Begleitjäger im Ersten Weltkrieg eingesetzt

Die Halberstadt CL.IV war ein deutsches Kampfflugzeug im Ersten Weltkrieg. Alle Maschinen besaßen Vorrichtungen für die Aufnahme eines Funkgeräts. Als Stromquelle diente ein Dynamo, der vom Motor oder durch einen am Fahrgestell befestigten kleinen Propeller angetrieben wurde.

Die Maschine wurde erstmals bei der großen deutschen Frühjahroffensive 1918 als Erdkampfflugzeug eingesetzt. Dabei konnte es erfolgreich alliierte Positionen vor den deutschen Stellungen angreifen. Die Bomben wurden noch per Hand abgeworfen und die Stellungen mit Maschinengewehrfeuer angegriffen.

Die erfolgreiche Rolle endete jedoch sehr schnell, weil das Flugzeug nicht die Geschwindigkeit der modernen alliierten Jäger erreichen konnte. Trotzdem konnte es sich relativ gut im Luftkampf behaupten. Es war allerdings nur schwach bewaffnet und die alliierte Bodenabwehr wurde immer effektiver. Die Deutschen entschieden sich daher, das Flugzeug als Nachtbomber einzusetzen. Nach Ende des Krieges wurden viele Maschinen in zivile Flugzeuge umgebaut (z.B. zu Post- und Passagierflugzeugen).

Technische Daten:

Hersteller

Luftfahrzeug-Gesellschaft mbH, Berlin

Länge

6,54 m

Flügelspannweite

10,74 m

Tragflügelfläche

27 m²

Höhe

2,7 m

Antrieb

1 x Mercedes D III a

Art

wassergekühlter 6-Zylinder-Reihenmotor

Leistung

160 PS

Höchstgeschwindigkeit

180 km/h

Reichweite

500 km

Besatzung

2 Mann

Dienstgipfelhöhe

6.400 m

Leergewicht

728 kg

Fluggewicht

1.092 kg

Bewaffnung (optional)

1 oder 2 starre 7,92-mm-MGs, bewegliches 7,92-mm-Parabellum-MG, 4 bis 5 10-kg-Bomben

Geschichtliche Entwicklung:

Ab Ende 1917 kamen im Ersten Weltkrieg erstmals Schlachtstaffeln zum Einsatz, die die Infanterie im Bodenkampf unterstützten. Für diesen Zweck entwickelte Flugzeugkonstrukteur Karl Theis 1918 die Halberstadt Cl.IV. Der 2-sitzige Doppeldecker mit Bewaffnung verfügte über eine hohe Manövrierfähigkeit.

Die Serienfertigung begann im Juni 1918 bei den Halberstädter Flugzeugwerken und bei der Berliner Luftfahrzeug-Gesellschaft, die das Flugzeug in Lizenz baute.

Die ausgestellte Maschine vom Technikmuseum Berlin gehört zu drei demilitarisierten Schlachtflugzeugen, die der ehemalige Jagdflieger Paul Strähle 1919 für den von ihm gegründeten Luftverkehr Strähle erwarb. Beim Umbau zum Passagierflugzeug wurde die Rumpfstruktur im Beobachterbereich verstärkt, der Sitzausschnitt geteilt und hinten mit zwei Klappsitzen ausgestattet. Am 3. Januar 1921 startete Strähle zum ersten Flug von Stuttgart nach Konstanz. Gestartet und gelandet wurde auf primitiven Flugplätzen ohne Bodenorganisation. Zur Flugsicherung baute Strähle eine Kette von Sicherungsposten und Wetterstationen auf. Ab April 1922 flog der Luftverkehr Strähle als neues Ziel Nürnberg an.

Nach Einstellung des Passagier- und Postverkehrs im Jahr 1924 konzentrierte sich Strähle auf die Sportfliegerei und die Luftbildfotografie. Auf zahlreichen Flugtagen kam die Maschine mit der damaligen Kennung D-144 bei Fallschirmsprüngen oder Flugvorführungen zum Einsatz. Um 1930 nahm Strähle am Flugzeug besondere Umbauten für die Erstellung von Luftaufnahmen vor. Im Jahr 1935 erhielt das Flugzeug die Kennung D-IBAO. Bis zur Stilllegung 1938 machte Strähle mit ihr über 50.000 Luftaufnahmen. Als sich später in Deutschland keine Interessenten für die Überreste des Luftverkehrs Strähle fanden, gingen die Flugzeuge zunächst in die USA.

Im Rahmen eines Kooperationsprojektes mit dem US Air Force Museum in Dayton/USA kehrten 1989 alle Maschinen zur Restaurierung nach Berlin zurück. Die D-IBAO war von 1992 bis 2000 in der Eingangshalle des Technikmuseums in Berlin ausgestellt.

 1918 wurde dieses Flugzeugmuster für den Erdkampf und als Begleitjäger eingesetzt. Um der Überlegenheit der alliierten Jagdflugzeuge und Flugabwehr etwas entgegenzusetzen, nutzte die deutsche Fliegertruppe es bald als Nachtbomber. Nach dem Krieg wurden viele Halberstadt CL.l\/ zu Zivilflugzeugen umgebaut. Das hier gezeigte Original-Luftfahrzeug gilt als letztes deutsches Verkehrsflugzeug. Es wurde 1921 von dem ehemaligen Jagdfleger Paul Strähle (1893-1985) im Post- und Verkehrsflug eingesetzt.

Maschinengewehr MG-08 Maxim: „Spandau-MG“ genannt

Das schwere Maschinengewehr ist nach seinem Einführungsjahr 1908 benannt. Die Entwicklung geht auf das 1884 von dem US-amerikanisch-britischen Erfinder Hiram S. Maxim (1840–1916) entwickelte Maxim-Maschinengewehr zurück. Das MG 08 gab es in vielen Varianten. Es war wassergekühlt und auf einer Lafette montiert. Mit entsprechendem Visier ausgestattet, eignete sich das MG auch zur Fliegerabwehr. Auf Basis des MG O8 entstand 1915 das in der Gewehrfabrik Spandau produzierte leichte MG O8/15, das in abgewandelter Form auch bei der Fliegertruppe als „Spandau-MG“ eingesetzt wurde. Davon leitete sich die Redewendung "null-acht-fünfzehn" ab.

LUFTABWEHR UND LUFTSCHUTZ

Die deutsche Firma Krupp hatte ab 1884 verschiedene Luftabwehrgeschütze konstruiert, doch die preußische Armee ignorierte zunächst diese Entwicklung. Als die Bodentruppen im Grabenkampf des Ersten Weltkrieges aus der Luft angriffen wurden, nutzten sie behelfsmäßig ihre leichten Artilleriekanonen und Maschinengewehre zur Abwehr von Flugzeugen - die Erfolge hielten sich jedoch in Grenzen. Erst ab 1916 wurden speziell konstruierte Flugabwehrkononen an der Front eingesetzt.

Technische Daten:

Hersteller: Waffenfabrik Loewe; Deutsche Waffen- und Munitionsfabriken
(DWM), Berlin Reinickendorf
Bedienung: 3 bis 4 Mann
Kaliber: 7,92 x 57 mm
Kadenz: 500 Schuss pro Minute

 

Copyright © Flugzeuglexikon von Wolfgang Bredow

 

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