Luftwaffenmuseum Gatow
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Fokker Dr.I: Dreidecker-Jagdflugzeug der Fokker Flugzeugwerke in Schwerin des "Roten Baron" Freiherr Manfred von Richthofen

Eines der berühmtesten Jagdflugzeuge des ersten Weltkriegs wurde die Fokker DR I. Der Dreidecker wurde als Antwort auf den britischen Sopwith Dreidecker von dem Niederländer Antony Fokker 1916/1917 in Schwerin entwickelt. Der Dreidecker verdankt seinen Ruhm dem Tod von Manfred von Richthofen. Letztendlich blieb der “Dr I” nur eine kleine Episode im Luftkrieg 1914 bis 1918. Der erste Entwurf war freitragend. Nach Testflügen erhielt er zwecks höherer Festigkeit Stiele zwischen den Tragflächen und damit seine endgültige Gestalt.

Der Prototyp flog knapp 2000 Einsätze. Dort zeigte er sich durch seine gute Steigleistung und sein Kurvenverhalten den englischen und französischen Jägern ebenbürtig. Im Oktober des gleichen Jahres folgten die Serienmaschinen, die nach einer Reihe von Unfällen Startverbot erhielten. Der Grund waren eine nachlässige Verarbeitung der oberen Tragflächen. Nach deren Verstärkung kamen etwa 300 “Fokker Dr I” im Westen deutschlands gegen Frankreich zum Einsatz.

Am 21.04.1918 wurde v. Richthofen in einer dieser Fokker abgeschossen. Zu diesem Zeitpunkt war die Zeit der Dreidecker bereits vorbei, weil sich die Doppeldecker als leistungsfähiger erwiesen.

Technische Daten:

Hersteller

Fokker Flugzeugwerke

.

Schwerin

Besatzung

1

Leistung:

.

Triebwerk

Oberursel UR 2 (Le Rhone)

Art

Umlaufmotor

Leistung

81 kW

Geschwindigkeit

185 km/h

Steigleistung

1.000 m in 2,9 min.

Gipfelhöhe

ca. 6.000 m

Flugdauer

90 min.

Maße:

.

Spannweite

7,20 m oben

.

6,20 m mitte

.

5,70 m unten

Länge

8,80 m

Höhe

2,95 m

Gewicht:

.

Leermasse

406 kg

Leermasse

406 kg

Bewaffnung:

2 x LMG 08/15 Spandau

.

( 7,92 mm)

Technische Beschreibung:

Der Fokker-Dreidecker besaß zunächst freitragende Tragflächen, später wurden sie aufgrund des Auftretens von Flügelschwingungen um Verstrebungen am Außenflügel ergänzt. Die grundlegende Konstruktion des Flugzeuges bestand aus einem Rumpfgerüst, das aus Stahlrohren zusammengeschweißt wurde, und einem Holz-Tragwerk mit Metallbeschlägen und Ruderflächen aus Stahlrohr. Bei den Holzbauteilen wurde fast ausschließlich geleimtes Sperrholz verwendet, da dieses flexibler und belastbarer ist als Bauteile aus Massivholz. Die Bespannung des Flugzeuges bestand aus einfachem Leinenstoff.  Nach dem Beziehen des Flugzeuges wurde der Stoff mit einem Spannlack bestrichen und dadurch gegen Wind und Wasser abgedichtet. An wenigen nicht tragenden Teilen, wie zum Beispiel der Motorverkleidung, wurde auch Aluminium verwendet. Der Fokker-Dreidecker, der mit einem nur 110 PS starken Umlaufmotor ausgestattet war, war im Vergleich zu anderen Jagdflugzeugen relativ langsam, war aber bei niedriger Geschwindigkeit in der Manövrierfähigkeit unübertroffen. Am 1. September 1917 traf die erste Dr.I an der Front ein.

Der “Richthofen-Mythos” - eine Legende ?

Die rote Dreidecker Fokker Dr I steht symbolhaft für den bekanntesten Jagdflieger der deutschen Luftstreitkräfte im Ersten Weltkrieg. Um ihn rankt sich der Mythos vom "Roten Baron" Manfred Freiherr von Richthofen. Schon 1916 lässt er seine Maschine rot anstreichen, um als Verbandführer besser anerkannt zu werden, da die Führung nur mit optischen Mitteln möglich war.

Richterhofen ist für seine Zeit ein Held, der symbolisch Glanz und Gloria des Kaiserreiches verkörpert. Verstärkt wird dieses Bild noch durch die Faszination, die von den "tollkühnen Männer an in den fliegenden Kisten" ausgeht.

Ihre teilweise spektakulären Luftkämpfe mit den Jagdfliegern des Gegners werden mit den mittelalterlichen Ritterturnieren gleich gesetzt. Und tatsächlich galt in den Anfängen des Krieges gegen Frankreich noch ein gewisser „Sportsgeist“. Angeschossene Gegner wurden nicht endgültig vernichtet, sondern man ließ sie entkommen. Dies änderte sich jedoch schon nach wenigen Jahren.

Dabei ist es auch im Ersten Weltkrieg das Ziel des Luftkampfes, und noch viel mehr des Bombenkrieges, den Gegner als militärischen Faktor auszuschalten.

Aber mit Richthofen und Fliegern wie Boelke und Immelmann kann sich die Bevölkerung, besonders die Jugend, identifizieren und kann sie sogar verehren. Die Leistungen der eigenen Armee glorifizierend, lenken sie gleichzeitig von den unvorstellbaren Leiden in den Schützengräben (Stichwort: Giftgaseinsatz) und von der zunehmenden Not in der Heimat ab. Dafür stehen beispielhaft die Schlachten um die Festung Verdun und die Vernichtungskämpfe auf den Feldern Flanderns, ebenso wie die „Kohlrübenwinter“ im Hinterland.

Die ersten Umlaufmotoren der damaligen Zeit hatten keine Vergaser und konnten daher nicht reguliert werden. Daher mussten sie stets mit voller Geschwindigkeit fliegen. Um bei der Landung die Geschwindigkeit zu reduzieren, wurde der Motor während des Fluges einfach abgeschaltet und kurz danach wieder eingeschaltet. Dies erzeugte einen “stotternden Motor-Sound”, bei dem der Motor abwechselnd kurz aufheulte und danach wieder verstummte, was sich wie ein Defekt anhörte.

Weil die Motoren gut geölt werden mussten, verwendete man reichlich Rizinus-Öl, was dazu führte, dass immer ein blauer Dunstschweif hinter den Flugzeugen zu sehen war. Das Rizinus sprühte während des Fluges aus dem Motorblock gegen die Windschutzscheibe und die Pilotenbrille, wodurch die Sicht stark eingeschränkt wurde. Teilweise verschluckten die Piloten auch das Rizinus, so dass die Toiletten nach der Landung immer gut besucht waren (ist kein Witz !!).

 

Copyright © Flugzeuglexikon von Wolfgang Bredow

 

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