Militärhistorisches Museum der Bundeswehr
- Luftwaffenmuseum Gatow -

Das größte Flugzeugmuseum in Deutschland

 

Fiat G-91 R4: Exportversion der Fiat G-91 R3 mit anderer waffentechnischer Ausstattung

Die Fiat G-91 war für 30 Jahre das wichtigste leichte  Erdkampf- und Aufklärungsflugzeug der Burıdesluftwaffe. Bei der Fiat G-91 R4 handelte es sich um eine Fiat G-91 R3 mit anderer Waffenausstattung der G-91 R1. In den Jahren 1962/1963 übernahm die Bundeswehr 50 dieser einsitzigen G-91 R4, die ursprünglich für die NATO-Partner Griechenland und Türkei vorgesehen waren. Sie wurden bis zu ihrer bald wieder erfolgenden Aussonderung 1966 ausschließlich bei der Waffenschule 50 im Ausbildungsbetrieb eingesetzt; 40 Stück wurden dann an die portugiesische Luftwaffe abgegeben.

Der Entwurf der Fiat G-91 basiert auf einer NATO-Ausschreibung vom Dezember 1 953. Das leichte, wartungsfreundliche Kampfflugzeug sollte auch von unbefestigten Feldflugplàtzen aus operieren können. Fiat griff dabei auf seine Erfahrungen im Lizenzbau der F-86 "Sabre" zurück. lm August 1956 flog der Prototyp. 1958 fiel nach einem Vergleichsfliegen die Entscheidung zugunsten der Fiat G-91. Das geplante Standardkampfflugzeug wurde sie jedoch nie, da nur Italien und die Bundesrepublik die Maschine übernahmen. Die "Flugzeug Union Süd", ein Verbund der Firmen Dornier, Heinkel und Messerschmitt, übernahmen die Lizenzproduktion aller Varianten. Dornier baute in Oberpfaffenhofen von 1961 bis 1966 etwa 294 Maschinen. Als Griechenland und die Türkei aus dem Geschäft  ausstiegen, kamen die 50 überschüssigen G-91 R.4 zusätzlich in die Luftwaffe. Hier flogen sie bis zum Frühiahr 1966 bei der Waffenschule 50. Danach gab man 40 Maschinen an die portugiesische Luftwaffe ab, die sie u.a. in ihren afrikanischen Kolonien einsetzten.

Zwei Maschinen dieses Typs gibt es noch in Deutschland. Dıe Gatower (C/n 0113) flog mit den Kennzeichen BD und BR+239 bevor sie die Museumskennung 35+41erhielt.

Technische Daten:

  • Hersteller: Fiat / Dornier
  • Besatzung: 1 Mann
  • Triebwerk: Bristol Siddely Orpheus 803
  • Art: Strahltriebwerk
  • Schub: 22,2 kN
  • Spannweite: 8,60 m
  • Länge: 10,30 m
  • Höhe: 4,00 m
  • Leermasse: 3.100 kg

 

  • Abflugmasse: 5.850 kg
  • Höchstgeschwindigkeit: 1.085 km/h
  • Steigleistung: 30 m/s
  • Dienstgipfelhöhe: 13.100 m
  • Reichweite: 1.840 km
  • Aktionsradius: 320 km
  • Bewaffnung: 4 x MG Browning, Kaliber 12,7 mm
  • 1.000 kg Bomben oder Rakten
  • Erstflug: 20. Juni 1961

 

Copyright © Flugzeuglexikon von Wolfgang Bredow

 

 

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