Luftwaffenmuseum Gatow
- Militärhistorisches Museum der Bundeswehr -

Das größte Flugzeugmuseum in Deutschland

 

English Electric BAC Lightning F Mk.2A: Das Allwetter-Abfangjagdflugzeug von 1954 flog schon 2.044 km/h

Die English Electric Lightning, später BAC Lightning genannt, war ein zweistrahliger Abfangjäger des britischen Herstellers English Electric. Die BAC Lightning erreicht als erstes britisches Jagdflugzeug doppelte Schallgeschwindigkeit. Das Muster geht auf einen Flugzeugentwurf zur Erforschung des Flugverhaltens im Uberschallbereich zurück. Um eine möglichst hohe Schubkraft in einer schlanken Zelle unterzubringen baute man 2 übereinanderliegende Triebwerke ein. Um ein Abreißen der Strömung zu verhindern, erhielten die stark gepfeilten Tragflächen Grenzschichtzäune, auch Sägezahn genannt. Dabei handelt es sich um aerodynamische Hilfsmittel, um das Strömungsabreißverhalten an Flugzeugtragflächen zu verbessern. Der Grenzschichtzaun ist ein an der Tragfläche in Anströmrichtung angebrachter Steg, der die Querströmung in der Grenzschicht und damit ein Abfließen der Strömung zur Tragflächenspitze verhindert.

Die ersten Testmaschinen flogen noch mit Sapphire-Triebwerken. Am 11. August 1954 durchbrach die P.1 als erste britische Maschine die Schallmauer im Horizontalflug. Der guten Steigfähigkeit, Beschleunigung und Manövrierfähigkeit stand als einziger Schwachpunkt die geringe Reichweite gegenüber. Ein weiteres Versuchsflugzeug war die Short SB5, einTestflugzeug zum Vergleich der Tragflächen- und Schwanzkonfiguration.

Als die britische Regierung die Entwicklung schwerer Allwetterabfangjäger zugunsten von Flugabwehr-Raketen stoppte, gab sie gleichzeitig der Lightning als Schönwetterabfangjäger den Vorzug. Die 1957 mit stärkeren Nachbrennertriebwerken und einem leistungsfähigeren Abfangradar gebauten P.1 B erreichten ein Jahr später die doppelte Schallgeschwindigkeit. Im Juni 1960 ging die erste der als F Mk.1A bezeichneten Serienausführung an die No. 74 Squadron in Coltishall. Ihr folgten 8 weitere Staffeln. Die RAF stationierte die Lightning auch in Deutschland. Auch Kuwait und Saudi Arabien erhielten Maschinen dieses Typs. Für die Lightning wurden Trainer mit nebeneinander liegenden Sitzen gebaut.

Die XN 730 kam 1963 zur No. 19 Squadron. Nach ihrer Umrüstung auf F2A-Standard (neues Flächenprofil, breitere Seitenflossen, vergrößerter Bauchtank, Fanghaken) wechselte sie zur No. 92 Squadron nach Gütersloh, bei der sie 1976 ausgemustert wurde. 1991 kam sie ins Luftwaffenmuseum nach Gatow.

Einige im Privatbesitz befindliche Trainer-Maschinen fliegen heute noch in den USA. Sie werden dort u.a. an solvente Kunden incl. Piloten vermietet, die “echte” simulierte Luftkämpfe fliegen wollen. Ein nicht ganz billigen Hobby.

Technische Daten:

Besatzung

1

Länge

16,84 m

Spannweite

10,62 m

Höhe

5,97 m

Flügelfläche

44,08 m²

Flügelpfeilung

60°

Leergewicht

14.092 kg mit Bewaffnung und ohne Kraftstoff

Bruttogewicht

18.632 kg mit 2 Red Top-Raketen, Kanonen, Munition und internem Treibstoff

max. Startmasse

19.000 kg

Triebwerke

2 x Rolls-Rayce Avon 211 R (oder: 2 x ETL 1A RR AVON 302€)

Schub

60,0 kN - mit Nachbrenner: 73,94 kN

Höchstgeschwindigkeit

2450 km/h in 12.000 m Höhe

Marschgeschwindigkeit

950 km/h

Steiggeschwindigkeit

100 m/s

Dienstgipfelhöhe

18.300 m

Reichweite

ca. 1,367 km

Aktionsradius

320 km

Start-/Landerollstrecke

960 m

Insgesamt gebaute Stückzahl

334 (inkl. Trainer)

  • Erstflug Englisch Electric P.1A:  04.08.195
  • Erstflug P.1B / XA847 Lightning:  04.04.195
  • Erstflug F.2:  11.07.1961

 

Copyright © Flugzeuglexikon von Wolfgang Bredow

 

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