Militärhistorisches Museum der Bundeswehr
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DFS-230 A: Der Kampf- und Lastensegler wurde im Zweiten Weltkrieg an allen Fronten eingesetzt

Der DFS-230 diente im Zweiten Weltkrieg als Kampf- und Lastensegler an allen Fronten. Unter strenger Geheimhaltung konstruierte Hans Jacobs zwischen 1936 und 1939 an der Deutschen Forschungsanstalt für Segelflug (DFS) in Darmstadt den Segler.

Der DFS 230 Lastensegler war ein abgestrebter Schulterdecker mit einem rechteckigen Rumpfquerschnitt. Der Flugzeugrumpf bestand aus einem geschweißten Stahlrohrfachwerk mit Stoffbespannung. Die einholmigen trapezförmigen Tragflächen hatten gerundete Flächenspitzen und waren an der Tragflächenvorderkante mit Sperrholz beplankt; der hintere Teil war stoffbespannt. Für den Start besaß die DFS 230 ein abwerfbares Radfahrwerk; gelandet wurde auf einer dreifach gefederten hölzernen Gleitkufe. Zur Verkürzung der Landestrecke umwickelte man die Kufe mit Stacheldraht. Spätere Versionen erhielten dafür Bremsraketen oder Bremsfallschirme. Bei Vergleichen mit dem Einsatz von Fallschirmjägern schnitt der Lastensegler durch seinen lautlosen und genaueren Zielanflug besser ab. Außerdem war die gesamte Gruppe sofort gefechtsbereit.

Der erste Einsatz erfolgte im Mai 1940 gegen die belgischen Sperrforts im Rahmen des Überfalls auf Frankreich. Ähnliche Angriffe gelangen bei der Besetzung der Insel Kreta 1941 und später bei der Befreiung des italienischen Diktators Mussolini im September 1943.

In zunehmendem Maße setzte die Luftwaffe die DFS-230 zu Versorgungsflügen ein. Zu den Aufgaben gehörte die Versorgung der Panzerspitzen mit Treibstoff, Transport sperriger Güter ins Hinterland und der Verwundetentransport. Bei Einsätzen im Frontbereich beziehungsweise bei der Versorgung eingekesselter Truppen wurden viele Segler zerstört. Als Schleppflugzeuge dienten u.a. Ju-52 und He-111. Bis 1944 entstanden ca. 1.600 Lastensegler in verschiedenen Versionen.

Die ausgestellte Maschine KA 1-52 ist ein Nachbau. Sie wurde durch die Mitglieder der Interessengemeinschaft DFS 230 e.V in 15.000 Arbeitsstunden gebaut. Segler und Schleppflugzeuge des Verbindungskommondos (S) 4 führten von 1942 bis 1944 das gezeigte Wappen. Das Kommando flog vorwiegend Versorgungseinsätze an der Ostfront.

Technische Daten:

Besatzung

1 Pilot + 9 Soldaten

Länge

11,24 m

Spannweite

22,30 m

Höhe

2,74 m

Flügelfläche

41,3 m²

Gleitzahl

18, etwa 12 beladen

Leermasse

860 kg

max. Startmasse

2100 kg

Schleppgeschwindigkeit

210 km/h max.

Gleitgeschwindigkeit

290 km/h

Bewaffnung

1 oder 2 x 7,9 mm MG

Die 1936 aufgestellte Fallschirmtruppe erhielt eine auf ihre Einsatzart zugeschnittene Ausrüstung. Besonders augenfällig sind der Springerhelm, die Stiefel und die "Knochensack" genannte Sprıngerkombination. Bewaffnung, Munition sowie andere Versorgungsgüter wurden vorrangig ın Abwurfbehältern mitgeführt. Abwurffähige schwere Waffen gehörten zur Ausrüstung erst ab 1941.

Das fliegende Personal der Kampfgeschwader trug eine einteilige Fliegerkombination mit den entsprechenden Fliegerstiefeln. Dabei war die Winterausführung aus Leder gefertigt und mit Pelz gefüttert. Die Sommervariante bestand aus beigefarbenen Segeltuch.

 

Copyright © Flugzeuglexikon von Wolfgang Bredow

 

 

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