Luftwaffenmuseum Gatow
- Militärhistorisches Museum der Bundeswehr -

Das größte Flugzeugmuseum in Deutschland

 

Antonow AN-14 Ptschjolka: Transport- und Verbindungsflugzeug mit Doppelleitwerk (NATO-Code: Clod)

Die Antonow AN-14 sollte die 1-motorige AN -2 ablösen, die damals bereits fast 10 Jahre im Dienst war. Die Entwicklung begann in den 1950er Jahre. Die AN -14 besitzt Kurzstarteigenschaften, benötigt keine befestigten Landebahnen und kann in allen Klimazonen eingesetzt werden. Weiterhin zeichnet sie sich durch einfache Wartung und Bedienung aus.

Die An-14A (NATO-Code „Clod“) wurde für damalige sowjetische Verhältnisse nur in einer „Kleinserie“ von circa 300 Exemplaren gefertigt, obwohl von den Luftstreitkräften gefordert wurde, dieses auch für ungeüble Piloten einfach zu fliegende Flugzeug in einer größeren Serie aufzulegen. Die An-14A -  auch „Ptschelka“ (kleine Biene) genant -, war ein 2-motoriges Mehrzweckflugzeug in bewährter Hochdecker-Bauweise. Der Rumpf wurde in Halbschalenbauweise gefertigt. Die Tragfläche war aus Stabilitätsgründen zum Rumpf hin abgestrebt und stützte sich auf kleine Stummelflächen ab, die unter der Rumpfschale angeordnet waren. Das starre Dreibeinfahrwerk war auch für unbefestigte Landesteilen geeignet. Das Leitwerk des Flugzeuges war als Doppelleitwerk ausgelegt, wobei das Höhen-Leitwerk in einer leichten V-Stellung die beiden Seitenleitwerke aufnahm, die wegen der geringen Länge der Maschine recht groß ausgefallen waren. Die Kabine, die über hintere Schalentüren im hochgezogenen Rumpf abschnitt zugänglich war, konnte 7 bis 8 Passagiere aufnehmen. Die Fracht von etwa 650 kg wurde auf die gleiche Art aufgenommen und konnte dadurch auch bequem und schnell entladen werden.

Die für ein Transportflugzeug geringe Reichweite von nur 650 km war ein Grund dafür, die Fertigung der An-14A in der Sowjetunion nicht weiter zu verfolgen. Man baute noch eine vergrößerte Version mit der Bezeichnung An-14M für den Transport von 15 Passagieren. Hierfür wurden Turboprop-Triebwerke eingebaut, aber nach dem Erstflug dieses Typs gaben

die Russen die Maschine mit der neuen Typenbezeichnung An-28 zur Weiterentwicklung nach Polen. Der polnische Flugzeughersteller WSK-PZL in Mielec begann erst im Jahre 1978 mit der Herstellung der An-28 (NAT0-Code „Cash“).

Die im Luftwaffenmuseum der Bundeswehr im Freigelände ausgestellte Maschine ist eines von 12 Flugzeugen, die in den Luftverteidigungs-Streitkräften der ehemaligen DDR ihren Dienst in einer Transportflieger-Einheit geleistet haben. Sie trägt noch ihre alte Kennung 995 (Werk-Nr. 1005).  

Typisch ist des hochgezogene Heck mit Luke zum Be- und Entladen. Das nicht einziehbare Fahrwerk ist an den Stummelflügeln beidseits des Rumpfes befestigt. Technisch war es einfach, das Flugzeug in eine Salonversion, Passagierversion oder Frachtversion umzurüsten.

Technische Daten:

Besatzung

1 bis 2

Passagiere

6

Länge

11,36 m

Spannweite

21,99 m

Höhe

4,63 m

Flügelfläche

39,72 m²

Flügelstreckung

12,15

V-Stellung

Kabinenlänge

3,10 m

Kabinenbreite

1,53 m

Kabinenhöhe

1,60 m

Leermasse

2.600 kg

Nutzlast

720 kg

Startmasse

max. 3.500 kg

Flächenbelastung

88,1 kg/m²

Leistungsbelastung

5,8 kg/PS

Höchstgeschwindigkeit

210 km/h

Reisegeschwindigkeit

175 km/h - max. 220 km/h

Steiggeschwindigkeit

5,3 m/s in Bodennähe

Landegeschwindigkeit

80 km/h

Dienstgipfelhöhe

ca. 5.000 m

Reichweite

680 km je nach Ladung

Startroll- /Landerollstrecke

100 m / 110 m

Triebwerke

2 x Iwtschenko AI-14RF

Leistung

je 220 kW (299 PS)

Art

Sternmotore

Zylinder

9

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Copyright © Flugzeuglexikon von Wolfgang Bredow

 

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