Internationale Luftfahrtausstellung ILA

MilitÀrflugzeuge

 

Northrop Grumman RQ-4A Global Hawk: unbemannte US-Drohne fĂŒr LangstreckenaufklĂ€rung

Northrop Grumman RQ-4 Global Hawk

Diese Drohne wĂŒrde selbst James Bond vor Neid erblassen lassen. Die USA setzten bei ihrer Jagd nach Osama bin Laden High-Tech-Mittel ein, die es vor wenigen Jahren nur in Science-Fiction-Filmen gab. Das "SchnĂŒffelpotenzial" ist brandneu. (Stand: 2002)

MilitĂ€rexperten nennen hier vor allem das unbemannte AufklĂ€rungsflugzeug RQ-4A “Global Hawk”, das ĂŒber 35 Stunden lang ununterbrochen in der Luft bleiben und bei großer Flughöhe sogar bei Nacht und bei jedem Wetter Bewegungen am Boden erspĂ€hen kann. Hoch sensible Kameras, Infrarot-GerĂ€te und Spezial-Radar machen es möglich.

Absturz einer "Global Hawk" ĂŒber Afghanistan: Wie das US-Verteidigungsministerium jetzt bestĂ€tigt, ist am 30. Dezember 2001 eine RQ-4A "Global Hawk" AufklĂ€rungsdrohne der US Air Force auf dem RĂŒckflug von einer AufklĂ€rungsmisson ĂŒber Afghanistan abgestĂŒrzt. Die USAF gab bekannt, dass die Drohne nicht aufgrund von Feindeinwirkung abgestĂŒrzt sei. Die Dronen vom Typ RQ-4A sind auf einer geheimen Operaionsbasis stationiert.

Erstflug: Im Februar 1998 startete das UAV (unmanned air vehicle) erstmals zu einem 56-minĂŒtigen Flug. Der Computergesteuerte AufklĂ€rer mit einer Spannweite von 35,42 Meter ist fĂŒr Flugzeiten von bis zu 45 Stunden ausgelegt. Es kann Reichweiten von bis zu 25.000 km und Flughöhen von etwa 20.000 Meter erreichen.

Zwei Weltrekorde durch „Global Hawk” wurden am Ende eines Fluges gebrochen, den das unbemannte FluggerĂ€t am 21.MĂ€rz 2001 durchgefĂŒhrt hat. Die Flughöhe betrug 19.870 Meter bei einer Flugdauer von 30 Stunden und 24 Minuten. Die Northrop Grumman RQ-4A „Global Hawk" war von der Edwards Air Force Base in Kalifornien gestartet und flog die PazifikkĂŒste entlang nach SĂŒden. Die Route fĂŒhrte an Mexiko, Mittelamerika und dem nördlichen Teil SĂŒdamerikas vorbei und wieder zurĂŒck. Der Flug diente auch einer Erprobung des Systems fĂŒr den Flug nach Australien, der am 23.April durchgefĂŒhrt wurde.

Erste unbemannter Flug ĂŒber den Pazifik am 23. April 2001: Nach knapp 14.000 km Flug landete das unbemannte Flugzeug nach seiner Überquerung des Pazifik auf der RAAF-Base Edinburgh, nahe dem Australischen Adelaide. Eine von Northrop Grumman gebaute AufklĂ€rungsdrohne war am frĂŒhen Morgen in Kalifornien gestartet. Die Global Hawk nahm in Australien an Übungen teil, die ihre besonderen Eigenschaften ĂŒberzeugend unter Beweis stellten. Nach PlĂ€nen des australischen Verteidigungsministeriums sollen Mittel bereitgestellt werden, um 2004 eine „Global Hawk" zu beschaffen.

Die weitere Entwicklung im DrohnengeschĂ€ft (Stand: 2004): AufklĂ€rung wird in der Zukunft wohl ĂŒberwiegend von unbemannten FluggerĂ€ten erledigt. Die „RQ-1 Predator“ - mit Turbopropantrieb - und die „Global Hawk“ sind zur Zeit die Stars ihrer Zunft. Von der Global Hawk weiß man, dass sie wĂ€hrend des Afghanistankrieges wertvolle Dienste geleistet hat und noch leistet. Wie in vielen Bereichen der RĂŒstungstechnik scheinen also die Amerikaner dank massiver Investitionen die Nase vorn zu haben. Allerdings wachsen auch dort nicht die BĂ€ume in den Himmel. Gerade mal zwei Maschinen dieses Typs wird der Hersteller Northrop Grumman im nĂ€chsten Jahr fĂŒr die US-Army bauen, so dass die Firma nach weiteren Exportkunden suchen muss.

So ist zum Beispiel konkret der Einsatz der Global Hawk in einer kĂŒstennahen Gegend in Deutschland geplant. Außerdem soll eine Zusammenarbeit mit der Firma EADS forciert werden. Ausgestattet werden die Maschinen mit dem ELINT-System der Firma Dornier. Der sog. „Euro Hawk“ wird als Gesamtkonzept angeboten. Er könnte zum Beispiel die Nachfolge der „BREGUET 1150 Atlantic” in Teilbereichen antreten aber auch der GefechtsfeldĂŒberwachung dienen. Aber nicht nur die EADS versucht den US-Hersteller auf seine Seite zu ziehen, sondern auch die EuropĂ€ische Firma „STN ATLAS Elektronik“, die seit mehr als einem Jahrzehnt auf diesem Gebiet tĂ€tig ist. Das Rennen scheint also noch offen.

Derzeit befindet sich die noch grĂ¶ĂŸere B-Version der „Predator“ mit Turbopropantrieb in der Bundesrepublik in der Erprobung. Sie stellt eine wirtschaftliche Alternative zur Global-Hawk dar.

In 2001 wurde vom Bundestag die Serienfertigung der AufklĂ€rungsdrohne KZO von Rheinmetall Defence durch Beschluss genehmigt (KZO = KleinfluggerĂ€t Zielortung). Geplant ist die Beschaffung von sechs Systemen zuzĂŒglich Zubehör fĂŒr rund € 276,- Millionen im Zeitraum 2004 bis 2007. Jedes System besteht aus 10 Drohnen, 5 Bergungseinheiten und 2 Bodenanlagen. KZO wird als "fliegendes Auge" bis zu 50 Kilometer ĂŒber feindlichem Gebiet eingesetzt und arbeitet im Verbund mit der Artillerie.

Daneben hat „STN ATLAS Elektronik“ die Kampfdrohne “Taifun” im Angebot, die als sehr fortschrittlich eingestuft wird. Sie ist mit einem Radarsuchkopf ausgerĂŒstet und sucht große FlĂ€chen selbststĂ€ndig nach Zielen ab, die sie dann aus etwa 4.000 m Höhe angreift. Angriffe auf Panzer aber auch Hubschrauber sind denkbar.

Northrop Grumman RQ-4 - Global Hawk

Technische Daten:

Typ

Langstrecken- und -höhenaufklÀrungsdrohne

Erstflug

28. Februar 1998

Ursprungsland

USA

Triebwerk

.

Anzahl

1

Typ

Turbofan-Triebwerk

Hersteller

Rolls-Royce Allison

Muster

AE3007H

Leistung

31,8 kN (3.243 kg)

Flugleistung

.

Höchstgeschwindigkeit

630 km/h

Dienstgipfelhöhe

19.812 m

Reichweite

25.000 km

Flugdauer

24 bis 42 Stunden

.

abhÀngig von Höhe

.

und Geschwindigkeit

Massen

.

Leermasse

4.173 kg

maximale Startmasse

11.600 kg brutto

Treibstoffmasse

6.575 kg

Nutzlast

910 kg

Abmessungen

.

Spannweite

35,42 m

LĂ€nge

13,40 m

Höhe

4,63 m

FlĂŒgelflĂ€che

50,17 mÂČ

Northrop Grumman RQ 4 Global Hawk

 

Copyright © Flugzeuglexikon von Wolfgang Bredow

 

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