Internationale Luftfahrtausstellung ILA

MilitÀrflugzeuge

 

McDonnell Douglas F-15E Strike Eagle: Das Kampfflugzeug ist geeignet fĂŒr Luft-Luft und Luft-Boden-EinsĂ€tze

McDonnell Douglas F-15 Strike Eagle

Die F-15 Eagle (= Adler) ist ein zweistrahliger LuftĂŒberlegenheitsjĂ€ger des Flugzeugbauers McDonnell Douglas, der seit 1997 Teil von Boeing ist. Eine bedeutende Weiterentwicklung ist die 2-sitzige F-15E Strike Eagle, welche mit einer umfangreichen Luft-Boden-Bewaffnung ausgerĂŒstet ist. Hierdurch wurde aus einem reinen LuftĂŒberlegenheitsjĂ€ger ein modernes Mehrzweckkampfflugzeug, das als Jagdbomber und AbfangjĂ€ger eingesetzt wird. Der Auftrag zur Entwicklung der verbesserten F-15E Strike Eagle erfolgte 1984, deren Indienststellung war 1986.

McDonnell Douglas F-15E Strike Eagle

Techische Daten:

Bezeichnung

F-15E Strike Eagle - 2-sitzig

Typ:

Jagdbomber

Triebwerk

2 x Pratt&Whitney

Typ

F100-PW-229

Art

Mantelstromtriebwerke

Leistung

79,18 kN

mit. Nachbrenner

129,45 kN

LĂ€nge

19,43 m

FlĂŒgelspannweite

13,05 m

Höhe

5,63 m

FlĂŒgelflĂ€che

56,48 mÂČ

FlĂŒgelstreckung

3,01

FlÀchenbelastung

361 kg/mÂČ

Leergewicht

14.379 kg

normales Startgewicht:

20.411 kg

max. Startgewicht

36.741 kg

max. TreibstoffkapazitÀt

9.818 kg (intern)

Marschgeschwindigkeit

917 km/h

Höchstgeschwindigkeit

2.698 km/h - Mach 2,54

auf Meereshöhe

1.470 km/h

Dienstgipfelhöhe

18.290 m

Einsatzradius

1.270 km

ÜberfĂŒhrungsreichweite

5.745 km (mit Zusatztanks)

Belastungen

-3 g bis +8 g

Bewaffnung (optional)

Eine intern montierte M61 Vulcan 20 mm sechslÀufige Gatling-Kanone mit 500 Schuss;

bis zu 11.113 kg Waffenlast an externe Pylonen, normalerweise eine  Kombination aus Luft-Luft- und Luft-Boden-Raketen, sowie konventionelle  Bomben aller Art

Bezeichnung

F-15C Eagle1-sitzig

Typ

LuftĂŒberlegenheitsjĂ€ger

Triebwerk

2 x Pratt&Whitney

Typ

F100-PW-220

Art

Mantelstromtriebwerke

Leistung

65,26 kN

mit Nachbrenner

106,6 kN

LĂ€nge

19,43 m

FlĂŒgelspannweite

13,06 m

Höhe

5,63 m

FlĂŒgelflĂ€che

56,5 mÂČ

FlĂŒgelstreckung

3,01

FlĂŒgelbelastung

357 kg/mÂČ

Leergewicht

12.973 kg

normales Startgewicht

20.185 kg

max. Startgewicht

30.844 kg

max. TreibstoffkapazitÀt

6.103 kg (intern)

Marschgeschwindigkeit

.

Höchstgeschwindigkeit

2.655 km/h - Mach 2,5

auf Meereshöhe

1.470 km/h

Dienstgipfelhöhe

19.811 m

Einsatzradius

.

ÜberfĂŒhrungsreichweite

4.631 km

Belastungen

-3 g bis +8.5 g

Bewaffnung (optional)

Eine intern montierte M61 Vulcan 20 mm sechslÀufige Gatling-Kanone mit 940 Schuss;

.

bis zu 7.620 kg Waffenlast an externe Pylonen, normalerweise eine  Kombination aus AIM-9L/M Sidewinder-, AIM-7F/M Sparrow- und AIM-120 AMRAAM-Luft-Luft-Raketen

McDonnell Douglas F-15E - Strike Eagle

Beschreibung:

Die F-15 Eagle von McDonnell Douglas ist ein allwetterfĂ€higes, wendiges, taktisches Kampfflugzeug, das ab 1972 eingesetzt wurde, um der US-Luftwaffe die Erringung und Verteidigung der LuftĂŒberlegenheit ĂŒber Konfliktregionen zu ermöglichen. Es ist das erste Flugzeug der USAF, das mehr Schub hat, als es vollbetankt und mit einiger Bewaffnung wiegt. Das heißt, dass es selbst in der Vertikalen noch beschleunigen kann.

Die F-15 Eagle wird seit 2003 sukzessiv durch die modernere F-22 Raptor ersetzt und damit ausser Dienst gestellt. VorgÀnger der Eagle bei McDonnell Douglas war u.a. die F-4 Phantom.

Die StĂ€rken der Eagle liegen in ihrer Wendigkeit und Beschleunigung, der Reichweite, den mitfĂŒhrbaren Waffen und in ihrer Avionik. Mit ihren elektronischen Systemen kann die F-15 feindliche Flugzeuge entdecken, aufschalten, verfolgen und angreifen, wĂ€hrend sie in freundlichem oder feindkontrolliertem Luftraum operiert. Die Schnittstelle zum Piloten wurde konsequent so entwickelt, dass eine Person einen Luftkampf zwar alleine, aber trotzdem sicher und effektiv fĂŒhren kann.

Die ManövrierfĂ€higkeit und Beschleunigung der F-15 werden durch ein hohes Schubgewichts-verhĂ€ltnis und niedrige TragflĂ€chenbelastung erreicht. Die TragflĂ€chenbelastung (das VerhĂ€ltnis von Flugzeuggewicht zu FlĂŒgelflĂ€che) ist wichtig fĂŒr hohe Wendigkeit, und erlaubt dem Flugzeug in Kombination mit dem hohen SchubgewichtsverhĂ€ltnis, enge Kurven mit hoher Belastung zu fliegen, ohne an Geschwindigkeit zu verlieren.

Als 1976 die F-15 in Dienst gestellt wurde, war sie der 1. LuftĂŒberlegenheitsjĂ€ger der Welt. Ihre Überlegenheit basierte dabei auf ihrem Leistungsvermögen, sich mit hoher Geschwindigkeit einem Ziel zu nĂ€hern und sich notfalls schnell aus kritischen Situationen befreien zu können.

Aber als Ende der 80er Jahre in der Sowjetunion die MiG-29 Fulcrum und Suchoi Su-27 Flanker in Dienst gestellt wurden, zeigten sich die Defizite der F-15. Obwohl sie im BVR-Kampf (beyond visual range) noch mithalten konnte, war sie im direkten Vergleich zu schwerfĂ€llig und somit im Kurvenkampf unterlegen. Aufgrund der komplizierten Technik waren die F-15 zudem viel störanfĂ€lliger als ihr sowjetisches GegenstĂŒck. Jedoch hat die F-15 einen Vorsprung beim Kapitel Avionik, Sensoren und Lenkwaffen, wo die russischen Flugzeuge schlecht abschneiden.

Die Avionik-AusrĂŒstung umfasst ein Head-Up-Display, fortschrittliches Radar, Inertiale Navigation, Fluginstrumente, gesicherte Kommunikation, taktische Navigation und ein Instrument Landing System. Ein Inertiales Navigationssystem (INS) dient zur Messung der Orientierungs- und PositionsĂ€nderungen bewegter Objekte und Fahrzeuge wie Flugzeuge. Dazu kommen noch GerĂ€te, die automatisiert im Hintergrund arbeiten, vor allem das taktische System zur elektronischen KampffĂŒhrung (Störsender), das Identifikations-System Freund/Feind (IFF), elektronische Gegenmaßnahmen zum Schutz vor Raketenbedrohungen und der zentrale Bordrechner.

Das Head-Up-Display, das auf eine Scheibe vorne in der Pilotenkanzel projiziert wird und auch unter widrigen Lichtbedingungen gut sichtbar ist, bietet dem Piloten situationsabhÀngig alle notwendigen Informationen, um seine Lage einzuschÀtzen, den Jet zu fliegen und zu kÀmpfen, ohne den Blick abzuwenden um auf die Cockpit-Instrumente zu sehen.

Das vielseitige Puls-Doppler-Radarsystem kann sowohl zu hoch fliegenden Zielen hinaufschauen als auch auf tief fliegende Ziele hinunter, ohne durch Bodenreflexionen gestört zu werden. Es kann Flugzeuge und kleine Hochgeschwindigkeitsziele sowohl ausserhalb visueller Sichtweite als auch im Nahbereich entdecken und verfolgen, und dies bis hinunter zu buchstĂ€blicher "Baumwipfelhöhe". Das Radar gibt seine Zielinformationen an den Zentralcomputer weiter, der dann die Feuerleitung ĂŒbernimmt. FĂŒr LuftkĂ€mpfe im Nahbereich hat das Radar einen Modus, in dem es feindliche Flugzeuge automatisch aufschaltet, so dass der Pilot nicht erst zeitaufwĂ€ndig Ziellisten durchgehen muss. Das System fĂŒr elektronische KriegfĂŒhrung stellt erstens Warnung vor potenziellen Bedrohungen zur VerfĂŒgung und zweitens automatisierte Gegenmaßnahmen gegen ausgewĂ€hlte Bedrohungen.

Die F-15 kann praktisch das ganze Arsenal aktueller amerikanischer Luft-Luft-Raketen tragen. Das automatisierte Waffensystem erlaubt dem Piloten, sicher und effektiv zu kĂ€mpfen, indem er die auf dem Head-Up-Display dargestellten Informationen nutzt. Die Bedienelemente fĂŒr sĂ€mtliche wĂ€hrend Flug und Kampf benötigten Funktionen sind in den Schubregler und SteuerknĂŒppel integriert, so dass der Pilot diese beiden wichtigen Steuerelemente nicht loslassen muss. Wenn er von einem Waffensystem zu einem anderen wechselt, erscheint die visuelle Hilfe zu dieser Waffe automatisch auf dem Head-Up-Display.

Im Einzelnen kann die Eagle mit Kombinationen aus vier unterschiedlichen Luft-Luft-Waffen bestĂŒckt werden: AIM-7F/M Sparrow-Raketen oder AIM-120 AMRAAM (Advanced Medium Range Air-to-Air Missile, fortgeschrittene Luft-Luft-Rakete mittlerer Reichweite) unter dem Rumpf, AIM-9L/M Sidewinder oder AIM-120 an zwei Pylonen unter den FlĂŒgeln, und eine interne 20-mm M61 Maschinenkanone.

Speziell fĂŒr die F-15-Modellvarianten C und D wurden sog. Conformal Fuel Tanks (CFTs) entwickelt. Diese Zusatztanks können seitlich an den LufteinlĂ€ssen unter den FlĂŒgeln angebracht werden. Ihre Besonderheit liegt darin, dass sie aerodynamisch optimiert sind, und im Gegensatz zu normalen Außen-/FlĂŒgeltanks nicht begrenzend auf die maximal erreichbare Geschwindigkeit oder Wendigkeit wirken. Sie sorgen zwar fĂŒr Luftwiderstand usw., sind aber so ausgelegt, dass sie starken Belastungen widerstehen können und bei scharfen Flugmanövern nicht wie normale Außentanks unmotiviert abreißen und SchĂ€den verursachen - zusĂ€tzlich erzeugen sie Auftrieb, was den erzeugten Luftwiderstand wieder etwas aufwiegt. Jeder CFT bietet Platz fĂŒr etwa 3.000 l Treibstoff. Diese Tanks reduzieren die Notwendigkeit zur Luftbetankung bei EinsĂ€tzen und verlĂ€ngern die Zeit, die das Flugzeug im Kampfgebiet bleiben kann. Eine mit CFTs ausgerĂŒstete Eagle benötigt zum Überqueren des Atlantiks keine Luftbetankung, da die ÜberfĂŒhrungsreichweite 5.745 km betrĂ€gt. Durch die Nutzung von CFTs bleiben alle externen AufhĂ€ngungen fĂŒr Munition frei. ZusĂ€tzlich können sogar noch weitere AIM-7F/M-Raketen an den CFTs befestigt werden. Ihr Nachteil ist, dass die Tanks nur von Wartungspersonal demontiert und nicht wie normale Zusatztanks in der Luft abgeworfen werden können, falls die Situation es erfordert.

1984 erfolgte der Auftrag zur Entwicklung der F-15E Strike Eagle (Jagdbomber). Als Grundlage diente eine doppelsitzige F-15B.

Die F-15E Strike Eagle unterscheidet sich von der F-15 A/B/C/D-Version. Die F-15E ist dafĂŒr gebaut, sowohl Luft-Luft als auch Luft-Boden-EinsĂ€tze effektiv zu erledigen. DafĂŒr wurde sie mit einer neueren Avionik ausgerĂŒstet und die Struktur wurde verstĂ€rkt. Die Besatzung besteht aus zwei Leuten, einem Piloten und einem Waffenoffizier. Ein Lasernavigationssystem zeigt stĂ€ndig die aktuelle Position des Flugzeugs an. Beide Cockpits verfĂŒgen ĂŒber eine digitale, bewegliche Karte. Mit dem APG-70 Radar erreicht man eine hohe Genauigkeit und kann Ziele auf große Entfernungen ausmachen. Das LANTIRN-System erlaubt dem Fighter, in niedriger Höhe, nachts und in allen Wetterlagen zu fliegen und Bodenziele mit gelenkten und ungelenkten Waffen anzugreifen.       

Eine der wichtigsten ZusĂ€tze der F-15E ist das hintere Cockpit, in dem der Waffensystemoffizier agiert. Der Pilot kann sich ganz auf das Fliegen konzentrieren, wĂ€hrend der WSO die ZielaufklĂ€rung und den Waffen- und Störmitteleinsatz, sowie die Navigation ĂŒbernimmt. Er hat 4 Bildschirme zur VerfĂŒgung, auf denen er das Radar anzeigen kann und elektronische Gegenmaßnahmen ergreift. Außerdem verfĂŒgt er - wie der Pilot - ĂŒber ein FrontscheibensichtgerĂ€t, um die jeweilige Fluglage und andere Informationen abzurufen.   

Die F-15E kann die meisten Waffen aller US-Kampfjets mitfĂŒhren, z.B. Sidewinder-Raketen. Außerdem ist eine 6-lĂ€ufige M61A1-20 mm Gatling Maschinenkanone mit 500 Schuß eingebaut.

Obwohl sie eine außerordentlich erfolgreiche Konstruktion war, ist die F-15 aerodynamisch nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Trotz guter Avionik ist sie neueren Kampfflugzeugen wie dem Eurofighter oder der russischen Suchoi Su-35 unterlegen. Außerdem befindet sich die Entwicklung allgemein im Moment an der Schwelle, dass neue Flugzeuge generell ĂŒber Stealth- (Tarn-) Eigenschaften verfĂŒgen mĂŒssen. Mit der F-22 Raptor steht nun bereits der Nachfolger fĂŒr die Eagle in den Startlöchern. Zuerst werden die F-15A den F-22 weichen mĂŒssen, spĂ€ter auch die C-Modelle, und sobald der neue F-35 Joint Strike Fighter Serienreife erreicht, hat auch die F-15E Strike Eagle ausgedient. Die letzten Eagles sollen demnach um das Jahr 2030 ausser Dienst gehen.

Entstehungsgeschichte:

Der Erstflug der F-15A war 1972. November 1974 wurde die erste Maschine ausgeliefert und in 1976 wurden die ersten F-15 in grĂ¶ĂŸerer StĂŒckzahl in der US-Army eingesetzt. Die ersten 1-sitzigen F-15C und 2-sitzigen F-15D mit zusĂ€tzlichem Tankvermögen kamen erst 1979.

McDonnell Douglas F-15E Strike - Eagle
McDonnell Douglas F-15 E Strike Eagle
McDonnell Douglas F-15E -Strike Eagle

 

Copyright © Flugzeuglexikon von Wolfgang Bredow

 

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