Internationale Luftfahrtausstellung ILA

Hubschrauber / Helikopter

Eurocopter SHS EC 135 T1: Schulungshubschrauber der Bundeswehr

Eurocopter SHS EC 135

Der Schulungshubschrauber Eurocopter EC 135 SHS der Bundeswehr hat im September 2000 das bisherige Modell Aerospatiale Alouette II abgelöst. Der Hubschrauber verfügt über zwei Triebwerke, ein digitales Cockpit, Autopilot und ein Flug-Management-System. Flugschüler lernen innerhalb von zwölf Monaten nicht nur die Beherrschung des SHS nach Sichtflugregeln, sondern erhalten auch die Qualifikation für den Instrumentenflug und den Sensorflug im Nachttiefflug.

Der EC 135 ist ein leichter zweimotoriger Hubschrauber, der auch u.a. vom ADAC und der Polizei genutzt wird. Dank neuester Technologie entspricht der zweimotorige Leichthubschrauber Eurocopter EC 135 dem aktuellen Bedarf an kostengünstigen Missionen bei gleichzeitig auf das absolute Minimum reduzierten Betriebskosten. Für den EC 135 stehen 2 zweimotorige Varianten zur Verfügung

  • Der EC 135 T2i ist mit Turbomeca Arrius 2B2 und
  • der EC 135 P2i mit Pratt & Whitney PW206B2

ausgestattet. Der Hubschruber verfügt über eine vollautomatische elektronische Triebwerkssteuerung (FADEC). Vom Anlassen bis zum Abschalten des Triebwerks gewährleistet das FADEC-System maximale Leistung und Sicherheit sowie optimalen Kraftstoffverbrauch. Beide Varianten zeichnen sich durch optimale Notleistungswerte bei Ausfall eines der Triebwerke aus.

Eurocopter SHS EC 135 T1 - Ausbildungshubschrauber

Technische Daten:

Hersteller

Eurocopter

Nutzung

leichter Mehrzweckhubschrauber

Besatzung

1 bis 2

Passagiere

5 bis 7

Antrieb

2 x Turbomeca

Typ

Arrius 2 B1 (EC 135T2)

.

mit dig. Triebwerkskontrolle

optional      

2 x Pratt & Whitney Canada

Typ             

PW 206B (EC 135P2)

Leistung

Arrius = 2 x 466 PS (343 kW)

Abmessungen

.

Rumpfänge

10,20 m

Rumpfbreite

1,56 m

Breite über alles

2,65 m

Länge über alles

12,16 m

Höhe

3,90 m

Hauptrotordurchmesser

10,2 m

Rotorkreisfläche

81,7 m²

Durchmesser des Fenestron

1,0 m

Fenestronkreisfläche

2,84 sqm

Kabinenlänge

ca. 3,5 m

Kabinenbreite

1,5 m

Kabinenhöhe

1,26 m max.,

.

1,15 m hinten

Kabinenfläche

3,3 m²

Kabinenvolumen

3,8 m³

Gepäckraumvolumen

1,1 m³

Massen:

.

Leermasse

1.490 kg

Zuladung

1.265 kg

max. Kraftstoff

545 kg

Langstreckentank

720 kg optional

Startmasse

2.835 kg max.

Startmasse mit Außenlasten

2.900 kg

Flugleistungen:

.

max. Fluggeschwindigkeit

287 km/h

Marschgeschwindigkeit

222 km/h

witrschaftl. Geschwindigkeit

225 - 235 km/h

Dienstgipfelhöhe

3.045 m

Steigrate

7,6 m/s

Reichweite

620 km

Einsatzdauer

3:30 Stunden ohne Reserve

Eurocopter SHS EC 135 T1 - Cockpitansicht

Beschreibung: leichter 2-motoriger Vielzweck-Hubschrauber

Der Eurocopter EC 135 ist eine Gemeinschaftsentwicklung aus Deutschland und Frankreich. Bei der Bundeswehr wird der EC 135 u.a. als Schulungsflugzeug in der fliegerischen Grundausbildung eingesetzt. Grunsätzlich kann er auch anderen Aufgaben dienen, z. B. beim ADAC als Rettungshubschrauber.

Entwicklungsgeschichtlich stammt die EC 135 direkt von der erfolgreichen MBB BO 105 ab. Auf deren Basis entwickelte man in den 80er Jahren das Modell BO 108, das ursprünglich nur als Demonstrationsmodell für neue Technologien dienen sollte. Hier ist vor allem die Fly-by-Wire-Steuerung und ein neuer gelenk- und lagerloser Hauptrotor hinzu gekommen, der die störenden und materialermüdenden Vibrationen auf ein Minimum reduziert, dabei agil reagiert und verhältnismäßig leise ist. Die Gelenke konnten durch verwindungsfähige GFK-Blätter eingespart werden. Bemerkenswert ist außerdem, dass die Zelle des Hubschraubers EC 135 zum grössten Teil aus CFK gefertigt ist.

MBB brachte den BO 108-Prototypen in das 1992 gegründete Unternehmen Eurocopter mit ein. Inzwischen sah man für einen auf der BO 108 basierenden Helikopter gute Marktchancen, so dass man die alten Konstruktionspläne wieder aus den Schubladen holte. Der französische Teil von Eurocopter (ehem. Aerospatiale) steuerte den neuen Fenestron-Heckrotor bei, der nochmals eine deutliche Geräuschreduzierung und einen Sicherheitsgewinn versprach, da keine freistehenden rotierenden Teile vorhanden sind.

Eurocopter EC 135 - Fenestron HeckrotorFür die EC 135 stehen zwei 2-motorige Varianten mit vollautomatischer elektronischer Triebwerkssteuerung (FADEC) nach dem neuesten Stand der Technik zur Wahl. Vom Anlassen bis zum Abschalten des Triebwerks gewährleistet das FADEC-System maximale Leistung und Sicherheit sowie optimalen Kraftstoffverbrauch. Beide Varianten (EC 135 T2i mit Turbomeca Arrius 2B2 und EC 135 P2i mit Pratt & Whitney PW206B2) zeichnen sich aus durch optimale Notleistungswerte (OEI) bei Ausfall eines der Triebwerke - für jeden Betreiber ein zusätzliches Plus an Sicherheit.

Für das Cockpit dieses neuen allwetterfähigen Militär-, Polizei- und Rettungshubschraubers hat das deutsch-französische Gemeinschaftsunternehmen Eurocopter ein unter technologischen und ergonomischen Aspekten völlig neues Konzept entwickelt. Dabei werden die im klassischen Hubschrauber gewohnten Cockpit-Instrumente zusammengefasst und mit weiteren, für die Allwetter-Tauglichkeit des Systems erforderlichen Informationen über Displays dargestellt.

Am 15. Februar 1994 hob die auf den neuen Heckrotor umgebaute BO 108-A1 als erster Hubschrauber der neuen Bauserie EC 135 in Ottobrunn zu ihrem Erstflug ab. 1996 lief dann die Serienproduktion an. Der Helicopter ist mit 86 dB nur geringfügig lauter als der EC 130.

Der 2-motorige Leichthubschrauber zeichnet sich vor allem durch hohe Sicherheit und Manövrierfähigkeit aus. Er soll der kostengünstigste seiner Klasse sein.

Um den Wünschen militärischer Kunden gerecht zu werden, wird mit der EC 635 auch eine Version als leichter Kampf-, Transport- und Beobachtungshubschrauber angeboten.

Eurocopter SHS EC 135 T1 - Bundeswehr
Eurocopter SHS EC 135 Heckrotor

Ein Fenestron (= Fenster) ist ein umschlossener Heckrotor eines Hubschraubers. Er dient zum Ausgleich des Drehmoments des Hauptrotors und ist als Mantelpropeller in den Heckausleger versenkt eingebaut. Während herkömmliche Heckrotoren maximal 6 Rotorblätter besitzen, haben Fenestrons zwischen 8 und 18 Blättern. Dadurch wird der Betriebslärm über mehrere Frequenzen verteilt wird und wirkt damit insgesamt leiser.

Vorteile:

  • Größere Bodenfreiheit des Heckauslegers und eine geringe Anfälligkeit gegenüber Fremdkörpern, bei militärischen Hubschraubern auch gegenüber Beschuss
  • Geräuschentwicklung wird stark reduziert, da die Blattspitzen nicht frei umlaufen.
  • Durch die höhere Blattanzahl bewirkt dies auch geringere Vibrationen

Nachteile:

  • Höheres Gewicht durch die Kapselung, daher eignet es sich eher nur für kleinere und mittelgroße Typen, es wäre bei großen Hubschraubern schon zu schwer
  • Höherer Bauaufwand
  • Höherer Energiebedarf

Airbus Helicopters und das Vorläuferunternehmen Eurocopter setzten diese Technologie bisher am häufigsten ein. Der Fenestron wurde erstmals von Sud Aviation aus Frankreich zum Einsatz gebracht.

Eurocopter EC 135 - Fenestron-Heckrotor
Eurocopter SHS EC 135 Cockpit

Umbenennung von Eurocopter (EC) zu Airbus Helicopters (H):

Airbus Helicopters hat die Mehrheit seiner Produkte im Jahr 2015 umbenannt, um ein schlüssigen und leicht verständlichen Angebots für seine Kunden zu erreichen und das von den Kunden erwartete Maß an Spitzenleistungen in der Hubschrauberindustrie zu realisieren.

Airbus Helicopters, von 1992 bis 2013 Eurocopter, ist ein europäischer Hersteller von Hubschraubern, der 1992 aus den Hubschrauber-Sparten der DASA und der französischen Aérospatiale entstand. Airbus Helicopters ist eine hundertprozentige Tochter des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns Airbus Group (früher EADS). Airbus Helicopters ist weltweit führend am zivilen und halbstaatlichen Markt für Hubschrauber bei einem Marktanteil von 50% im Jahr 2017. In 2016 waren insgesamt etwa 12.000 Hubschrauber von etwa 3.000 verschiedenen Betreibern im Einsatz.

Folgende Produkte stehen derzeit im Angebot von Airbus Helicopters:  (Stand: 2020)

Airbus Helicopter - Modelle

 

Copyright © Flugzeuglexikon von Wolfgang Bredow

 

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