Internationale Luftfahrtausstellung ILA

Flugzeuge aus der Fr├╝hzeit der Luftfahrt

 

Taylorcraft Auster Mk.V: milit├Ąrisches Verbindungs- und Beobachtungsflugzeug von 1942 des britischen Herstellers Taylorcraft Aeroplanes

Taylorcraft Auster Mk.V

Die Taylorcraft Auster Mk.V war mit einem luftgek├╝hlten 100 PS starken “Cirrus Minor II” mit 4-Zylinder ausgestattet. Volle Instrumentierung, unabh├Ąngig zu bedienende Bremsen und Feststellbremse waren Standard. Der Grundpreis betrug 825 Pfund mit einer Auswahl an zwei Au├čen- und Kabinenfarbwahlm├Âglichkeiten. Ein verbessertes Muster mit Klappen und automatischem Starter war f├╝r ungef├Ąhr 1000 Pfund verf├╝gbar.

Taylorcraft Auster Mk.V - D-ELYD

Technische Daten:

Antrieb

Cirrus Minor II

Zylinder

4

.

luftgek├╝hlt

Maximalgeschwindigkeit

200 km/h

Reisegeschwindigkeit

160 km/h

Minimalgeschwindigkeit

46,4 km/h mit Klappen

Reichweite

400 km

mit zus├Ątzlichen Tank.

880 km

Taylorcraft Auster Mk.V - Beobachtungsflugzeug

Antrieb der unterschiedlichen Auster-Varianten:

  • (Mk I) Cirrus Minor I Motor mit 90 Ps
  • (Mk II) Lycoming O -290-3 mit 130 Ps
  • (Mk III) D.H. Gipsy Major I, 4-Zylinderantrieb mit 130 Ps
  • (Mk IV und Mk V) Lycoming O-209-3, 4-cylinder mit 130 Ps
  • (Mk IV optional) D.H. Gipsy Major I, 4-Zylinderantrieb mit 130 Ps
  • (J/1 Autocrat) Cirrus Minor II, 4-Zylinderantrieb mit 100 Ps.
Taylorcraft Auster Mk.V - Cockpit

Beschreibung:

Equipment / Avionics: (optional) Vorhanden sind Ger├Ąte f├╝r Standardkommunikationen und Navigationsausr├╝stung. Die Auster MK V ist f├╝r Blindflug ausgr├╝stet. Die zus├Ątzliche Trimmfl├Ąche unterhalb des Tragfl├Ąchen wurde durch eine Standardtrimmung ersetzt.

Design: Entworfen wurde das Flugzeug von C. Gilbert Taylor bei der Taylorcraft Aircraft Corporation in Amerika (fr├╝her Taylorcraft Aviation Company). Urspr├╝nglich wurde die Grundform des Konstrukteurs bei William Piper entworfen, der zuvor f├╝r Firma Piper die ber├╝hmte “E-2 Cub” entwarf.

Hersteller: Taylorcraft Aeroplanes (England) bauten in Thurmaston, Leicestershire, in Lizenz die Flugzeuge der Taylorcraft Aircraft Corporation aus Amerika. Am 21. November 1938 wurden Taylorcraft Aeroplanes als eine private Gesellschaft f├╝r Produktion und Vertrieb der US-Maschinen f├╝r England und Europa angemeldet. Die Rechte wurden von Alexander Lance Wykes ausgehandelt, der die Taylorcraft Aeroplanes mitgestaltete, um das Flugzeug in Europa zu bauen.

Zu Beginn des 2. Weltkrieges erwarb die Gesellschaft eine zweite Produktionseinrichtung. Ab 1940 entwickelte sich die Gesellschaft zu einem ├╝ber 10 Werke verteiltes Instandsetzungszentrum f├╝r Flugzeuge. Alexander Lance Wykes verungl├╝ckte, als er 1945 eine Auster Mk IV vorf├╝hrte, so dass er durch Frank Bates ersetzt wurde, der dann als Managing Director fungierte. Im M├Ąrz 1946 wurde die britische Gesellschaft Auster Aircraft Limited gegr├╝ndet, als Lizenz der Us-Firma Taylorcraft Aircraft erlosch. Auster Aircraft Limited baute von da an eigene Flugzeuge.

Taylorcraft Auster Mk.V - Boxermotor Lycoming

Beschreibung der Entstehungsgeschichte: Hintergrund

In den USA der sp├Ąten drei├čiger Jahren genossen Zivilflugzeug der Modelle B, C und D der Taylorcraft Company betr├Ąchtlichen Erfolg. Sie waren so erfolgreich, dass der Engl├Ąnder Alexander Lance Wykes in 1938 nach Nordamerika reiste, um eine Lizenzvereinbarung zum Bau der US-Maschinen auszuhandeln. Am 21. November 1938 erfolgte die amtliche Eintragung, die zum Bau und Vertrieb in Englang und dem ├╝brigen Europa berechtigte. Die erhaltene Lizenz berechtigte zur Herstellung des Taylorcraft-Modells B. Der Produktion begann im Februar 1939. Das erste Flugzeug wurde bis zum 24. April 1939 fertiggestellt und als “G-AFNW” angemeldet (Prototyp).

6 in Amerika gefertigte Flugzeuge des Musters “As” wurden sp├Ąter nach England importiert, um als Vorlage des Nachfolgers des Modells B zu dienen. Dieses Flugzeug war typisch f├╝r die sp├Ąteren Varianten, die in England gebaut wurden. Es bestand aus einer geschwei├čten Rohrkonstruktion, deren Struktur mit Stoff bespannt war und einem nicht einziehbaren Fahrwerk. Die Kabine fa├čte 2 Personen, die nebeneinander Platz hatten. Ferner hatte diese Maschine den Motor Continental A-50 mit 50 Ps, statt wie bisher den Continental A-40 mit 40 Ps.

Das in England gebaute ├äquivalent zum US-Muster “A” wurde urspr├╝nglich als Muster “C” benannt, aber bald als Reflektion der verbesserte Leistung zu “Auster Plus C” umbenannt, ausger├╝stet mit einem Lycoming O-145-A2 und 55 Ps. Einschlie├člich des Prototyps (G-AFNW) wurden 23 “Auster Plus C” gebaut.

Noch vor Ausbruch des 2. Weltkrieges wurden 9 “Auster Plus D” mit dem Motor “Cirrus Minor I” ausgeliefert, der 90 Ps hatte.

Von den 32 oben erw├Ąhnten in England gebauten Flugzeugen (23 Plus C und 9 Plus D) wurden 20 “Plus C” und 4 “Plus D” von der RAF genutzt. Die Modelle “Plus C” mit den Cirrus-Motoren wurden bei der RAF vorerst als “Plus C.2” bezeichnet. Die meisten dieser Flugzeuge wurden dort vom Geschwader Nr. 651 zur Pr├╝fung ihrer Eignung f├╝r Eins├Ątze als AOP (Luftbeobachtungsposten) und zur Fernmelde├╝bertragung verwendet. Das Ergebnis f├╝hrte zur Anfangsorder von 100 ├Ąhnlichen Flugzeugen zum milit├Ąrischen Gebrauch unter der Bezeichnung “Auster Mk I” gef├╝hrt wurde.

Auf Grund milit├Ąrischer Forderungen wurden die Klappen an den Fl├╝geln modifiziert, um die Kurzstarteigenschaften auf unbefestigten Pisten zu verbessern. W├Ąhrend des Krieges wurden mehr als (etwa) 1.600 Maschinen zum Dienstgebrauch unter den Kennzeichnungen Auster “Mk I”, “Mk III”, “Mk IV” und “Mk V” gebaut. Von der Auster “Mk II” wurden nur 2 Maschinen mit Lycoming 0-290 Antrieb (130 Ps) gebaut, weil US-Motoren knapp waren. Dieser Umstand f├╝hrte direkt zur “Auster Mk III”, welche zwar grunds├Ątzlich mit der “Auster Mk.I” identisch waren, jedoch mit 130 Ps eines “Gipsy Major I” ausgestattet wurden.

Den 470 “Auster Mk.III” folgten 254 “Auster Mk IV”, welche wieder Lycoming-Maschinen erhielten und eine gr├Â├čere Kabine, in der 3 Personen pa├čten.

Eine noch gr├Â├čere Produktionszahl erreichte die “Auster V”, von der ca. 800 Maschinen gebaut wurden. Diese Flugzeuge unterschieden sich von den “Mk IV” durch Blindflugtauglichkeit, bzw., waren zum Instrumentenflug geeignet.

Nur 3 Wochen nach dem sog. “D-Day” wurden die unbewaffneten Flugzeuge wegen des Erfolgs w├Ąhrend des Krieges auch an Kanada, Holland und Frankreich geliefert und dienten dort der taktischen Luftwaffe und zur Unterst├╝tzung der Bodentruppen. Piloten der verb├╝ndeten Armeen Englands wurde dazu von der RAF f├╝r den Dienst der AOP-Geschwader (Luftbeobachtung) ausgebildet. Entsprechend best├╝ckte Flugzeug-Versionen lieferten auch photographische Beweise von der Wirksamkeit der Artillerie.

Eingesetzt wurden die bis dahin gebauten Auster-Maschinen im 2. Weltkrieg auch zur Besetzung von Algerien und Sizilien.

Auster A.O.P. 6: Die Verwendung von Flugzeugen als Luftbeobachtungsposten der Armeen hatte ihren Ursprung im 1. Weltkrieg und wurden im 2. Weltkrieg in England durch eine betr├Ąchtliche Anzahl US-Amerikanischer leichter Flugzeuge realisiert. Im Vereinigten K├Ânigreich hatten Entwicklungen des Entwurfs der Vorkriegs-US-Taylorcraft zu einer Serie von Flugzeugen der “Auster” gef├╝hrt. Am meisten wurden vom Model des Typs “Auster Mk.V” gebaut (ca. 800), die mit einem “Avco Lycoming” mit 130 Ps ausgestattet waren.

Als sich das Ende des Krieges n├Ąherte wurde entschieden, einen Ersatz der Auster Mk.V zu bauen. 1945 wurde die A.O.P. 6 in Dienst gestellt, die ├╝ber einen verst├Ąrkten Rumpf verf├╝gte und dadurch etwas schwerer war. Ferner wurde die Treibstoffkapazit├Ąt erh├Âht und als Motor ein “De Havilland Gipsy Major VII” mit 145 Ps eingebaut. Da auch der Durchmesser des Propellers vergr├Â├čert wurde, mu├čten die Fahrgestellstreben verl├Ąngert werden. Auch zus├Ątzlich Klappen wurden angebracht, um die Start- und Landeeigenschaften zu verbessern. Einige Exemplare wurden mit Schwimmer oder Ski ausger├╝stet.

Die Anfangsproduktion von 296 “A.O.P. 6” wurde 1949 beendet, aber 1952 wieder aufgenommen. Am Ende wurden insgesamt etwa 400 St├╝ck produziert. Von diesen wurden 22 an die belgischen Luftwaffe geliefert, und 2 nach Hongkong. Kanada erhielt 36 Maschine, S├╝d Afrika 5 und Arabien 4. Viele andere Maschinen wurden sp├Ąter auch zivil genutzt.

Auster A.O.P. 9: Da 1950 ein Nachfolger der Auster A.O.P.6 erforderlich war, wurde der Flugzeugtyp durch die Neuentwicklung der A.O.P. 9 fortgeschrieben. Das Nachfolgemodel war zwar leichter, bekam aber eine betr├Ąchtlich leistungsf├Ąhigere Maschine mit 180 Ps (Blackburn Cirrus Bombardier 203 inline). Dadurch wurde die Start- und Landeeigenschaft nochmals verbessert. Zus├Ątzlich zu seiner klassischen A.O.P-Rolle konnte das Flugzeug nun auch f├╝r leichte Transportaufgaben eingesetzt werden - z.B. zur Unfallevakuierung.

Der Prototyp der A.O.P. 9 flog am 19. M├Ąrz 1954 und die Serienproduktion begann 1955. Insgesamt wurden 145 St├╝ck gebaut.

Das neue Flugzeug wurde bald in ├ťbersee beim Kampf gegen Terroristen in Malaya beim Geschwader Nr. 656 in der Operation “Firedog” eingesetzt. Das Geschwader flog 143.000 Eins├Ątze, mehr als jede andere Einheit bei der Operation geflogen hatte. Jedoch gab es dann in Einsatzh├Âhen von 1.220 bis 2.135 Meter Probleme bei der Bek├Ąmpfung feindlicher bewaffneter Stammesangeh├Âriger. Das Milit├Ąr dachte an den Einsatz von Hubschraubern bei der Luftbeobachtung.

1960 wurde Auster Aircraft Co von der Pressed Steel Company aufgekauft, die sp├Ąter die Firma zu British Executive und General Aircraft (BEAGLE) umgestaltete. Beagle wiederum wurde in 1966 aufgekauft und in 1968 wurden die Auster-Rechte an Hampshire and Sussex Aviation verkauft

Taylorcraft Auster Mk.V - Verbindungsflugzeug
Taylorcraft Auster Mk.V - Luftfahrtausstellung
Taylorcraft Auster Mk.V.
Taylorcraft Auster Mk.V - ILA Berlin
Taylorcraft Auster Mk.V - Rollbahn
Taylorcraft Auster Mk.V - ILA Luftfahrtausstellung
Taylorcraft Auster Mk.V - Seitenansicht

 

Copyright © Flugzeuglexikon von Wolfgang Bredow (Berlin, Spandau)

 

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