Internationale Luftfahrtausstellung ILA

Flugzeuge aus der Frühzeit der Luftfahrt

 

Piper L-4: Militärversion der bekannten Piper J-3, die ab 1941 bei der U.S. Army, der U.S. Air Force und U.S. Navy eingeführt wurde

Das Flugzeug ist ein abgestrebter Hochdecker mit starrem Fahrgestell und traditionellem Leitwerk. Die Insassen sitzen in Tandemanordnung hintereinander. Auffällig sind die seitlich nach außen ragenden Abgaskrümmer.

Bei der Piper L-4 - auch Piper O-59 “Grasshopper” genannt - handelt es sich um eine modifizierte Militärvariante der bekannten Piper J-3. Ab 1941 wurde dieser Typ vor allem bei der U.S.Army eingeführt. Auch die U.S. Air Force sowie die U.S. Navy setzten dieses Flugzeug ein. Dabei spielten die "L- Bird`s" (Liaison = Verbindung) eine wichtige Rolle im Kriegsverlauf. Die Hauptaufgaben der Piper L-4 waren die Pilotenausbildung, Krankentransporte, Einsätze als Verbindungsflugzeug, Gefechtsfeldaufklärung und Artilleriebeobachtung.

Die Vorteile dieser Maschinen war ihre leichte aber robuste Bauweise, ihre gutmütigen Flugeigenschaften, die niedrige Fluggeschwindigkeit sowie die Möglichkeit fast überall starten und landen zu können. So starteten diese Maschinen auch am sogenannten "D-Day" - der Alliierten Landung in der Normandie - selbst von kleinen Flugzeugträgern aus, um den Kommandeuren der Invasionstruppen Informationen über den Verlauf der Kampfhandlungen zu geben.

Von den mit dem Spitznamen "GRASSHOPPER" bedachten Maschinen des Typs L-4 wurden zwischen 1941 und 1945 ca. 6000 Stück gebaut. Der damalige Preis lag bei 2.100 bis 2.600 Dollar. Nach dem Krieg wurden viele Maschinen an Privatpersonen verkauft, oft nur für ein paar Dollar. Davon sind einige Maschinen bis heute erhalten geblieben, manche davon sogar noch in flugfähigem Zustand.

Als Nachfolgemodell gilt die Piper J-5. Die J-5 verwendete die gleichen Flügel wie die J-3, aber der Rumpf wurde verbreitert, um zwei Passagiere im hinteren Sitz - anstatt einen - mitnehmen zu können.

Technische Daten:

  • Besatzung: 1 Pilot
  • Kapazität: 1 Passagier
  • Nutzlast: 205 kg
  • Länge: 6,83 m
  • Spannweite: 10,74 m
  • Höhe: 2,03 m
  • Flügelfläche: 16,58 m²
  • Leergewicht: 345 kg
  • Maximales Startgewicht: 550 kg
  • Triebwerk: 1 × Continental A-65-8
  • Triebwerk: 1 × Continental A-65-8
  • Art: luftgekühlter Boxermoto m. 4 Zylinder
  • Leistung: 65 PS bei 2.350 U/min
  • Höchstgeschwindigkeit: 140 km/h
  • Reisegeschwindigkeit: 121 km/h
  • Reichweite: 354 km
  • Flughöhe: 3.500 m
  • Steiggeschwindigkeit: 2,3 m/s
  • Flächenbelastung: 33,8 kg/m²
  • Leistung / Masse : 11,35 kg/kW

Die "neue" Piper J3c - 65 Cub: Die hochmoderne Versionen werden heute von Cub Crafters aus Washington und von American Legend Aircraft in Texas hergestelt

Piper J3c - 65 Cub

Modernisierte bzw. hochmoderne Versionen werden heute von Cub Crafters aus Washington und von American Legend Aircraft in Texas hergestellt, da der Cub weiterhin von Buschpiloten wegen seiner kurzen Start- und Landefähigkeiten (STOL) sowie von Freizeitpiloten für seine Nostalgieflüge nachgefragt wird. Die neuen Flugzeuge sind tatsächlich der Piper nachempfunden, obwohl die Firma Legend eine Version mit offener Motorhaube verkauft, bei der die Zylinderköpfe freigelegt sind, wie die J-3 Cub. Ein elektrisches System ist Standard beider Hersteller.

Die "neue" Piper J3c - 65 “Cub” - wie sie genannt wird - unterscheidet sich von seinen Vorgängern durch eine Motorhaube, die die 6 Zylinderköpfe seines Motors freilegt (Das Urmodell hatte nur 4 Zylinder). Die freiliegenden Zylinder eines J-3-Motors waren normalerweise mit Verkleidungen aus Blech "Augenbrauen" ausgestattet, um die Luft effektiver über die Zylinderrippen zu leiten, um die Motorkühlung im Flug zu optimieren. Es gibt nur sehr wenige andere Beispiele für "offene" Triebwerksinstallationen (im Gegensatz zu Sternmotoren), bei denen die Zylinderköpfe freigelegt sind.

Eine Kuriosität des J-3 ist, dass der Einzelpilot, wenn er alleine geflogen wird, normalerweise den Rücksitz einnimmt, um das richtige Gleichgewicht zu erreichen und das Gewicht des Kraftstofftanks auszugleichen. Beginnend mit dem Nachfolgemodell PA-11 sowie einigen L-4 wurde der Kraftstoff in Flügeltanks befördert, so dass der Pilot vom Vordersitz aus alleine fliegen konnte.

 

Copyright © Flugzeuglexikon von Wolfgang Bredow (Berlin, Spandau)

 

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