Internationale Luftfahrtausstellung ILA

Flugzeuge aus der Frühzeit der Luftfahrt

 

Messerschmitt Bf 109 G-6: einsitziges deutsches Jagdflugzeug der 1930er und 1940er Jahre - Traditionsflugzeug der Firma EADS

Messerschmitt Bf 109 - Flug

Die Messerschmitt Bf 109 - hier in der VersionBf 109 G-6 - war ein Kampfflugzeug im Zweiten Welzkrieg mit geschlossener Pilotenkanzel und Einziehfahrwerk. Die Entwicklung der Bf 109 begann 1934. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Maschine ständig verbessert. Die Forderungen nach größerer Reichweite, zusätzlicher Bewaffnung, mehr Munition und stärkerer Panzerung führte zu immer leistungsstärkeren Flugzeugen. Die Geschwindigkeit erhöhte sich z.B. mit stärkeren Triebwerken von anfänglich 470 km/h auf über 650 km/h. Der Erstflug war im Mai 1935, in 1937 ging die Bf 109 als Standardjäger der Luftwaffe in Serie und die Indienststellung begann im selben Jahr. Das Kampfflugzeug wurde an allen Fronten bis Kreigsende eingesetzt.

Messerschmitt Bf 109 - Jagdflugzeug

Technische Daten:

Länge

8,95 m

Flügelspannweite

9,97 m

Flügelfläche

16,4 m²

Höhe

2,60 m

Antrieb

1 x Daimler-Benz DB 605

Art

12-Zylinder-V-Motor

Leistung

1435 PS max., durch Methanol/Wasser-Einspritzung (MW 50) für kurze Zeit 1800 PS

Höchstgeschwindigkeit

685 km/h in 7400 m Höhe

Steigzeit auf 3000 m

2:54 min

Reichweite

560 km

Besatzung

1 Mann

Dienstgipfelhöhe

12.500 m

Leergewicht

1970 kg

Fluggewicht

3500 kg

Bewaffnung

Zwei 13 mm-MG MG 131 (je 300 Schuss) und eine 20 mm-MK MG 151/20 (150-200  Schuss) durch die Propellernabe feuernd. Dazu verschiedene Rüstsätze für Unterflügelrohrwaffen (MG 151/20, MK 108), Raketen und Bombenträger  (50, 250, oder 500 kg Bomben)

Messerschmitt Bf 109 - Zweiter Weltkrieg

Technische Kurzbeschreibung:

  • Rumpf: Ganzmetall-Schalenbauweise mit ovalem Querschnitt; Druckkabine.
  • Tragwerk: freitragender Tiefdecker in Ganzmetallbauweise mit einem Holm; zweiteiliger Flügel mit Landeklappen und Vorflügel.
  • Leitwerk: Normalbauweise in Metall; Ruder stoffbespannt; bis Serie E und Serie H abgestrebt, ab Serie F freitragend; Ruder aerodynamisch ausgeglichen.
  • Fahrwerk: hydraulisch nach außen in die Tragflügel einziehbares Fahrwerk mit Spornrad; hydraulische Bremsen.
Messerschmitt Bf 109 - Cockpit

Beschreibung:

Die Messerschmitt Bf-109 war damals das wichtigste Jagdflugzeug der deutschen Luftwaffe. Von 1937 bis 1945 wurden ca. 35.000 Stück gebaut; mehr als von jedem anderen Jäger im 2. Weltkrieg.

Der Entwurf der Bf-109 geht auf das Jahr 1934 zurück. Der Prototyp flog 1935. Den internationalen Trend mitbestimmend wurde das Jagdflugzeug als ein freitragender Ganzmetalldecker mit einziehbarem Fahrwerk ausgelegt.

Im spanischen Bürgerkrieg erhielten die ersten Serienflugzeuge bei der “Legion Condor” ihre Feuertaufe. Die gesammelten Erfahrungen schlugen sich in der Bf-109 E nieder, die bis 1941 das Gros der deutschen Jagdverbände bildete. Verluste in der Luftschlacht um England beschleunigten die Einführung eines leistungsstärkeren Nachfolgemusters. Ab Ende 1942 wurde die Bf-109 F vom schwerer bewaffneten G-Modell abgelöst. Die deutschen Jagdgeschwader in der UdSSR und Afrika erhielten dieses als erste. Obwohl ab 1944 von leistungsstärkeren Flugzeugen überholt, blieb die Bf-109 bis zum Kriegsende im Einsatz.

1943 wählte Spanien die Bf-109 G zur Lizenzproduktion aus und baute bis 1951 etwa 150 Zellen durch Firma CASA. Da die bestellten Daimler-Benz-Triebwerke Spanien wegen der Kriegswirren niemals erreichten, ersetzte man sie 1953 durch Motoren von Rolls Royce (Bf-109 G-2). Zu diesem Zeitpunkt als reiner Jäger veraltet, wurde sie zum Jagdbomber umgerüstet. 1957 flog die spanische Luftwaffe in den afrikanischen Kolonien Einsätze. Ende 1963 wurden die letzten Einheiten der Bf-109 aufgelöst. Ihren letzten “Einsatz” flogen die Maschinen 1968 im Film “Luftschacht um England”.

Messerschmitt Bf 109 - Kampfflugzeug WW 2
Messerschmitt Bf 109 - Propellerantrieb

Verwendete Motoren bei der Messerschmitt Bf 109:  (u.a.)

Rolls-Royce Kestrel (695 PS) - Jumo 210 (A bis D) - Jumo 210 E (670 Ps) - DB 600 (800 Ps) - DB 601 (1.175 Ps bis 1.350 Ps ) - DB 603 (1.750 Ps) - DB 601 -
DB 605 A (1.475 Ps) - Rolls Royce Merlin (1.600 Ps)

Messerschmitt Bf 109 - Motor

Geschichte der Entwicklung der Messerschmitt Bf 109:

1934 vergab das Reichsluftfahrtministerium Aufträge zur Entwicklung des Prototyps eines einsitzigen Jagdflugzeuges an die Firmen Arado ("Ar 80 V-1"), Heinkel ("He 112 V-1") und Focke-Wulf (Fw 159 V-1"). Messerschmitt verwendete zur Konstruktion die Erfahrungen, die durch die "Bf 108" gesammelt worden waren. Man optimierte bei Messerschmitt die Flugzeugzelle, reduzierte ihr Gewicht und versah sie mit dem stärksten Motor, der zu jener Zeit verfügbar war. Weil Motoren der Firmen Junkers und Daimler-Benz noch im Entwicklungsstadium waren, mußte man auf einen aus England stammenden Rolls-Royce mit ca. 695 PS zurückgreifen. Zu dieser Zeit bestanden noch Handelsbeziehungen zu England.

Die ersten Flugerprobungen der noch unbewaffneten "Bf 109 V-1” fanden 1935 statt. Messerschmitt baute parallel dazu an weiteren Verbesserungen, die mit deutschen Motoren "Jumo 210" der Firma Junkers ausgerüstet waren. Deren Zylinder waren in hängender V-Anordnung konstruiert. Die Tragflächen waren mit große Landeklappen ausgestattet, um die Langsamflugeigenschaften zu verbessern, ferner mit großen Querrudern, um die Manovrierfähigkeit zu optimierten. Bei der Grundkonstruktion handelt es sich um einen freitragenden Tiefdecker mit einholmigen Tragflügeln, die heute noch bei Flugzeugen aktuell sind. Die "Bf 109" war das erste Jagdflugzeug der Luftwaffe mit Einziehfahrwerk und das erste Ganzmetalljagdflugzeug der Welt. Die Ergebnisse waren gegenüber den Mitbewerbern so überragend, dass Messerschmitt den Zuschlag bekam.

Erst bei der "V-3", die als Muster für die Serienfertigung der "Bf 109 A" dienen sollte, wurden zwei MG 17 eingebaut. Bei der "Me 109 V-4" wurde ein drittes MG eingebaut, welches durch die hohle Propellernabe aus dem Motor feuerte. Ferner wurde dann der neue "Jumo 210 B" Motor eingebaut, später kam der stärkere "Jumo 210 D" zum Einbau und dann der "Jumo 210 E" bei der "Me 109 B-2" mit 670 PS.

Diese "B-2" Maschinen waren auch die ersten "Me 109", die 1937 im Kampfeinsatz bei der "Legion Condor" im spanischen Bürgerkrieg zur Unterstützung des Faschisten Franco eingesetzt wurden.

Im laufe der Zeit wurden weitere Verbesserungen am Korpus, den Tragflächen und vor allem der Bewaffnung vorgenommen, bis der neue leistungsstärkere "DB 601" Motor zur Verfügung stand. Heraus kam die Bf 109 E mit einem 1.100 PS starken Motor, die sich ansonsten lediglich in der Bewaffnung von den Vormustern unterschied..

Weitere Verbesserung brachte der noch stärkere Motor "DB 601 E-1", dessen Einbau zur "Me 109 E-1" Serienmaschine führte, die aber Probleme bei den Tests verursachte. Daraus entwickelte man die F-Serie. Äußerlich unterschied sich die "Me 109 F" von der E-Serie durch viele aerodynamische Verbesserungen am Höhenleitwerk, dem strömungsgünstigeren Frontbereich, dem Klappensystem und der erhöhten Spannweite. Auch weitere MG´s wurden in den Tragflächen eingebaut und Aufhängungen für Bomben und einfache Raketen geschaffen.

Die meistproduzierte Variante war die “Me 109 G”, die im Frühjahr 1942 entstand und mit dem jetzt zur Verfügung stehenden leistungsstärkeren Motor "DB 605" ausgestattet wurde. Es entstanden mehrer Versionen, u. a. die “Me 109 G-5 mit stärkerer Bewaffnung. Die Version "Me 109 G-6", die die größte Zahl aller produzierten Me 109 ausmachte, bekam dann zwei MG 131 über dem Motorblock, ein MK 108, das durch die Propellernabe feuerte und je ein MG 151/20 in jedem Flügel.

Nach Ende des 2. Weltkrieges wurden noch zahlreiche "Me 109" gebaut. Zum Beispiel in der CSSR die Avia-C 210 und in Spanien eine Version der "Me 109 G-2", die "H.A 1112", die von der “Spanische Flugzeugwerke, Sevilla” und “CASA” produziert wurde (siehe Luftwaffenmuseum). Noch lange nach dem Krieg blieb die "Me 109" im Einsatz.

Messerschmitt Bf 109 - Flugansicht
Messerschmitt Bf 109 - Überflug
Messerschmitt Bf 109 - Traditionsflugzeug
Messerschmitt Bf 109 - Seitenansicht
Messerschmitt Bf 109 - Berlin Air Show ILA
Messerschmitt Bf 109 - Bruchlandung
Messerschmitt Bf 109 - Bruchlandung

 

Copyright © Flugzeuglexikon von Wolfgang Bredow (Berlin, Spandau)

 

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