Internationale Luftfahrtausstellung
- Berlin Air Show -

Flugzeuge aus der Frühzeit der Luftfahrt

 

Etrich Taube D II: Die Tragflächenform des vom Flugpionier Igo Etrich entwickelten Flugzeugs von 1910 erinnert an Vogelschwingen

Etrich Taube D II - Frühzeit der Luftfahrt
Etrich Taube D II - Flug

Die Etrich Taube ist ein vom österreichischen Flugpionier Igo Etrich entwickeltes Flugzeug. Die von den Rumpler-Werken in Berlin gebauten Flugzeuge dieses Typs wurden auch unter dem Namen Rumpler-Taube vermarktet. Sie ist einer der ersten in größerer Stückzahl gebauten Flugzeugtypen.

Der stoffbespannte Eindecker, dessen Tragflächenform an Vogelschwingen erinnert, ist ein originalgetreuer Nachbau, entstanden beim Historischen Flugzeugbau Fürstenwalde. Professor Heinz Linner aus Wien baute dort diese Taube vom Typ NM 1913 (D-ETRI) nach Plänen von Rozendaal aus dem Archiv d. techn. Hochschule Wien. Dieses Flugzeug wurde mit einem Walter-Minor 6-Zylinder und 160 PS motorisiert und 2000 eingeflogen.

Es ist weltweit die einzige "Taube", die wirklich fliegen kann und darf. Nachdem die Etrich-Taube im Jahr 2000 erstmals in die Luft gebracht wurde, ist viel nachgebessert worden. Vor allem der Motor hatte zuerst Probleme mit zu hoher Temperatur bei Vollgas bereitet. Auf der ILA waren die Probleme schon behoben. Die historische Flugmaschine flog dort regelmäßig jeden Tag mehrmals.

Später soll das Flugzeug an eine Filmfirma verkauft worden sein. Seit 2008 befindet sich das Flugzeug in Omaka, Neuseeland, im dortigen Flugmuseum. Es soll in absehbarer Zeit wieder geflogen werden. (Stand: 2010)

 

Etrich Taube D II - Luftfahrtausstellung

Technische Beschreibung:

Das Flugzeug war ein verspannter Schulterdecker mit außenliegender Drahtverspannung und einem unter der Tragfläche verlaufenden Hilfsholm. Die Verspannung erfolgte über Spanntürme, die oberhalb und unterhalb der Tragfläche angebracht waren. Es besaß keine Querruder und keine Flügelklappen. Es war in allen drei Achsen durch Verwinden der Tragflügelenden steuerbar. Der Rumpf war in Holzbauweise mit Stoffbespannung ausgeführt. Die Tragflächen waren stoffbespannte Bambusrahmen. Das Leitwerk bestand ebenfalls aus Bambus mit Stoffbespannung. Es hatte ein starres Fahrwerk mit durchgehender Achse und einen Hecksporn. Die Räder waren abgefedert.

Die Taube flog äußerst eigenstabil. Trotzdem galt die Maschine als schwer zu fliegen und zu landen, weil große körperliche Anstrengung für den Kurvenflug und damit für das Manövrieren notwendig war.

Etrich Taube D II - stoffbespanntes Flugzeug

Technische Daten:

Verwendung

Aufklärungs- u. Bombenflugz.

Besatzung

2

Länge

9,9 m

Gesamtlänge m. Überschlagbügel

10,00 m

Schwanzlänge

2,5 m

Schwanzbreite einschl. Ausleger

3,8 m

Spannweite

14,3 m

Spannweite  einschließl. Ausleger

14,8 m

Flügeltiefe mit Querruder

3,3 m

Flügeltiefe ohne Querruder

2,6 m

Höhe einschl. Spannturm

3,5 m

Flügelfläche

32,5 m²

Stoffbespannung (Verbrauch)

71 m²

Spurweite

2,5 m

Spanndrähte

258 m

Anzahl d. Spannschlösser

256 Stück

Leergewicht

450 kg

max. Startmasse

780 kg

Motor

Walter-Minor, 4-Zylinder

Leistung

105 PS

Verbrauch

ca. 40 Liter pro Stunde

Tankinhalt

60 Liter

Reisegeschwindigkeit

80 - 110 km/h

Dienstgipfelhöhe

2000 m

Reichweite

140 km

Bewaffnung

Gewehre und Pistolen

Bomben

Bomben  (je 2 kg)

.

von Hand abgeworfen

Etrich-Taube3 - Cockpit
Etrich Taube D II stoffbespanntes Flugzeug
Etrich Taube D II Luftfahrtausstellung
Etrich Taube D II - Motor und Propeller
Etrich Taube D II - Flugansicht

 

Copyright © Flugzeuglexikon von Wolfgang Bredow (Berlin, Spandau)

 

 

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