Internationale Luftfahrtausstellung ILA

Flugzeuge aus der Fr├╝hzeit der Luftfahrt

 

Boeing Stearman PT-17 Kaydet: Doppeldecker von 1927 mit Sternmotor, der vom U.S. Army Air Corps und der U.S. Navy als Schulflugzeug eingesetzt wurde

Boeing Stearman PT-17 - Doppeldecker

Die Stearman 75 Kaydet wurde vom US Army Air Corps und der US Navy als Anf├Ąngerschulflugzeug eingesetzt. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde viele Stearman 75 aufgrund ihrer Langsamflugeigenschaften zum Agrarflugzeug umger├╝stet. Bei der Maschine handelt es sich um ein zweisitziges Doppeldecker-Schulflugzeug des US-amerikanischen Herstellers Stearman Aircraft Company, sp├Ąter Boeing Airplane Company, - daher die sp├Ątere Bezeichnung als "Boeing Stearman". Die Version PT-17 wurde ab 1942 angeboten, wobei ├╝ber 3.500 Flugzeuge gefertigt wurden.

Boeing Stearman PT-17 - Schulungsflugzeug

Technische Daten:

Spannweite

9,8 m

L├Ąnge

ca. 7,4 m

H├Âhe

2,8 m

Originalmotor

Continental R-670

Leistung

220 PS

H├Âchstgeschwindigkeit

200 km/h

Reichweite

810 km

Leergewicht

880 kg

Max. Startgewicht

1230 kg

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Boeing Stearman PT-17 - Sternmotor

Die Entwicklung des Stearman Doppeldeckers geht auf das Jahre 1927 zur├╝ck. In diesem Jahr gr├╝ndete Lloyd C. Stearman durch die ├ťbernahme der Gesch├Ąftst├Ątigkeiten und des Personals der Firma Lyle-Hoyt Aircraft seine Firma Stearman Aircaft Company in Kalifornien. Daher der Name Stearman.

Im September 1934 wurde diese Firma gezwungen, die Gesch├Ąftsbereiche Fluggesellschaft und Flugzeugherstellung zu trennen. Die Firma Stearman Aircraft Company wurde daher von Boeing erworben. Aus den “Stearman-Werken” wurde eine Tochtergesellschaft von Boeing. Diese ├╝bernahm also die weitere Fertigung von dem urspr├╝nglichen Konstrukteurs. Somit bekam dieser Doppeldecker die Bezeichnung “Boeing Stearman”.

Ein Bedarf an neuen Schulflugzeugen f├╝r die US Armee f├╝hrte im Jahre 1934 zur Entwicklung und zum Bau eines Prototyps unter der Bezeichnung Stearman X-70. Im Dezember startet der in Gemischtbauweise gefertigte Doppeldecker zum Erstflug.

Der Prototyp erwies sich als sehr robust mit gleichzeitg guten Flugeigenschaften. Das einstielige Tragwerk war prim├Ąr aus Holz konstruiert und mit Stoff bespannt. Die Zelle bestand aus einem Stahlrohrger├╝st, dass ebenfalls in weiten Teilen mit Stoff bespannt wurde. Die gestaffelten Tragfl├Ąchen haben fast die gleichen L├Ąnge. Das unverstrebte und solide dimensionierte Hauptradwerk ist mit verkleideten ├ľlfedern-Sto├čd├Ąmpfern ausgestattet.

Die US-Navy testete das Modell X70 im Jahre 1934 und nach z├Âgerlichen Ausschreibungen des US-Milit├Ąrs folgte im Juli 1935 der erste Auftrag zum Bau von 26 PT-13, obwohl schon zu damaliger Zeit ein Design als Doppeldecker bereits veraltet war.

Danach folgten weitere (ca.) 100 Bestellungen, jedoch mit der Auflage, dass man die im Best├Ąnden der Navy vorhandenen Sternmotoren Wright-J5 bzw. Wright R-790-8 einbauen soll. Diese Serie wurde von der Navy als Modell N2S-1 gef├╝hrt, bzw. bekam vom Hersteller die Bezeichnung "Modell 73". Die ersten Bestellungen des verbesserten Modells 75 fanden seitens der US-Arme im Jahre 1936 statt.

Aufgrund der Kriegsgeschehnisse und der damit verbundenen hohen Piloten-Nachfrage gab es auch einen gro├čen Bedarf an Schulflugzeugen. Sowohl die USAAF also auch die US-Navy ├╝berschwemmten Boeing mit Fertigungsauftr├Ągen. Schlie├člich wurden weit ├╝ber 10.000 Boeing Stearman in den unterschiedlichsten Versionen gebaut.

Der Unterschied lag jedoch haupts├Ąchlich in dem verwendeten Antrieb. Stearmans wurden u.a. ausgestattet mit Sternmotoren von Lycoming (PT 13), Continental (PT 17) oder Jacobs (PT 18). Die bekannteste Variante war jedoch die PT-17, von der etwa 3.600 Flugzeuge zur Schulung der angehenden Piloten gebaut wurden. Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg wurden viele Flugzeuge mit dem Antrieb von Pratt & Whitney mit 450 HP aufger├╝stet.

Die US Army Air Corps setzten sie mit den Bezeichnungen PT-13, PT-17 und PT-18 Kaydet als Flugtrainer ein, bei der United States Navy als N2S. Von der PT-27 wurden 300 ab 1942 zur Royal Canadian Air Force exportiert, von der PT-17 gingen 150 St├╝ck nach China (einschlie├člich Lizenz zum Nachbau) und insgesamt rund 50 nach Brasilien, Dominikanische Republik, Guatemala, Kuba und Venezuela.

Etwa 2.100 Maschinen wurden nach 1945 als Spr├╝hflugzeuge in der Landwirtschaft eingesetzt. Dazu wurden die Fl├╝gel mit Metall verkleidet, da die Chemikalien der Landwirtschaft die Leinenbespannung angegriffen h├Ątten. Danach wurden die meisten Maschinen verschrottet. Erst sp├Ąter begann man, die letzten vorhandene Flieger zu restaurieren. Sie fanden dann die Verwendung im Kunstflug oder bei "Walking-Shows" in zahlreichen Airshows.

Die “Super Stearman” ist die Sportversion dieses Flugzeugs. Im Gegensatz zur klassischen Version wurde sie mit einer Motorhaube versehen, tr├Ągt eine rot-wei├če Lackierung und hat vier Querruder.

Bei Boeing liefen die Maschinen ├╝brigens unter der Bezeichnung Model 75, die auch w├Ąhrend des Krieges offiziell so beibehalten wurde. Erst sp├Ąter bekamen viele dieser Trainer z.B. die Bezeichnung “PT 17”. Es setzte sich aber auch der Name “Stearman 75” durch. Obwohl ab dem Zeitpunkt der ├ťbernahme auf allen Namensschildern, den Bordb├╝chern, den Wartungsunterlagen usw. der Name "Boeing" verwendet wurde, wurden die Flugzeuge von jedermann weiterhin "Stearman" genannt. In Kanada war dieser Typ auch als “Kaydet” bekannt. Die Maschine bekam auch aufgrund des intensiven Einsatzes f├╝r Anf├Ąngertraining und der typischen Bemalung den Spitzenname "Yellow peril" (gelbe Gefahr).

Boeing Stearman PT-17 - Luftfahrtausstellung

Die USAAF setzte folgende Versionen ein

  • PT-13: Lycoming R-680 Motor, 2.141 wurden gebaut.
  • PT-13: R-680-B4B Motor, 26 wurden gebaut (Boeing Model 75).
  • PT-13A: R-680-7 Motor, 92 wurden 1937/38 gebaut.
  • PT-13B: R-680-11 Motor, 255 wurden 1939/40 gebaut.
  • PT-13C: Ausr├╝stung von sechs PT-13B f├╝r die Instrumentenflugschulung.
  • PT-13D: PT-13A mit R-680-17 Motor, 353 wurden gebaut.

PT-17: Continental R-670-5 Motor. 3.519 wurden gebaut.

  • PT-17A: Ausr├╝stung von 18 PT-17 f├╝r den Instrumentenflug.
  • PT-17B: Umr├╝stung von drei PT-17 zu Spr├╝hflugzeugen.

PT-18: PT-13 mit Jacobs R-755 Motor, 150 wurden gebaut.

  • PT-18A: Ausr├╝stung von sechs PT-18 f├╝r Blindflugtraining.

PT-27: Bezeichnung f├╝r ca. 300 an die RCAF im Rahmen des Leih- und Pachtabkommens gelieferte PT-17.

Die U.S. Navy setzte folgende Versionen ein:

  • NS-1: 220 PS (164 kW) Wright J-5 Whirlwind Motor, 61 wurden gebaut (Boeing Model 73)
  • N2S-1: R-670-14 Motor, 250 wurden gebaut.
  • N2S-2: R-680-8 Motor, 125 wurden gebaut.
  • N2S-3: R-670-4 Motor, 1.875 wurden gebaut. (siehe Abbildung oben)
  • N2S-4: 577 wurden gebaut, inklusive 99 PT-17 der USAAF mit R-670-5 Motor.
  • N2S-5: R-680-17 Motor, 1.450 wurden gebaut.
Boeing Stearman PT-17 - N75010

Die Versionen im Einzelnen:

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Versionen f├╝r US Army Air Corps:

PT-13

mit Lycoming R-680-5 (215 HP)

PT-13A

mit Lycoming R-680-7, verbesserte Instrumentierung (220 HP)

PT-13B

mit Lycoming R-680-11

PT-13C

zus├Ątzliche Instrumentierung f├╝r Nachtflug

PT-13D

mit Lycoming R-680-17

PT-17

mit Continental R-670-5

PT-17A

Blindflugausr├╝stung

PT-17B

landwirtschaftliche Spr├╝hanlage

PT-18

mit Jacobs R-755-7

PT-18A

Blindflugausr├╝stung

PT-27

Exportversion nach Kanada, Winterausstattung

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Versionen f├╝r US Navy:

N2S-1

Continental R-670-14

N2S-2

Lycoming R-680-8

N2S-3

Continental R-670-4

N2S-4

Continental R-670-5

N2S-5

Lycoming R-680-17

Boeing Stearman PT-17 - Rollbahn
Boeing Stearman - Cockpit
Boeing Stearman Cockpit hinten
Boeing Stearman PT-17 Kaydet

 

Copyright © Flugzeuglexikon von Wolfgang Bredow (Berlin, Spandau)

 

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